Herbert Zanker und Oliver Unsöld übernahmen. Das war noch in der Regionalliga. Am Saisonende stieg der SSV Ulm 1846 Fußball ab und der Verein war insolvent. Zanker musste gehen, Unsöld wurde in die Jugendarbeit eingebunden. Neuer Trainer für die erste Spatzengarde, die nun in der Oberliga neu begann, wurde Stephan Baierl. Der 38-Jährige hatte gerade einen siebenmonatigen Trainerjob hinter sich - beim SC Pfullendorf. Am Samstag gibt es ein Wiedersehen, denn die Spatzen treten um 15 Uhr beim SCP an und wollen, nachdem das Hinspiel im September 2014 in Ulm 2:2 endete, endlich mal wieder gegen den SC Pfullendorf gewinnen.
Auf Geld verzichtet
Stephan Baierl hat noch gute Beziehungen zum Ex-Verein. Er hatte den SCP nicht vor dem Abstieg retten können und löste im Mai 2014 seinen Vertrag auf, der bis 30. Juni dieses Jahres gedauert hätte. Er sah, dass er mit seiner Fußballphilosophie in Pfullendorf nicht weiterkam. "Ich habe damals auf jedes Geld verzichtet", erklärt Baierl, der dann entschied, den Spatzen zu helfen.
Bisher ging das ganz gut, auch wenn das Team zuletzt eine 0:3-Pleite gegen Ravensburg erlebte. Schlechter als Ulm (7./35 Punkte) steht der SCP. Nach dem 1:1 am Mittwoch daheim gegen den SSV Reutlingen nimmt er mit 26 Zählern Rang zwölf ein. Aber Baierl, der die Partie zwischen dem SCP und Reutlingen verfolgte, nimmt den Gegner sehr ernst, vor allem in Erinnerung an das Spiel gegen Ravensburg. Der SC Pfullendorf habe eine ähnliche Spielanlage, dazu komme, dass dessen Platz "eine einzige Katastrophe" sei: "Da springt der Ball pingpongmäßig. Das wird ein ekliges Spiel."
Deshalb, aber auch um weniger anfällig bei Standards zu sein, die den Ulmern schon oft das Genick brachen, werden die Spatzen ihr System etwas ändern. "Wir spielen jetzt teils mit Raum- und teils mit Manndeckung", verrät Baierl. Außerdem müsse das Team etwas von der aufs Spielerische ausgerichteten Linie abweichen.
Das könnte Auswirkungen auf die Aufstellung haben. Johannes Ludmann, den Baierl wie Max Bachl-Staudinger, Benjamin Sturm und Bastian Heidecker - Torhüter Holger Betz bleibt sicher - gerne über die Saison hinaus behalten möchte, spielt wohl wieder rechts hinten und Robert Henning rechts außen. Eventuell bildet Serdar Özkaya eine zweite Spitze neben David Braig