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Mittwoch 19.04.17 13:39 Uhr|Autor: NSZ1.076
F: Christian Deutzmann
Was macht ein Trainer, wenn seine Mannschaft abgemeldet wird
Interview mit Dimitros Pappas, Trainer von Rot-Weiß Oberhausen II.
Rot-Weiß Oberhausen hat entschieden, dass die U23 im Sommer vom Spielbetrieb abgemeldet wird, weil sie dem Klub zu teuer wurde. Trainer Dimi Pappas muss die Saison zu Ende bringen. Wie geht er damit um? Wo findet man Motivation und Perspektive? Und für wen laufen die Spieler 2017/18 auf?

Dimi Pappas, Ihre Mannschaft wird Ende der Saison abgemeldet. Was bedeutet das für die Spieler?

Dimitrios Pappas: Zwei meiner Jungs haben, Stand Ende März, schon einen Vertrag bei einem anderen Verein unterschrieben. Für alle anderen heißt es, sich auf dem Platz zu empfehlen. Es besteht ja auch die Möglichkeit, bei der 1. Mannschaft reinzurutschen.

War die Abmeldung wirklich unvermeidbar?

Pappas: Wir hatten einen kleinen Kader, waren eine typische U23, in der auch die Ersatzspieler aus der Ersten mitspielten – aber der Klub hat einfach zu wenig Geld, um sich die Mannschaft weiter leisten zu können. Das unterscheidet RWO von Bayer Leverkusen, wo man die U23 aufgelöst hat, obwohl genug Geld da gewesen wäre.

Der Verein ist also nicht schuld?

Pappas: Im Gegenteil. Der Vorstand hat bis zuletzt um unsere Existenz gekämpft. Die Mannschaft wurde auch nicht von heute auf morgen aufgelöst, das war ein längerer Prozess. Es tut hier wirklich allen leid für die Jungs, die noch keine neuen Angebote vorliegen haben. Es ist eine ganz junge, liebe Truppe – geile Jungs.

Wie hart hat Sie die Entscheidung selbst getroffen?

Pappas: Ich bin natürlich auch enttäuscht, aber nicht sauer – weil ich die Hintergründe kenne. Als Trainer bin ich hier im vergangenen Sommer ins kalte Wasser gesprungen, es ist meine erste Trainerstation. Der Verein hat mir aber bereits angeboten, dass ich in anderer Position bleiben kann.

Trotzdem: Woher bezieht man jetzt die Motivation für die letzten Spiele?

Pappas: Wir haben die blöde Geschichte natürlich immer im Hinterkopf. Andererseits spielen Bundesliga-Spieler, deren Verträge auslaufen, auch oft besser als die, die bereits unterschrieben haben. Wir versuchen, aus der Situation eher zusätzliche Motivation zu ziehen.

Was heißt das konkret?

Pappas: Die Mitspieler, die bereits einen neuen Klub haben, werden sich den Arsch aufreißen, damit ihre Kollegen gut aussehen und auch etwas Neues finden. Unser Motto: Wir sind ein Team, wir ziehen das bis zum Ende gemeinsam durch. Und wer bei einem Derby gegen Speldorf nicht heiß ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Mal darüber nachgedacht, mit den Spielern zu einem anderen Klub zuwechseln? Man denkt natürlich über alles nach, auch das wäre eine Möglichkeit gewesen. Aber RWO ist ein besonderer Klub für mich, hier habe ich meine beste Zeit als Spieler erlebt. Und die Sache ist noch nicht zu Ende.

Am 28.05. steigt das letzte Saisonspiel bei Wesel-Lackhausen. Verteilen sich die Spieler hinterher in alle Winde?

Pappas:Das glaube ich eher nicht. Trotz unserer Situation ist eine Mannschaftsfahrt nach Mallorca in Planung. Das spricht für den Teamgeist. Ich komme aber nur mit, wenn wir am Ende der Saison auf einemAufstiegsplatz stehen.

 
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