
FuPa: Sammy, du hast dich dem VfL Frohnlach angeschlossen. So langsam hast du die ganzen Nord-Klubs abgeklappert. Im Vorjahr bist du nach einem Herschlag-Klassenerhalt von den Hofer Bayern zur SpVgg Bayreuth gewechselt. Ein Jahr später sind die Hofer als Vizemeister in die neue Regionalliga Bayern aufgestiegen. Hast du mit einer solchen Entwicklung gerechnet?
Daniel Sam (28): Damit gerechnet nicht unbedingt, aber die positive Entwicklung hat sich schon in der Rückrunde der Saison 2010/11 abgezeichnet. Die Entwicklung war sinnbildlich für das, was in der vergangenen Spielzeit passiert ist. Wichtig war, dass die Achse Florian Ascherl / Daniel Felgenhauer den Hofern erhalten geblieben ist. Mit Norbert Schlegel arbeitet zudem ein überragender Trainer bei den "Bayern". Endlich ist das passiert, worauf in Hof so viele gewartet haben. Wenn die Linie beibehalten wird, kann in Hof noch einiges erreicht werden. Vielleicht gelingt ihnen ja mittelfristig sogar der Sprung in die dritte Liga, was ich für nicht ausgeschlossen halte.
Du hast die positive Entwicklung während der Rückrunde 10/11 erkannt, und bist trotzdem zum großen Rivalen nach Bayreuth gewechselt. Ärgert dich das im Nachhinein?
Es ist sehr schade, dass ich da nicht dabei war. Aber aus beruflichen Gründen musste ich die SpVgg Bayern Hof im vorigen Sommer leider in Richtung SpVgg Bayreuth verlassen. Aber wir sehen uns ja in der kommenden Saison in der Regionalliga Bayern wieder. Da treffe ich einige alte Bekannte.
Du hast in der gerade abgeschlossenen Saison für die Altstadt gespielt. Ihr habt die angepeilte Qualifikation für die Regionalliga Bayern verpasst. Zu wenig für Bayreuth?
Ich will keine schmutzige Wäsche waschen, so viel Waschpulver könnte ich auch gar nicht auftreiben. Aber die Öffentlichkeit hat ja einiges erfahren, warum es nicht nach Wunsch gelaufen ist. Ich habe nun die ganzen Interna miterlebt. Die Außendarstellung war teilweise vogelwild. Und das, was da intern passiert ist, kann ich gar nicht schildern. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Mehr will ich dazu nicht sagen. Nur eines: Mir ist klar, warum es sportlich in Bayreuth in den letzten Jahren bergab gegangen ist.
Nun also der nächste Wechsel und zwar wieder zu einem der namhaften Vereine in Oberfranken. Warum nun gerade der VfL Frohnlach?
Seit Jahresanfang wohne ich mit meiner Freundin im Coburger Stadtteil Dörfles-Esbach. Das liegt nur fünf Kilometer von Frohnlach entfernt. Weil ich als Telekommunikations-Techniker von zu Hause aus arbeite, ist Frohnlach für mich optimal. Zudem passt dort das Gesamtpaket und die sportliche Herausforderung ist groß. Zudem ist der VfL Frohnlach ein Verein, bei dem alles in geordneten Bahnen verläuft. Hier wird die Mannschaft auch nicht gleich kaputt geschrieben, wenn mal zwei Spiele hintereinander verloren werden. Der Aufwand für mich in Bayreuth war doch ziemlich hoch. Nun spiele ich noch eine Klasse höher und habe hier einen sehr guten ersten Eindruck.
Neue Saison, neue Liga. Wie wird sich der VfL Frohnlach in der neuen Umgebung zurechtfinden?
Das ist schwer zu prognostizieren. Wahrscheinlich werden alle erstmal versuchen, tief zu stapeln (lacht). Ich freue mich besonders, dass ich Teil einer funktionierenden Mannschaft sein kann. Wir müssen versuchen, uns möglichst schnell in der Regionalliga zurechtzufinden. Es wird sicher keine leichte Saison mit starker Konkurrenz. Aber ich hoffe, dass wir zwischen Platz acht und 15 landen können und den Klassenerhalt schaffen. Das wäre in der Premierensaison sicher ein gutes Ergebnis.