
Die Partie hätte allerdings durchaus auch 2:1 für die Oberkasseler enden können, denn die Zuschauer bekamen drei Aluminiumtreffer zu sehen. Zunächst tauchte dabei Kevin von Goufein in der 39. Spielminute allein vor SC-Keeper Kevin Koch auf, setzte den Ball jedoch nur an den linken Pfosten.
Marvin Rossow tat es ihm darauf wenige Minuten später nach und setzte den Kuriositäten in der 74. Minute sogar noch die Krone auf. Diesmal prallte sein Geschoss von der Unterkante der Latte ab. SC-Torjäger Marco Lüttgen, der sich mit elf Saisontreffern noch berechtigte Hoffnung auf den Gewinn der Torjäger-Kanone machen darf, blieb trotz größter Bemühungen ebenfalls ein Treffer verwehrt.
Auf diese Weise fand die – nach Spielanteilen – ausgeglichene Begegnung nach 90 Minuten keinen Sieger. TSV-Coach Michael Kirschner, dessen Team nach dem 0:0 weiterhin nur knapp vor der Abstiegszone rangiert, sprach daher von einem "gerechten Ergebnis".
Sein Gegenüber Harald Becker stimmte ihm zu, stellte jedoch schnell das Pokalspiel gegen die SG Unterrath am Mittwoch in den Fokus. Dabei könnte in der entscheidenden Partie um den Einzug in den Niederrheinpokal erstaunlicherweise eine stark veränderte Mannschaft das Vertrauen genießen. "Ich überlege, nur die Spieler auflaufen zu lassen, die noch über die Saison hinaus für den SC West spielen werden", ließ er wissen.
Derweil vermochte es der VfL Benrath nicht, die beachtliche Erfolgsserie seines Lokalrivalen VfB Hilden zu beenden und verlor 0:1. Dabei schienen die Hausherren sich über weite Strecken genau der richtigen Mittel zu bedienen, um den aktuellen Tabellenführer zu ärgern. So wurden sämtliche Angriffsbemühungen der Hildener vorzeitig im Keim erstickt.
Drei Schrecksekunden musste VfL-Trainer Olaf Faßbender dennoch überstehen, bevor das Übel seinen Lauf nahm: Fabian Andree, Jannik Weber und Marcel Bastians (alle Hilden) scheiterten mit ihren Schussversuchen am Aluminium. Die spielentscheidende Situation ereignete sich dann in der 81. Minute. Nach einer Hildener Ecke kam Denis Hauswald zum Kopfball. Es ertönte ein Pfiff, und der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Bei Faßbender herrschte anschließend Fassungslosigkeit: "Ich kann die Situation nicht beurteilen, weiß gar nicht, was passiert ist. Aber es ist brutal, dass mein Team durch diese fragwürdige Entscheidung um den Lohn gebracht wurde", monierte der Coach.
Anscheinend hatte sich ein Benrather Akteur bei seinem Gegenspieler aufgestützt. Jannik Weber verwandelte den fälligen Strafstoß des Spitzenreiters, der nun seit 17 Spielen in Folge ohne Niederlage blieb und damit beste Aussichten auf den Aufstieg hat.
Nach einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden beim Tabellendritten 1. FC Mönchengladbach dürfen die Verantwortlichen von Turus Zweitvertretung bereits die Planungen für die kommende Saison in Angriff nehmen: Drei Spieltage vor Saisonende haben die Oberbilker zehn Punkte Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsplatz. Für den Gegner aus Mönchengladbach, der mit einem Sieg noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen wollte, war die Punkteteilung indes zu wenig, um Druck nach oben auszuüben.
Turus Trainer Thomas Bahr musste seine Mannschaft verletzungsbedingt auf drei Postionen gegenüber den jüngsten Spielen umstellen. Dies wirkte sich vor allem in der ersten Halbzeit auf den Spielverlauf aus. Die Gastgeber nahmen von Beginn an das Zepter in die Hand und setzten Turu unter Druck. Der erneut starke Schlussmann Sebastian Semper hielt seine Mannschaft jedoch im Spiel.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Oberbilker deutlich entschlossener und gingen nach einem Seitfallzieher von Sascha Hofrath verdient in Führung. Kurz darauf glichen die Mönchengladbacher nach einer Ecke aus und bescherten Turu das erste Gegentor seit 437 Minuten.
"Die Jungs, die größtenteils ihre erste Saison in der Landesliga absolviert haben, können stolz auf das Erreichte sein", freute sich Bahr.