
Der Fußball-Mittelrheinligist SV Bergisch Gladbach 09 gewinnt ein intensiv geführtes Spiel gegen den Bonner SC mit 2:0. Großen Anteil am Sieg hatte Innenverteidiger Thomas Schloeßer, der die Defensive zusammenhielt und das 1:0 erzielte.
Bergisch Gladbach. Als alles entschieden war, kam die Polizei. Die Fans des Bonner SC machten etwas, was sie besser nicht getan hätten. Sie ließen ihrem Frust über die 0:2 (0:1)-Niederlage in der Fußball-Mittelrheinliga beim SV Bergisch Gladbach 09 mit dem Abbrennen bengalischer Feuer heraus. Es war der unnötige Schlusspunkt einer intensiven Begegnung. Die Mannschaft von Trainer Dietmar Schacht hat damit einen großen Schritt Richtung Mittelfeld der Tabelle gemacht. Entsprechend zufrieden war der 51-Jährige: „Die Jungs haben genau das umgesetzt, was wir uns vorher vorgenommen hatten. Sicher hatten wir in einigen Szenen auch das Glück des Tüchtigen. Dennoch war der Sieg verdient.”
Der Bonner Trainer Dalibor Karnay wirkte, als hätte er am liebsten gar nichts gesagt. Die Enttäuschung, die Wut über diesen Rückschlag für den ambitionierten Aufsteiger konnte man ihm deutlich ansehen. Ein paar Worte brachte er aber dann doch noch zustande: „Glückwunsch an Bergisch Gladbach. Wir wussten, dass es hier schwer wird. Genauso ist es auch gekommen. Unsere Niederlage geht in Ordnung. Wir sind zu selten zu klaren Abschlüssen gekommen.”
Entscheidenden Anteil daran hatte auch Thomas Schloeßer. Der Bergisch Gladbacher Innenverteidiger zeigte in der Defensive eine starke Leistung und erzielte das vorentscheidende 1:0. „Dieser Sieg war wichtig, weil wir noch immer im Abstiegskampf stecken”, betonte der Abwehrspieler. „Aber vor allem auf eigenem Platz haben wir uns stabilisiert. Wir sind auf dem richtigen Weg.”
Es war ein ungemütlicher Nachmittag, der eigentlich nicht zum Fußballspielen einlud. Entsprechend verhalten begann die Partie. Die Bonner hatten mehr Ballbesitz, die Bergisch Gladbacher beschränkten sich zunächst auf die Verteidigung des eigenen Tores. Erst nach 15 Minuten entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Die Mannschaft von Trainer Dietmar Schacht vernachlässigte kurz ihre Abwehrhaltung und kam zu einer sehenswerten Doppelchance. Zunächst vergab Kai Burger nach einem Alleingang (15.). Schon das hätte die Führung sein können. Beim anschließenden Eckball machten es die Gastgeber besser. Tobias Zinken brachte den Ball in den Strafraum. Nuno Sanches legte auf Thomas Schloeßer ab. Der Innenverteidiger vollendete per Kopf zum 1:0 (16.).
Die Bonner waren kurz geschockt, waren jedoch auch schnell wieder überlegen. Sie griffen immer wieder über die rechte Seite der Bergisch Gladbacher an, auf der der A-Jugendliche Patrick Paffrath ein ordentliches Debüt feierte. Die 09er hatten zwar in der Folge noch kleinere Möglichkeiten nach Standards. Vor allem hatten sie jedoch Glück, dass die Gäste nicht zum Ausgleich kamen: In der 35. Minute drang Vincezo Bosa frei stehend in den Strafraum ein. Aber der BSC-Angreifer scheiterte am stark reagierenden Torwart Michael Cebulla. Beim Nachschuss trat Fabio Manuel Dias über den Ball — das Tor war leer. Die Führung zur Pause war also durchaus etwas glücklich.
Nach dem Wechsel und einem heftigen Hagelschauer änderte sich an diesem Bild nicht viel. Bonn bestimmte um den unauffälligen Ex-09er Ricardo Retterath das Spiel und drängte auf den Ausgleich. Cebulla musste mehrfach in höchster Not retten. Die Bergisch Gladbacher hingegen lauerten auf Konter. Es wurde intensiver, kämpferischer. Auf dem Platz, aber auch daneben. Zwischen den Trainerbänken wechselte das eine oder andere unfreundliche Wort hin und her, besonders vor der größten Chance der zweiten Halbzeit bis zu diesem Zeitpunkt. Nach einem Handspiel im Strafraum bekamen die Bonner einen Elfmeter zugesprochen. Aber Cebulla hielt den extrem schwach geschossenen Strafstoß von Burim Mehmeti. (68.). Es war der Auftakt zu einer turbulenten Schlussphase, in der die Bergisch Gladbacher den Sieg perfekt machten. Nach feiner Vorarbeit von Kai Burger vollendete der eingewechselte Joshua Schmitt zum 2:0 (74.) — die Entscheidung. Und dann kam noch die Polizei.