Die Nachricht brach völlig überraschend über die Verantwortlichen des VfB Straubing und die Spielerinnen des Bayernliga-Teams herein: Silke Raml ist im Jahr des größten sportlichen Erfolgs mit Wirkung vom 20. November von ihrem Amt als Trainerin zurückgetreten.
Wenige Tage nach dem Abteilungsleiter hat sie ihre Mannschaft nach der Niederlage bei der SpVgg Kaufbeuren über ihre Entscheidung informiert.
Die Verantwortlichen und die Spielerinnen des VfB Straubing reagierten geschockt auf Silke Ramls unerwarteten Rücktritt, respektieren jedoch ihre Entscheidung, wenn auch mit großem Bedauern.
Als Grund für ihren plötzlichen Rücktritt gab die 36-jährige vor allem die hohe zeitliche Parallelbeanspruchung durch Beruf, Funktionärstätigkeit im Bayerischen Fußballverband und dem Traineramt an, die nicht mehr mit ihren eigenen Ansprüchen an einen Übungsleiter in Einklang zu bringen sei: „Wenn ich meinen Spielerinnen alles abverlange, muss ich auch selbst bereit sein, alles zu geben. Wenn ich meine Spielerinnen motivieren will, muss ich selbst hundertprozentig motiviert sein. Gerade das gelingt mir in den letzten Wochen und Monaten aufgrund der Mehrfachbelastung aber nicht mehr.“
Darüber hinaus seien bei ihr in absehbarer Zeit berufliche Veränderungen möglich, die ein Engagement, wie es in der Bayernliga für einen Trainer erforderlich wäre, ohnehin nicht mehr erlaubten. Daher habe sie sich entschlossen, ihr Amt nach dem Abschluss der Freiluftsaison niederzulegen und nicht kurzfristig im laufenden Spielbetrieb.
Die Bilanz von Silke Raml als Spielerin und Trainerin beim VfB Straubing ist beachtlich:
In der Saison 2008/2009 wurde sie als Spielerin Niederbayerischer Meister und stieg mit der Mannschaft in die Landesliga auf, die sie zunächst als Spielertrainerin übernahm und für zweieinhalb Jahre gemeinsam mit Gabriele Rösler betreute.
Immer voller Einsatz, als Spielerin wie als Trainerin - Silke Raml beim VfB Straubing (Foto: Matthias Meyer)
Der Vorstand und die Spielerinnen des VfB Straubing danken Silke Raml für ihre hochprofessionelle und überaus erfolgreiche Arbeit für den Verein in den letzten Jahren, dessen bayernweite Anerkennung im Frauenfußball untrennbar mit ihrem Namen verbunden bleiben wird.
Mit Freude wurde die Nachricht aufgenommen, dass sie dem VfB Straubing als Spielerin erhalten bleibt und der Frauenabteilung auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen wird.
Für das Bayernligateam wird trotz des kurzfristigen Rücktritts keine trainerlose Zeit entstehen. Abteilungsleiter Matthias Meyer steht in Verhandlungen mit mehreren namenhaften potenziellen Nachfolgern und wird in der kommenden Woche den neuen Übungsleiter bekannt geben.




