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Schnüdel vs. Gallier - die Vierte

Überzeugte Schweinfurter, hungrige Großbardorfer und die Extraportion Motivation

von Dirk Meier · 17.11.2011, 14:02 Uhr · 0 Leser
Wladi Slintchenko (li.) beim Saison-Derby #1 gegen Bardorfs Simon Heim. F: Horling
Wladi Slintchenko (li.) beim Saison-Derby #1 gegen Bardorfs Simon Heim. F: Horling

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Immer wieder spannend sind sie, die Derbys. Das gilt insbesondere für Nachbarschaftstreffen in Unterfranken und ganz besonders für die Begegnung zwischen dem 1. FC Schweinfurt 05 und dem TSV Großbardorf. Auch wenn diese beiden Teams bereits zum vierten Mal in dieser Saison die Klingen kreuzen. In der Meisterschaft behielten die Gallier im Hinspiel mit 1:0 die Oberhand. Gewissermaßen zweimal stand man sich im bayerischen Toto-Pokal im Schweinfurter Willy-Sachs-Stadion gegenüber. Die Folge: einmal Spielabbruch, einmal X:0-Spielumwertung.

Wer an dieses Derby denkt, dem fällt aus der jüngsten Vergangenheit zuerst der 4. Oktober 2011 ein und damit der Spielabbruch nach einer schweren Verletzung von TSV-Keeper Klaus Freisinger beim Stand von 1:0 für Schweinfurt in der 20. Minute. Zum Glück hat sich der Tormann wieder bestens erholt, zeigte am vorigen Wochenende beim 1:0-Sieg gegen den TSV Aindling gleich eine tolle Partie und kann damit also auch am Samstag an eben jener Unglücksstelle im Schweinfurter Stadion erneut zwischen den Pfosten stehen. "Ich gehe davon aus, dass Klaus spielen wird. Ich habe jedenfalls nichts Gegenteiliges gehört", sagt Gerhard Schüler, der Sportliche Leiter beim TSV Großbardorf. Schüler hofft indes, dass die Gallier an das 1:0 im Hinspiel anknüpfen können: "Wir haben bewiesen, dass wir gegen Schweinfurt gewinnen können. Das wollen wir nun am Samstag noch einmal wiederholen."
Das Pokalmatch musste also wiederholt werden. In der Neuauflage des Achtelfinales stand es nach 90 Minuten 1:1. Im Elfmeterschießen behielten die Schweinfurter mit 5:3 die Oberhand. Doch die Schnüdel hatten einen folgeschweren Fehler begangen. Im Achtelfinale, so das Reglement, hat die beim BFV einzureichende Spielerliste immer noch Gültigkeit. Auf dieser fehlte bei den Gastgebern aber der eingewechselte Florian Galuschka. Der Angreifer war erst im Saisonverlauf reaktiviert worden, stand bei Meldeschluss also noch nicht im Schweinfurter Kader. Das Sportgericht wertete die Partie daher ordnungsgemäß um und nun stehen die Gallier im Viertelfinale des Toto-Pokals: Eine große Schmach für den Traditionsklub aus Schweinfurt.

Mauder: Pokalspiel-Sieg sollte uns Mut machen.

"Dieser Fauxpas im Pokal sollte bei uns nun eine Extraportion Motivation im Derby freisetzen", sagt Rüdiger "Mambo" Mauder, der als Sportlicher Leiter und Co-Trainer bei den Schweinfurtern fungiert. Mauder weiß aber auch um die schwierige Gesamtsituation des 1. FC Schweinfurt 05: "Abgeschrieben haben wir die Regionalliga Bayern noch auf gar keinen Fall. Aber wir wollen bis zum Winter noch punkten und wollen dann in der Vorbereitung im neuen Jahr richtig Gas geben und Defizite abarbeiten. Wir haben Vertrauen in die Mannschaft." Um gegen den TSV Großbardorf zu bestehen, wird sich jeder reinhängen: "Auf so ein Derby freut sich doch jeder. Wenn wir unsere Leistung aus dem Spiel beim VfL Frohnlach konservieren können, dann ist gegen den TSV Großbardorf sicher etwas möglich", hofft Mauder auf den rein sportlich gesehen dritten Heimsieg, denn: "Das Pokalspiel hatten wir ja eigentlich gewonnen. Das sollte jedem Spieler Mut geben. Wir können gegen den TSV Großbardorf auf jeden Fall bestehen." Der FC05 hängt auf dem vorletzten Tabellenplatz fest und benötigt dringend einen Dreier, um sich noch für die Relegationsspiele zur Regionalliga Bayern qualifizieren zu können. Dann und nur dann könnte es im Juni - bestimmte Eventualitäten vorausgesetzt - sogar nochmal zwei entscheidende Auflagen dieses ewig jungen Derbys geben. Am Samstag haben solche Gedankenspiele aber erstmal Pause und der Fokus liegt zum "vierten" Mal auf dem grünen Rasen. Gewissermaßen.