
Ex-Spieler: Einstellungssache
Da die aktuellen Eintracht-Spieler auf direktem Weg nichts sagen dürfen, hat der TV bei einem Ex-Spieler nachgehört. "Einstellung, Zusammenhalt, Geschlossenheit - in dieser Saison hat man noch nicht das Gefühl, dass dies die Mannschaft auszeichnet. In der vergangenen Saison war es ein Glücksgriff, dass wir so schnell zu einer Einheit gefunden haben", sagt Mario Müller, der im Sommer zum 1. FC Saarbrücken gewechselt ist. Denn auch das gehört zu Wahrheit: Im Transfersommer 2015 haben Semar und Rubeck ein glückliches Händchen bewiesen. Im Sommer 2016 ist ihnen das - Stand jetzt - abhandengekommen. Die Chemie passt (noch) nicht. Müller: "Peter Rubeck polarisiert. Die einen schwärmen von ihm, andere empfinden ihn als sehr speziell. Er lebt vor, immer das Maximum rausholen zu wollen. Die neuen Jungs müssen so schnell wie möglich lernen, mit seinem Stil umzugehen und sich auf ihn einzustellen."
Eine andere Frage ist, inwieweit der Kader den Wünschen des Trainers entspricht. Es ist verbrieft, dass Rubeck - im Gegensatz zu Semar - den nach Mannheim abgewanderten Stürmer Benedikt Koep wohl gerne gehalten hätte. Dass dessen Vertrag nicht verlängert wurde, hatte auch im Spielerkreis zu Nase rümpfen geführt. Auch mit Christopher Spang und Christoph Buchner hätte Rubeck grundsätzlich gerne weiter zusammengearbeitet.
Bei der Analyse der Situation darf indes nicht übersehen werden, dass die Eintracht in manchen der bisherigen Saisonspiele auch eine gehörige Portion Pech hatte - vor allem in Person von Patrick Lienhard. In Steinbach vergab er kurz nach der Pause aus wenigen Metern die große Chance zur Führung. Zuvor in Ulm hatte er das mögliche 2:0 auf dem Fuß. Beim 0:0 gegen Homburg scheiterte er an der Latte. Trifft er in allen drei Fällen, wäre Triers Punkteausbeute wahrscheinlich ansehnlicher, als sie jetzt ist.
Ein Klassiker, auch in Trier
„We call it a Klassiker”, würde Franz Beckenbauer sagen. Alles schon mal da gewesen. In gleicher oder abgewandelter Form. Landauf, landab, in den hohen und niedrigeren Fußball-Spielklassen. Wenn’s bei einem Verein nicht läuft und Dinge auch nur im leisesten Anflug medial kritisch hinterfragt werden, kommt die Keule: Presseboykott – mal komplett, mal abgeschwächt! Da macht Eintracht Trier in diesen Tagen keine Ausnahme. Die Order, vorgegeben von Vorstandsmitglied Roman Gottschalk und vom sportlichen Leiter Heiner Semar: Statements des SVE, inklusive des Trainers und der Mannschaft, gibt’s bis auf weiteres nur noch schriftlich. Man könnte auch Zensur dazu sagen.
So macht der Verein eine weitere Baustelle auf. Angesichts der sportlichen Krise gibt es aber wahrlich wichtigere, die es schleunigst zu schließen gilt.
m.blahak@volksfreund.de