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Ligabericht

SV Uedesheim vergibt fahrlässig den Heimsieg

Oberligist verspielt beim 2:2 gegen den Cronenberger SC eine 2:0-Führung +++ Keeper Dustin Gottlebe patzt zweimal schwer

von NGZ / Dirk Sitterle · 10.05.2013, 23:39 Uhr · 0 Leser
Dieses 2:2-Unentschieden (Halbzeit 2:0) im Abstiegsduell mit dem Cronenberger SC fühlte sich für den Oberligisten SV Uedesheim an wie eine Niederlage.

Selbst der als Profi in zahlreichen (Fußball-)Schlachten gestählte Trainer Ingmar Putz benötigte lange, um zumindest den allergrößten Frust zu überwinden, saß nach Spielschluss mehr als eine halbe Stunde ebenso sprach- wie regungslos im hintersten Winkel der Mannschaftskabine.

Vorsitzender Klaus Haas brach schließlich das Schweigen und stellte traurig fest: "Das war's dann wohl. Wenn Du selbst Cronenberg nicht schlägst, hast den Klassenerhalt auch nicht verdient." Was den Hausherren die Laune verdarb, war vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft gegen einen personell kolossal geschwächten Kontrahenten, der in den ersten 45 Minuten so gut wie gar nichts zustande brachte, in grob fahrlässiger Manier eine 2:0-Führung herschenkte.

Cronenbergs extrem engagierter Trainer Markus Dönninghaus bezeichnete den Auftritt seiner Jungs bis zur Pause als "absolut indiskutabel". Logische Folge waren die beiden Treffer des SVÜ: In der 17. Minute nahm der zunächst sehr agile Miles Adeoye einen langen Pass von Adnan Hotic auf und überwand den zur Rettung aus seinem Kasten geeilten Keeper Stefan Kroon mit einem gefühlvollen Heber. Beim 2:0 (23.) stieß der leichtfüßig durch Cronenbergs Abwehrreihen tänzelnde Lukasz Koziatek auf erstaunlich wenig Widerstand. Während Uedesheim noch eine ganze Reihe weiterer Großchancen ungenutzt verstreichen ließ, tauchten die Gäste in der ersten Hälfte nur einmal gefährlich im gegnerischen Strafraum auf. Dabei ging der von Hotic leicht berührte Nino Paland so theatralisch zu Boden, dass ihm der souveräne Schiedsrichter Raffael Beier den Elfmeter verweigerte (33.).

Die Partie wäre wohl entschieden gewesen, hätte Andrej Hildenberg kurz nach dem Seitenwechsel alleine vor dem Tor gegen Kroon die Nerven behalten. Stattdessen gab Uedesheim ohne Not die Kontrolle über das Spiel ab. Obwohl Dönninghaus hinterher zu Recht feststellte, "dass wir in der zweiten Hälfte gezeigt haben, was mit Herz und Leidenschaft möglich ist", hätte seine Elf wohl von alleine keinen Treffer mehr erzielt. Fatalerweise passte sich Torwart Dustin Gottlebe der schwachen Leistung seiner viel zu zaghaften Vorderleute an – beide Gegentore gingen auf sein Konto: Beim 1:2 (79.) signalisierte er dem besser postierten Alpay Kus, die Situation im Griff zu haben, sicherte sich den Ball aber nicht und machte damit für den Torschützen Markus Becker den Weg frei. Beim 2:2 nur drei Minuten später ließ er Emmanuele Mucchio aus kurzer Entfernung zum Kopfstoß kommen, obwohl er die Kugel zuvor hätte problemlos abfangen können.

Für Putz ist das Thema Klassenverbleib indes noch nicht beendet: "Wir haben sogar einen Punkt gutgemacht – es sind nur drei Punkte."