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Team Rückblick

Regionalliga: »Für Deggendorf kein Thema«

Der große Deggendorf-Jahresrückblick mit Wimber, Bumberger, Wagner, Robl und Liebl

von S. Ziegert & T. Seidl · 23.12.2011, 12:25 Uhr · 0 Leser
Fußballchef Bernhard Robl (li.) und Vorstand Franz Liebl beziehen Stellung. F: Deubert
Fußballchef Bernhard Robl (li.) und Vorstand Franz Liebl beziehen Stellung. F: Deubert

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Lesen Sie im zweiten Teil unseres ausführlichen Jahresrückblicks über die SpVgg GW Deggendorf, wie man sich in der Donaustadt auf einen möglichen Gallmaier-Abgang vorbereitet und warum die Führungsriege bisher keinen Gedanken an die Regionalliga Bayern verschwendet hat. FuPa lässt das Spieljahr 2011 im großen Jahres-Interview mit Deggendorfs Fußballchef Bernhard Robl, Kapitän Waldemar Wagner, Vorstand Franz Liebl und dem Trainerduo Martin Wimber / Christian Bumberger Revue passieren. Zum Nachhören gibt's Teil zwei des Interviews auch als Audio-Stream.

Durch die Abgänge von Benjamin Schiller und Florian Wittmann klafft eine kleine Lücke in der Defensive. Muss man in der Winterpause personell reagieren?
Martin Wimber (29): Ich glaube nicht. Wenn's der Zufall ergibt und man eine wirkliche Verstärkung verpflichten kann, machen wir sicher nicht die Augen zu. Wir sind aber defensiv immer noch gut aufgestellt und hatten in dieser Hinserie viel Verletzungspech. Vor allem ich persönlich. Vielleicht hätten wir auch Christian (Bumberger) schon früher ins Team werfen sollen. Er zeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist. Im Frühjahr werden wir beide gemeinsam die Vorbereitung mitmachen und die Defensive stabilisieren. Ich glaube, jetzt haben auch die anderen Jungs in der Mannschaft erkannt, dass eine stabile Defensive das Grundrezept des erfolgreichen Fußballspielens ist. Wir haben aus den schwankenden Leistungen der Hinrunde gelernt. Wir sind gut aufgestellt für die Rückrunde, auch in der Defensive.

Bumberger: »Markus muss jetzt erstmal Leistung bringen.


Zudem ist Markus Gallmaier ein gefragter Mann bei anderen Klubs. Wie sieht da der aktuelle Wasserstand aus? Ist sein Verblieb in der laufenden Saison und darüber hinaus schon gesichert?
Christian Bumberger (30): So weit denken wir noch nicht. Es ist Bernhards Aufgabe (Bernhard Robl) Gespräche bezüglich der Zusammenstellung der Mannschaft für die neue Saison zu führen. Das geschieht bei uns generell erst im Laufe der Frühjahrs-Vorbereitung. Ganz davon abgesehen hat Markus schon erkannt, dass er jetzt erstmal in der Landesliga Leistung bringen muss, um höheren Aufgaben gewachsen zu sein und sich für andere Mannschaften interessant zu machen. Ihm gefällt's bei uns in der Mannschaft. Vor der Saison hat's so ausgesehen als würde er uns nach dieser Spielzeit auf jeden Fall verlassen. Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr so sicher. Ihm würde ein zweites Jahr in Deggendorf – vielleicht dann in der Bayernliga – auf keinen Fall schaden. Wir wären jedenfalls froh, wenn er bei uns bleibt. Wir dürfen uns aber nicht zu stark auf Markus fixieren. Wir haben noch viele andere gute junge Fußballer, die noch nicht so richtig zum Zug gekommen sind. Kilian Schober, zum Beispiel, hat sich im Laufe der Vorrunde extrem gesteigert. Auch Max Kress ist noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte, ist körperlich nicht 100-prozentig fit und kann noch wesentlich wertvoller für uns werden.
Wie schwer würde ein Abgang vom Markus Gallmaier wiegen für die SpVgg Grün-Weiß?
Franz Liebl (57): Zunächst würde mal der beste Torschütze fehlen. Markus ist ein Deggendorfer Eigengewächs. So ein Abgang wäre immer ein Verlust. Auf der anderen Seiten – wie Christian schon richtig sagt: Ein Verein wie die SpVgg Grün-Weiß, sei es jetzt im Herren- oder Nachwuchsbereich, ist nie dagegen gefeit, dass die Besten auch wieder nach Höherem streben. Das gehört im Fußball dazu. Talente kommen zu uns, Talente verlassen uns. Wir müssten dann versuchen so einen Abgang zu kompensieren. Da bin ich guter Dinge. Aber vielleicht greift ja das Argument von Christian, dass ihm eine weitere Saison hier in Deggendorf sportlich vielleicht ganz gut tun würde. Das müssen wir abwarten.

Robl: »Die Bayernliga-Qualifikation wäre für uns erstmal ideal.«


Im Sommer begeht der bayerische Fußball ein neues Ligenzeitalter. In welcher Ligenebene ist die SpVgg GW Deggendorf am besten aufgehoben? Ist die Bayernliga die ideale Liga für den Verein?
Bernhard Robl (57): Ob sie ideal ist, stellt sich erst raus. Wenn wir die Bayernliga-Qualifikation schaffen, ist das für uns erstmal ideal. Dann müssen wir das Beste draus machen. Aber die Bayernliga ist noch weit weg und bis wir sie erreicht haben, ist's noch ein langer Weg mit 13 Spielen nach dem Winter. Wenn wir diese Spiele erfolgreich bestreiten und wir tatsächlich in diese Liga aufsteigen, dann wird sich für uns erst die Frage stellen, ob's die Sache wert war. Aber so weit sollten wir nicht denken. Ich denke jetzt erst mal an die Vorbereitung im Frühjahr und an die verbleibenden Ligaspiele. Der zweite Schritt kommt später dran. Und: ich mach aber immer bloß einen auf einmal.
Dafür denken wir schon mal einen Schritt weiter. Der BFV hat mittlerweile die Zulassungskriterien für die neue Regionalliga an die Vereine versandt. Als Landesliga-Spitzenteam wurdet ihr bestimmt auch angeschrieben. Hat man sich im Verein - auch wenn’s ein bisschen unrealistisch klingt - schon mit der Regionalliga und einem möglichen Lizenzantrag befasst?
Franz Liebl: Die Regionalliga kann für Deggendorf kein Thema sein. Wir sind ein gut stabilisierter Landesligist seit zwei, drei Jahren. Wir spielen in einem Bereich mit, wo man vielleicht auch mal nach Höherem streben kann. Aber das Wunschziel für diese Saison ist die Qualifikation für die Bayernliga Süd. Da sind wir auf einem guten Weg. Das wäre aus unserer Sicht zunächst mal die ideale Liga für Deggendorf. Auch vom Zuschauerinteresse in Deggendorf. Es würden sehr viele neue Mannschaften zum ersten Mal in Deggendorf antreten. Ich denke da auch an Reserveteams von Zweitligisten oder Bundesligisten. Das wäre auf alle Fälle mal was Neues. Nach 49 Jahren Landesliga ist das meiner Meinung nach auch wieder mal fällig. Aber dass man in Deggendorf an die Regionalliga Bayern denken könnte, da fehlt's an einigem.

Bumberger: »Mängel im Spielaufbau und beim Umschalten.«


Christian, wagen wir einen Blick voraus. Welche Ziele steckt ihr euch fürs neue Jahr. Die Niederbayern-Bilanz könnte man eigentlich noch ein bisschen aufpolieren?
Christian Bumberger: Es gibt viele Ziele, die wir uns noch vornehmen. Wir wissen, dass wir noch gewisse Mängel haben. Die liegen vor allem im Spiel nach vorne, aber auch im schnellen Umschalten. Da sind wir noch nicht so gut, wie ich mir das vorstelle. Unsere Stärken liegen mit Sicherheit in der Defensive. Da stehen wir richtig gut. Im Spiel nach vorne, könnte es noch viel besser gehen. Das heißt aber nicht, dass unsere Defensive stärker ist als unsere Offensive. Es hapert vielmehr am Spielaufbau, am richtigen Anbieten und an den richtigen Laufwegen. Das ist nach wie vor unser Manko. Deswegen schießen wir nicht so viele Tore wie andere Mannschaften. Diese Dinge müssen wir verbessern. Zu den Niederbayern-Derbys kann man eigentlich nur sagen, dass wir es leider nicht geschafft haben, genau in diesen Spielen im Vollbesitz unserer Kräfte zu sein. Da waren wir weder hunderprozentig topfit noch top-aufgestellt und haben nicht unsere beste Form erwischt. Ich bin mir allerdings sicher, dass wir uns in der Rückrunde in den Niederbayern-Derbys anders präsentieren.

Martin, dein Wunsch für die neue Saison? Du warst mit deinen vielen Verletzungen gewissermaßen der Pechvogel im Team. Eigentlich könntest du ja in den verbleibenden Spielen deine sechs Saisoneinsätze noch verdreifachen?
Martin Wimber: Ja, das ist schon grausam, wenn man einen Bandscheibenvorfall, einen Wadenbeinbruch und einen Nasenbruch innerhalb eines halben Jahres erleidet. Ich hoffe, dass 2012 ein besseres Jahr wird für den ganzen Verein und natürlich auch für mich persönlich. Und ich hoffe, dass die Mannschaft ihre Leistungen stabilisieren kann und dass wir unsere Ziele erreichen. Natürlich denke ich auch ein bisschen an mich. Ich glaube, dass ich weiterhin ein wertvoller Spieler für die Mannschaft sein kann, wenn ich fit bin. Und ich hoffe, dass ich 2012 stärker verschont bleibe von Verletzungen.
Ihr werdet euch also beide dem Konkurrenzkampf nach der Winterpause stellen.
Martin Wimber: Es war zu Saisonbeginn klar formuliert, dass ich auf dem Spielfeld stehen werde und Christian das Kommando von draußen übernimmt. Es ist aber leider ganz anders gekommen. Wir haben vielleicht auch zu spät erkannt, dass sich meine Verletzung - aufgrund einer falschen Arztdiagnose - so lange hinzieht. Wir werden jetzt voll angreifen, weil wir - glaube ich - beide wichtige Spieler für die Mannschaft sein können. Wenn wir uns zurecht einen Platz in der Mannschaft erkämpfen, werden wir auch beide spielen. Wenn nicht, haben wir kein Problem damit, wenn einer von beiden das Spiel von draußen steuert, und einer von drinnen. Und die anderen zehn Spieler die restlichen Positionen besetzen.

Das große Jahres-Interview - Teil 2 - als Audio-Stream: