Landesliga-Neuling muss am Mittwoch beim TSV Wachtendonk-Wankum punkten, um nicht auf einem Abstiegsplatz zu verharren. Das war schlicht und einfach ein Sonntag zum Vergessen. Die 1:3-Heimniederlage gegen den Titelaspiranten 1. FC Kleve mochte Landesligist RSV Praest im Vorfeld noch einkalkuliert haben. Doch die widrigen Begleitumstände haben dazu geführt, dass sich die Chancen des Neulings auf den Klassenerhalt drastisch verschlechtert haben.
Bereits in der ersten Halbzeit musste Trainer Roland Kock drei verletzte Spieler auswechseln. Torhüter Markus Jansen erlitt eine Risswunde im Knie. Für ihn kam der angeschlagene Steffen Nüßmann zum Einsatz, der auch im heutigen Nachholspiel beim TSV Wachtendonk-Wankum (Anpfiff: 15 Uhr) zwischen den Pfosten stehen wird. Angreifer Pierre Elspaß erlitt einen Bänderriss und fällt damit ebenso aus wie sein Stürmerkollege Torsten Bongers, der sich von den Folgen einer Handoperation erholt. Dritter im Bunde der Praester Pechvögel war Juri Wolff, der wegen einer schweren Oberschenkelprellung ("Pferdekuss") runter musste. Beim ehemaligen Rheingolder besteht immerhin eine kleine Chance, dass er mitwirken kann.
Für noch schlechtere Laune rund um das Volksbank-Stadion sorgten die Ergebnisse der Konkurrenz im Abstiegskampf. Da sorgte der morgige Gegner mit einem 5:0-Heimsieg gegen den GSV Moers für eine große Überraschung. Und auch mit dem 3:1-Erfolg des Mülheimer SV 07 beim einstigen Titelaspiranten Duisburger SV 1900 dürften die wenigsten Kenner der Landesliga gerechnet haben. Die Folgen sind bekannt: Der RSV Praest ist sechs Runden vor Schluss auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen.
"Es hilft nicht, wenn wir über die vielen Ausfälle jammern. Jeder weiß, dass wir jetzt punkten müssen. Aus den Partien in Wachtendonk-Wankum und am Sonntag beim Mülheimer SV müssen wir etwas Zählbares mitnehmen. Ansonsten ist der Zug vielleicht schon ohne uns abgefahren", sagt Trainer Roland Kock.
Die Hoffnungen ruhen auf einem Mann, der in den vergangenen Wochen an allen Ecken und Enden gefehlt hatte: Michal Szczepinski. Der Routinier, der für die Sicherheit des Praester Spiels hauptverantwortlich ist, hat seine Knieverletzung auskuriert und in den vergangenen Tagen Lauftraining absolviert. Er soll heute nach Möglichkeit auf die Zähne beißen, damit die Chancen auf den dritten Praester Auswärtssieg der laufenden Saison steigen.