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Donnerstag 20.04.17 15:00 Uhr|Autor: Thorsten Schaar415

Hermmanns Männer: Norbert Peters

Der SV Straelen, Tabellenführer in der Landesliga, ist der Beweis dafür, dass sich Erfolg planen lässt. Der 2. Vorsitzende Norbert Peters analysiert , wieviel der Verein Tecklenburg wirklich zu verdanken hat.
Bei uns sprechen vier der Macher über vergangene Zeiten in der Oberliga, die Tulpenrevolution von 2015 und den Einfluss von Hermann Tecklenburg – als Präsident und Geldgeber. Im Folgenden Teil eins unserer Serie.

Norbert Peters, 2. Vorsitzender: "Der SV Straelen war immer ein Multi-Kulti-Verein. Und wir hatten immer tolle Jugendaustausche, mit Japanern, Israelis oder Polen. Einmal war sogar der junge Robert Lewandowski in Straelen, hat bei einer Gastfamilie übernachtet. Wir haben aktuell fast 2000 Mitglieder, davon 400 bis 450, die aktiv Fußball spielen. Nach unserer ersten Erfolgsphase schafften wir es auch 2006 bis 2008 wieder in die Oberliga – aber seit 2012 spielen wir jetzt schon in der Landesliga.

Hermann Tecklenburg hat vor sechs Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden übernommen, er ist halt ein Straelener Junge, steckt sein ganzes Herz in den Verein. Zu Oberliga-Zeiten war das nochmal ein
ganz anderes Investment von ihm. Es ging ja nicht nur um Jos Luhukay, sondern es kamen auch Ex-Profis wie Holger Aden, Wolfram Klein oder Thorsten Wohlert zu uns. Da hat er sehr viel Geld in den Verein gesteckt, und das waren tolle Jahre für uns alle. Bei uns spielten sonntags die zweiten Mannschaften von Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen und oft kamen dann auch die Trainer der jeweiligen Profimannschaft vorbei.

Der Höhepunkt? In der Saison 1998/99 spielten wir in der 1. Runde des DFB-Pokals. Gegner war der damalige Zweitligist Fortuna Düsseldorf. Dabei haben wir auch unseren absoluten Zuschauerrekord aufgestellt: mit 3800 Zuschauern. Wir wollten das Spiel unbedingt auf unserer Platzanlage durchführen und haben es hinbekommen. Die Alternative wäre gewesen, nach Uerdingen auszuweichen. Leider haben wir das Spiel 4:7 verloren. Marek Lesniak war einfach nicht zu stoppen, hat viermal für Fortuna getroffen. Ich erinnere mich aber noch an den nervösen Gästetrainer Klaus Allofs.

Übrigens waren wir vorher nicht ins ZDF-Sportstudio gefahren, sondern hatten uns die Auslosung im Vereinsheim angeschaut.

Natürlich hat Hermann Tecklenburg im Laufe der Jahre auch ein paar Trainer verschlissen. Es ist aber sein Verdienst, dass wir 2015 unsere Strategie umgestellt haben. Das fing schon mit der neuen NRWLiga an. Ein paar Funktionäre hatten sich darunter eine moderne Regionalliga West
vorgestellt. Wir aber hätten bis zu 350.000 Euro investieren müssen, um alle Sicherheitsauflagen
zu erfüllen. Die Stadt hat damals zu uns gesagt, dass das nicht geht. Dann haben wir reagiert und beschlossen, dass diese Kosten nicht mehr unsere Kragenweite sind.

Hermann Tecklenburg hat gesagt: Es muss mit weniger Geld gehen, spielen wir halt Landesliga. Und wir haben gemeinsam entschieden, unseren Fokus noch stärker auf die Jugend zu legen. Zuletzt ist
positiv festzustellen, dass der neue Trainer die Spieler aus der A-Jugend top integriert.
Stephan Houben ist mit Leib und Seele Trainer, gleichermaßen emotional wie empathisch. Er hat einen guten Mannschaftsgeist erzeugt.

Eigentlich wollten wir uns erst zum 100-jährigen Jubiläum nochmal eine höhere Liga gönnen. Wenn wir aufsteigen, wird es von Vorteil sein, dass Ilja Ludenberg als Sportdirektor bereits Erfahrungen
von Fortuna Düsseldorf mitbringt. Wir haben in der Winterpause unsere ersten Hausaufgaben gemacht. Die drei Neuverpflichtungen haben wir schon mit Blick auf die höhere Liga getätigt. Klar, Neuzugänge
in der Winterpause kosten immer Geld, im Sommer sind die Spieler frei zu haben. Es macht aber einfach Sinn, dass man sich schon einspielt. Hermann Tecklenburg ist auf der einen Seite ein knallharter Geschäftsmann, auf der anderen hat er ein weiches Herz. Wenn einer der Vereine 10.000 bis 15.000 Euro gewollt hätte, hätte er „nein“ gesagt.

Natürlich möchte Hermann Tecklenburg überall mitreden, am liebsten auch bei der  Mannschaftsaufstellung. Er hat sich in den letzten Jahren aber sehr ruhig verhalten. Ich denke schon, dass er so etwas wie ein Mitspracherecht hat, wenn wir wieder eine Liga höher spielen. Er hat halt auch einfach ein Händchen dafür, junge Leute heranzuführen, eine Symbiose zu schaffen. Weil er beim KFC Uerdingen und Fortuna Düsseldorf mitmischte, gingen bei ihm die Spielerberater ein und aus. Auf
wen er gehört hat? Vor allem immer auf Calli Calmund.

Einmal, als wir im Pokal gegen den WSV spielten, haben wir in der Schlussphase zwei Tore erzielt und sind ins Finale eingezogen. Da rasteten einige Wuppertaler Fans aus, bedrohten sogar Kinder und
Frauen – da ist Hermann Tecklenburg dazwischen gegangen. Ich war auch mittendrin in den Tumulten, habe meine Uhr verloren – bin nicht ohne Blessuren aus der Sache rausgegangen. Dieser körperliche
Einsatz hat mich beeindruckt. Ich habe ihn aber auch schon erlebt, als alle Samba tanzten, weil man aufgestiegen war – und er hat still zugeschaut."

 
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