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Sonntag 18.06.17 22:30 Uhr|Autor: Redaktion5.563
Die Sportfreunde Siegen stehen vor der nächsten Insolvenz. Foto: Rene Traut

Sportfreunde Siegen vor der Insolvenz

SFS-Vorstand auf Tauchstation - Schon letzte Woche Blitzbesuch bei Dr. Niering? - Gang zum Amtsgericht offenbar schon morgen

Schon vergangene Woche machten erste Gerüchte von einer bedrohlichen Lage beim Regionalliga-Absteiger Sportfreunde Siegen die Runde. Von einer Krisensitzung am vergangen Mittwochabend war die Rede - anschließend verabschiedete sich nahezu der gesamte Vorstand und ging über das verlängerte Wochenende auf Tauchstation.

Ganz tief sogar, denn einer Stellungnahme verweigerte sich gestern nahezu die komplette Vorstandsmannschaft, als sich für FuPa Gerüchte von einer abermals drohenden Insolvenz immer mehr verdichteten. Einzig Gerhard Bettermann (Vorstand für Marketing und Organisation) hielt tapfer die Stellung und übte sich in gequälten Dementis: „Nach meinem Kenntnisstand, also mit Stand heute, wird es morgen keinen Insolvenzantrag geben.“

Und zur Krisensitzung vom Mittwoch fügte er noch an: „Das war eine ganz normale, turnusmäßige Vorstandssitzung.“ War es aber offensichtlich nicht, denn bereits einen Tag zuvor, also am letzten Dienstag, hatte der Sportfreunde-Vorstand nach FuPa-Informationen einen Gesprächstermin bei einer Anwaltskanzlei in Köln. Und nun raten Sie mal, bei welcher: Dr. Christoph Niering, Spezialist für Insolvenzverfahren, der die Siegener bereits ab Sommer 2008 durch das erste Insolvenzverfahren, begleitete, nahm sich offenbar noch einmal Zeit für die Gäste aus Siegen.

Damals stiegen die Siegener zwangsweise aus der 3. Liga in die neugeschaffene NRW-Liga (Oberliga) ab. Niering hat bereits Fortuna Köln, den 1. FC Kleve und aktuell die Aachener Alemannia durch die Insolvenz begleitet. Ob er im Falle einer Beantragung erneut vom Amtsgericht bestellt würde, wird man aber sehen müssen.

Nach FuPa-Informationen hat sich die wirtschaftliche Lage der Siegener in diesem Jahr weiter verschlechtert. Wie der Verein offen zugab, fehlten am Saisonende 300 000 Euro. Dem Vernehmen nach hat ein Gönner diesen abermaligen Engpass mit einem Darlehen überbrückt. Die Schulden bleiben aber dadurch. Für die neue Saison in der Oberliga plant der Verein mit einem Etat von 650 000 bis 680 000 Euro. Doch stehen diesen Kosten aktuell nur gesicherte Einnahmen von 330 000 Euro gegenüber - eine neue heftige Lücke von über 300 000 Euro droht also. Das Fass zum Überlaufen brachte nun wohl aber das von einem Kunden eingeleitete Mahnverfahren - angeblich wartet dieser Dienstleister noch auf rund 50 000 Euro!

Auch hinter der sportlichen Zukunft standen in den letzten Wochen große Fragezeichen. Viele Spieler haben den Verein verlassen, geholt wurden bislang ehemalige Jugendspieler. Zuletzt verließ der Weidenauer Til Bauman das sinkende Schiff, auch Torhüter Dominik Poremba, der aktuell die Folgen einer schweren Knieverletzung auskuriert, hat keinen Vertrag mehr bekommen. Von Trainer Thorsten Seibert hört man gar nichts mehr, sein Stellvertreter Dominik Dapprich hat die Vorbereitungsplanung übernommen. Der Sportliche Leiter Daniel Steuernagel indes hat mit dem Erwerb der Fußball-Lehrer-Lizenz begonnen und sich vom Schuldienst beurlauben lassen.

Was aber wird nun passieren? Offenbar soll die Insolvenz nur für die Spielbetriebs-GmbH beantragt werden. Der Verein bliebe dann „verschont“. Allerdings fielen unter eine Insolvenz nicht nur alle Angestellten bis hin zum Ex-Trainer Ottmar Griffel, der noch bis 2019 entlohnt werden muss, sondern auch alle Angestellten und die Verträge der 1. Mannschaft. Ob dann noch Oberliga-Fußball in der kommenden Saison in Siegen geben kann - wer weiß? Ach ja, doch: In Kaan-Marienborn ...

 
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