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Dienstag 18.04.17 15:39 Uhr|Autor: Holger Bär
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Vor vielen Jahren in Sandersdorf beim Training, später bei der SG Ramsin und heute für den SVM 99 in der Oberliga- Abdel Aziz El Gourmat/li. (FOTO: Holger Bär)

Zu wenig um etwas Zählbares mitzunehmen

Union Sandersdorf unterliegt am Ostersonntag in Merseburg

Fröhlich vier Siege hintereinander gefeiert, und plötzlich schnell mal wieder zwei Matches in Folge verloren. „So schnell kann´s gehen“, musste man bei der SG Union Sandersdorf jüngst realisieren. Das letzte heimische 1:4 gegen einen sehr starken Tabellenführer BSG Chemie Leipzig konnte man einordnen. Dass sich die Sandersdorfer folglich an einem ob des Termins „ungeliebten“ Ostersonntag im Merseburger Stadtstadion so den Dingen ergaben und gegen einen agilen Aufsteiger SV Merseburg 99 letztlich mit 1:2 den kürzeren zogen, darüber wird Trainer Mike Sadlo mit seinen Männern ausführlich zu reden haben. Man hatte sich etwas vorgenommen. Hinzu kam, dass von 180 Zuschauern bei kühlem Aprilwetter ein sehr großer Teil aus Sandersdorf angereist war und den Unionern die Daumen drückte.



Doch das war bis zum 0:2- Rückstand im ehemaligen Stadion der Bunawerker so rein gar nichts, was die Sandersdorfer dort vermochten auf´s Grün zu bringen. Man sah eigentlich nur dem SVM 99 an, dass dieser- wenn schon an solch unsäglichem Feiertag gekickt werden musste- dann auch etwas Zählbares einfahren möchte. Bei Union schaute man der Sache so zu, reagierte lange Zeit nur, anstelle selber Akzente zu setzen. „Hier war irgendwie keiner bereit, mal einen Weg umsonst zu gehen oder für den anderen zu laufen“, brachte es Co- Trainer Michael Stelzl im Nachgang auf den Punkt. Und dabei bot sich den Sandersdorfern nach einer schwachen eigenen ersten Hälfte die Option, es im zweiten Durchgang besser zu machen. Denn Gastgeber Merseburg konnte dank eines wiederum starken Tom Niclas Hermann im Uniontor aus der eigenen spielerischen Überlegenheit- gepaart mit den vorhandenen Chancen- lange kein Kapital schlagen. Bereits nach einer Viertelstunde lenkte Hermann gegen früh pressende Gastgeber einen Ball vom Griechen Stylianos Naka mit letzten Mitteln zum Eckstoß.

Union Sandersdorf trat in der ersten Spielhälfte offensiv so gut wie gar nicht in Erscheinung. In der 37. Minute eröffnete Merseburgs Melvin Gohlke über seine rechte Seite. Hielt Hermann erneut, so brachte Lukas Stagge die Kugel von außen wiederum in die Gefahrenzone, von wo aus der mit Dimitrios Komnos zweite Merseburger Grieche das Spielgerät über das Uniongehäuse jagte. Sandersdorfs Litauer Vilius Jankunas musste durch ein nicht einmal per Freistoß geahndetes Foul im Mittelfeld verletzt runter (42.). Nach torlosem Pausentee war es dann soweit. Sandersdorf versuchte am Spiel teilzunehmen und bekam einmal über den rechten und einmal über den linken Merseburger Flügel die Quittung. Die erste Flanke köpfte der vom Halleschen FC gekommene Stagge völlig frei unhaltbar ein (1:0/61.). Sandersdorf musste nun gezwungen offensiver werden. Merseburgs eingewechselte Ronny Schwerdtfeger ließ das 2:0 noch liegen (64.), denn wieder behielt Unionkeeper Hermann die Oberhand. Dieses bereitete dafür der einstige Ramsiner Abdel Aziz El Gourmat sehr sehenswert über links vor. Bis zur Grundlinie durchgesetzt, hatte Naka im Zentrum kein Problem, die Eingabe des Marokkaners zu verwerten (2:0/70.). Nun sah alles nach einer Sandersdorfer Niederlage aus. Doch analog des Hinspiels besann sich die Sadlo- Elf auf die eigenen Tugenden, wurde plötzlich offensiv und konnte auch die Platzherren beeindrucken. „Spielt wieder Fußball“, forderte mit Martin Fiebiger der SVM- Abwehrchef und Kopf der Truppe plötzlich laustark seine Mitstreiter auf. Doch Sandersdorf tauchte nun erfolgversprechend im Sechzehner der 99er auf. Moritz Alickes erste Einschusschance vereitelte Josip Jokanovic im SVM- Tor noch (74.). Der Kroate hielt den Ball per Fuß mit dem Reflex eines Handballtorwarts. Dann jedoch traf Alicke unter´s Gebälk, nachdem Dan Lochmann die Kugel von links präzise Richtung langem Pfosten servierte (2:1/76.).


Das österliche Erwachen kam deutlich zu spät für Union Sandersdorf (schwarz), und sollte demnach nur zum 1:2- Anschluss reichen (FOTO: Holger Bär)

Plötzlich schien der Bann gebrochen und Sandersdorf vollwertiges Mitglied der Fußballfamilie. Man spielte nun offensiv gegen die kleine Merseburger Südosteuropaauswahl und machte das stellenweise nicht so schlecht. Zu spät erwacht, wollte den Gästen der Ausgleich jedoch analog des Hinspiels nicht mehr gelingen. Dieser wäre auch aufgrund von zwei Dritteln des Spielverlaufs an diesem Tag nicht verdient gewesen. Denn man trat einfach über lange Zeit zu scheu und unmotiviert in der Dom- und Hochschulstadt auf.

Den nächsten Versuch können die Sandersdorfer am kommenden Samstag im heimischen Stadion unternehmen. Ohne den gelbgesperrten Dan Lochmann lastet gegen den VFC Plauen dann die offensive Verantwortung auf anderen Schultern, wenn der Ball im Sport- und Freizeitzentrum gegen 14:00 Uhr rollt.

 
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