
"Die Schlappe in Schönbrunn war unnötig. Wir konnten unsere Chancen nicht verwerten und auf kleinen Plätzen haben wir immer wieder unsere Probleme", ärgerte sich SV-Trainer Fred Schwankl. Der 47-jährige zählte in seiner aktiven Zeit zu den Ausnahmefußballern im Bayerischen Wald und spielte u.a. beim damaligen Bayernligisten SpVgg Plattling. Seit dreieinhalb Jahren coacht das Schöfweger Eigengewächs die erste Herrenmannschaft und ist maßgeblich am SV-Höhenflug beteiligt. "Unsere Talente, die allesamt im höherklassigen Juniorenbereich spielten, taten sich zusammen und kehrten zurück. Die einzige Bedingung war, dass ich Trainer werde", erinnert sich der ehemalige Supertechniker, der unter diesen Voraussetzungen nicht Nein sagen konnte und wollte.
"Ich habe meine Zusage nicht bereut", schmunzelt Schwankl, der als geselliger Typ bekannt ist. Kameradschaft und Zusammenhalt sind Tugenden, die das Vereinsgeschehen beim SV Schöfweg maßgebend prägen. Nach dem souveränen Aufstieg 2009 erreichten man in der Kreisklasse zunächst einen vierten, dann einen dritten Platz. "Uns fehlte in vergangenen beiden Spielzeiten einfach ein richtiger Leitwolf zum ganz großen Coup", analysiert der Schöfweger Coach. Mit Ex-Profi Michael Miedl (31) und dem langjährigen Zentinger Spielertrainer Waldemar Aulinger (33) kehrten im Sommer zwei weitere Eigengewächse zurück, die die jungen Talente eindrucksvoll führten. "Die Transfers von Michael und Waldemar waren natürlich für uns zwei absolute Glücksfälle. Die beiden sind nicht nur sportlich, sondern auch menschlich top", schwärmt Schwankl von den beiden Routiniers, die in dieser Runde insgesamt schon 23 Treffer für ihren Heimatverein erzielten.
Im Frühjahr wollen die offensivstarken Schöfweger um Toptorjäger und Trainersohn Christian Schwankl, der schon 19mal einnetzen konnte, den ersehnten Aufstieg unter Dach und Fach bringen. "Alles andere wäre eine Riesenenttäuschung", sagt Trainer Schwankl, der aber weiß, woran das "Projekt" Kreisliga noch scheitern kann. "Wir haben nur 14 qualitativ gute Spieler für unsere Erste. Mein Sohn Manuel fällt mit einem Kreuzbandriss wohl noch die komplette Rückrunde aus. Passieren darf nicht viel, sonst könnten wir noch ernsthafte Probleme bekommen." Allerdings hat der Tabellenführer schon zweimal gegen sein ärgsten Verfolger Schönbrunn und Frauenau gespielt, die sich im Frühjahr noch im direkten Duell gegenüberstehen. "Wir haben alles selbst in der Hand", weiß Übungsleiter Schwankl, der im Aufstiegsfall wohl noch ein Jahr dranhängen wird. "Ich wollte ursprünglich aufhören. Aber wenn wir aufsteigen, dann kann ich das fast nicht tun." Im Kreisoberhaus müssten aber personelle Verstärkungen her. "Die Anforderungen in der Kreisliga sind wieder wesentlich höher. Zwei, drei neue Spieler wären dann schon notwendig", meint der SV-Chefanweiser.