
Auch wenn das Transparent schon des öfteren herhalten musste - wohl nie zuvor war es passender als zur jetzigen Situation der Sportfreunde Siegen, die in diesen Tagen ums wirtschaftliche Überleben kämpfen und somit noch gar nicht sagen können, ob und - wenn ja - in welcher Spielklasse sie eine sportliche Zukunft haben werden.
Der Andrang auf dem Kunstrasenplatz war enorm und so auch nicht zu erwarten gewesen. Über 100 Besucher versammelten sich auf und neben der Bühne, sie wollten sich selbst einen Eindruck verschaffen, mit welcher Mannschaft es denn in die nächste Saison gehen könnte - wenn, ja wenn denn am Ende nach einem erfolgreichen Insolvenzverfahren wieder genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
Sommertemperaturen, blauer Himmel mit ein paar Wolken, die Kulisse verbreitete ein wenig Optimismus, dass doch noch etwas gehen könne. 26 Feldspieler, dazu ein Erkrankter auf der Tribüne, drei Torhüter und drei Trainer, so groß war das Aufgebot zum Auftakt einer Saison schon lange nicht mehr. Während es für den bisherigen Cheftrainer Thorsten Seibert wohl keine Zukunft mehr geben und bereits an einem Auflösungsvertrag gearbeitet wird, leitete wie bereits angekündigt der bisherige Co-Trainer Dominik Dapprich das Training. Erst hatte Athletiktrainer Johannes Sander die Spieler mit einigen Übungsteilen aufgewärmt, erst danach begann die Arbeit mit dem Ball, an der 25 Feldspieler beteiligt waren. Lediglich der angeschlagene Haluk Arslan absovierte ein Alternativprogramm.
„Wir starten in eine insgesamt achtwöchige Vorbereitungsphase. Die Spieler hatten ja auch schon vor ein paar Wochen einen Trainingsplan von unserem Athletiktrainer bekommen, mit Läufen und Kraftübungen. Die Spieler müssen fit sein für die kommenden Aufgaben. Man merkt aber bereits jetzt, dass sie Lust haben hier zu spielen“, so die Einschätzung des Sportlichen Leiters Daniel Steuernagel.
Und während der Ball auf dem Platz rollte stand ein Mann etwas Abseits und beobachtete interessiert das Geschehen. Und es ist der derzeit wichtigste, weil er nun die Geschicke in Händen hält: Bernhard Görg von der Kölner Insolvenzverwaltung Niering-Stock-Tömp, der zusammen mit Insolvenzverwalter Christoph Niering am wirtschaftlichen Überleben des Vereins arbeitet, war zu weiteren Gesprächen und zum Auftakttraining nach Siegen angereist. Görg: „Innerhalb der nächsten zwei Wochen werden wir ein Sanierungskonzept erarbeiten. Dann wissen wir mehr!“

Der vorläufige Kader der Sportfreunde Siegen:
Trainerstab: Co-Trainer Dominik Dapprich; Athletiktrainer Johannes Sander; Torwarttrainer Manuel Wolff.
Torhüter: Christoph Thies (20 Jahre, SFS); Lukas Litschel (18 Jahre/U19 SF Siegen); Thorsten Schmidt (26/EGC Wirges).
Abwehr: Marco Beier (22 Jahre, Vertrag bis 2019); Serkan Dalman (30 Jahre, Vertrag Juni 2017); Ahmet Dogan (18 Jahre/Kickers Offenbach U19); Tim Geller (19 Jahre/Kickers Offenbach, Hessenliga); Luca Grölz (18 Jahre/U19 Germania Schwanheim); Satoshi Horie (25 Jahre/Hilal-Maroc Bergheim, Mittelrheinliga); Tobias Filipzik (18 Jahre/U19 SFS); Louis Zmitko (19 Jahre/U19 SFS); Malte Döbbelin (20 Jahre/ U21 SFS).
Mittelfeld: Björn Jost (20 Jahre, Vertrag bis 30. Juni 2017); Benedikt Brusch (19 Jahre/U19 SFS); Julian Jakobs (27 Jahre, Vertrag bis 2018); Okay Yildirim (20 Jahre/ Eintracht Stadtallendorf, Hessenliga); Ryo Sato (24 Jahre/ Hilal-Maroc Bergheim, Mittelrheinliga); Asmir Supuk (18 Jahre/SG Rosenhöhe, Hessenliga); Nick Volk (19 Jahre/RW Darmstadt, Hessenliga); Yannick Wolf (20 Jahre/FC Bayern Alzenau, Hessenliga); Lennart Dreisbach (19 Jahre/U21 SFS); Jannik Krämer (18 Jahre/U19 SFS); Jan German (18 Jahre/U19 SFS).
Angriff: Haluk Arslan (22 Jahre, Vertrag bis 2018); Masahiro Endo (21 Jahre/ Hilal-Maroc Bergheim, Mittelrheinliga); Maximilian Wüst (19 Jahre, Freudenberg/ Roland Beckum, OL Westfalen); Gilles Kühler (18 Jahre/U19 SFS); Fuad Dodic (23 Jahre/ U21 SFS.).