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Interview

»Regionalliga in zwei Jahren das Ziel«

Beim FC-Astoria Walldorf geht man selbstbewusst ins Jahr 2012

von Christopher Benz · 16.01.2012, 22:52 Uhr · 0 Leser
Trainer Gudio Streichsbier will in der Rückrunde die Weichen für eine positive Zukunft beim FCA Walldorf stellen.  Foto: Pfeifer
Trainer Gudio Streichsbier will in der Rückrunde die Weichen für eine positive Zukunft beim FCA Walldorf stellen. Foto: Pfeifer
Sonntag soll der Start für ein erfolgreiches neues Jahr gewesen sein. Die Walldorfer haben den prestigeträchtigen Sparkassen-Cup in Eppelheim gewonnen. Guido Streichsbier, seit Ende September Cheftrainer beim FCA, blickt im FuPa-Interview auf eine enttäuschende Vorrunde zurück und erklärt, wie der Erfolg in die Astorstadt zurückkehren soll.
Die besten Wünsche der FuPa.net/baden-Redaktion zum neuen Jahr Herr Streichsbier. Wie sehr freuen Sie sich auf eine gewisse Zeit ohne Fußball?
Guido Streichsbier (42): "Danke. Es gehört einfach dazu, ein paar Wochen was anderes zu sehen und den Focus auf andere Dinge legen zu können. Darauf freue ich mich."

Am 4. März geht es erst wieder los für Ihre Mannschaft. Verliert man in dieser langen Pause nicht komplett den Rhythmus?
Streichsbier: "Die anderen haben das gleiche Problem. Dafür haben wir eine lange Vorbereitungszeit. Dieses Mal begrüße ich das, da ich die Truppe ja erst in der Saison übernommen habe."

„Man muss jeden Spieler faktisch überzeugen“

Am 29. September wurden Sie als neuer FCA-Trainer vorgestellt. Damit traten Sie Ihre erste Stelle bei einer Herrenmannschaft an. Was ist der größte Unterschied in der Mannschaftsführung zu einem Juniorenteam?
Streichsbier: "Man hat hier natürlich mit mehr Persönlichkeiten zu tun, die mehr Lebenserfahrung haben. Muss jedoch jeden Spieler, egal wie alt er ist, faktisch überzeugen. Begeisterung und Motivation sind ebenfalls Eigenschaften, die man rüberbringen muss."

Die ersten Spiele unter Ihrer Leitung konnten sich sehen lassen. Aus den ersten fünf Partien holten Sie zehn Punkte. Danach wurden allerdings vier von fünf Begegnungen verloren. Woran lag´s?
Streichsbier: "Es gab Gründe, die ich nicht nach außen tragen will. Wir haben mit verschiedenen Aufstellungen einiges ausprobiert. Es ist volles Engagement notwendig und das muss die Mannschaft begreifen. In den letzten beiden Spielen hat das gefehlt. Die Jungs müssen sich selbst noch mehr fordern. Die Basis dafür wird für mich unter der Woche gelegt. Deshalb ist es am Wochenende schwierig, wenn ich mich unter der Woche nicht fordere."

„Spieler müssen ehrlich zu sich sein“

Die Winterpause gibt einem auch die Möglichkeit, den Kader aufzubessern oder auszudünnen. Nutzen Sie diese Möglichkeit?
Streichsbier: "Darüber haben wir uns Gedanken gemacht. Nico Hillenbrand, der seit September mittrainiert, wird dazukommen."

Es wird wohl lange gegen den Abstieg gehen. Wie bereiten Sie Ihre Spieler auf die ungewohnte Drucksituation vor?
Streichsbier: "Wenn die Spieler ehrlich zu sich sind, wissen sie wer verantwortlich ist. Es gilt, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Letztendlich hat sich die Mannschaft selbst dahin gebracht, wo sie jetzt steht. Nach jetzigem Stand läuft es vermutlich aber nur auf einen Absteiger hinaus."

Sie haben munter durchgewechselt zwischen den Spielen, unabhängig von den Ergebnissen. Behalten Sie das so bei?
Streichsbier: "Generell finde ich es immer ganz gut, wenn jeder im Kader weiß, dass er ein fester Bestandteil ist. Jedoch war das nicht der Grund, dass wir drei Spiele am Stück verloren haben. Die Rotation habe ich in der Vorrunde aktiver betrieben, als ich es in der Rückrunde machen werde."

„Die Strukturen sind da und die Mannschaft hat auch Potenzial“

Sie haben aktuell 24 Spieler im Kader. Wie sehen die Planungen für die neue Runde aus? Wird diese Anzahl beibehalten?
Streichsbier: "An der Kadergröße wird sich nicht viel ändern. Außerdem gibt es laufende Verträge über den Sommer hinaus. Wir schieben auch immer mal wieder Jungs in Verbandsliga-Mannschaft runter, um ihnen Einsätze zu geben. Es ist schließlich für niemanden dienlich, der sechs oder acht Wochen nicht spielt. Das sollte jedoch hauptsächlich für junge Spieler zutreffen. Einen 28-Jährigen muss man nicht mehr groß aufbauen."

Ihr Vertrag läuft bis Sommer 2013. Gibt es schon Überlegungen in Richtung neue Saison oder passiert da vor dem sicheren Klassenerhalt nichts?
Streichsbier: "Mit dem Vorstand ist besprochen, dass wir so schnell wie möglich in die Regionalliga aufsteigen wollen. Deswegen wollen wir den Kader so ausrichten, dass wir oben mitspielen können. Durch die neue Regionalliga wird die Oberliga zudem ein wenig herabgestuft. Die Strukturen sind da und die Mannschaft hat auch Potenzial. Wir stehen nun vor einem weniger spektakulären Frühjahr, legen dafür aber die Basis für die neue Saison."