Samstag 02.10.10 11:17 Uhr
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BFV-Präsident und DFB-Vize Dr. Rainer Koch. F: Dirk Meier
Autor: Dirk Meier          Allgemeines      1.731 Aufrufe

Rückwechseln mit FIFA-Statuten vereinbar

BFV-Präsident Dr. Koch widerlegt anderslautende Medienberichte

Das im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) in diesem Sommer eingeführte Rückwechseln in den unteren Spielklassen hinauf bis einschließlich zur Kreisliga ist rechtens. Das haben der Vorsitzende des Verbandsschiedsrichterausschusses des BFV, Rudi Stark aus Landshut, sowie BFV-Präsident Dr. Rainer Koch gegenüber FuPa bestätigt.

 

Der ehemalige Bundesliga-Referee Rudi Kremsreiter (80) aus Passau hatte das Gegenteil behauptet und seine Meinung dem DFB kundgetan. Fest steht aber: Der Paragraf 4 a in der Spielordnung des DFB lässt es zu, dass Landesverbände eigene Regeln erlassen können. Mit den FIFA-Regeln kollidiert diese Neuerung nicht.

Dr. Rainer Koch, Präsident des BFV und Vizepräsident des DFB, sieht die Sache so: "Der Bayerische Fußball-Verband geht keinen neuen Weg, das ist keine bayerische Besonderheit. Wir machen nur von einer Regelung Gebrauch, die seit Jahren in anderen Landesverbänden bereits erfolgreich angewendet wird." Seit mehreren Saisons wird das Rückwechseln in Schleswig-Holstein praktiziert. Koch zu diesem Thema weiter: "Übrigens haben wir bisher nur positive Erfahrungen gemacht." Den Einwand von Kremsreiter, der BFV verstoße gegen geltende FIFA-Regeln, lässt Dr. Koch auch nicht zu: "Es handelt sich hier um Basisfußball." Somit berühre das die Statuten der FIFA nicht.

"Es handelt sich hier um Basisfußball."


Auch Regelexperte Manfred Kranzfelder, Lehrwart im Verbandsschiedsrichterausschuss des BFV, sieht keine Problematik: "Das Rückwechseln ist zulässig. Das steht so in den Durchführungsbestimmungen beim DFB." In die gleiche Kerbe schlägt auch Bayerns oberster Schiedsrichter Rudi Stark: "Tatsache ist, dass der Paragraf 4 a der Spielordnung diese Regelung ausdrücklich ermöglicht. Den Landesverbänden ist es gestattet eigene Bestimmungen einzuführen. Das ist hier geschehen."
Rudi Kremsreiter aus Passau, der als Schiedsrichter ein Bundesliga-Spiel geleitet hat, wurde am Samstag in der Ausgabe der Passauer Neuen Presse dahin gehend zitiert, dass der BFV gegen geltendes FIFA-Recht verstößt. "Mit der Einführung des Rückwechselns setzt man sich über die FIFA-Regeln hinweg", hatte Kremsreiter gegenüber der PNP gesagt. Dieses habe Kremsreiter in einem Brief an den DFB mitgeteilt. Inzwischen haben DFB und BFV darauf reagiert und Kremsreiter schriftlich davon in Kenntnis gesetzt, dass er sich irre. Das Rückwechseln bleibt damit weiter möglich.
Auch dessen Kritik, dass dadurch Spielzeit verloren gehe, lassen die Verantwortlichen beim BFV nicht gelten: "Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters. Wenn zu oft gewechselt wird, dann kann der Schiedsrichter das unterbinden", so Obmann Stark. Bisher habe es noch keine Probleme mit dieser neuen Regel gegeben. Im Gegenteil: "Die Erfahrungen sind sehr gut", verteidigt BFV-Präsident Dr. Koch die Einführung dieser Regelung.  
 



Auszug aus der DFB-Spielordnung:

§ 4 a
Mannschaftsstärke und Spielerwechsel
Die DFB-Mitgliedsverbände können Regelungen für Meisterschaftsrunden erlassen, an denen Mannschaften mit unterschiedlicher Spielerzahl teilnehmen. Die Mannschaftsstärke liegt bei mindestens sieben und maximal elf Spielern. Die DFB-Mitgliedsverbände können für untere Spielklassen Regelungen für den Pflicht- und Freundschaftsspielbetrieb erlassen, die ein wiederholtes Ein- und Auswechseln von Spielern gestatten.