
Die vierte Saison spielt der SV Pullach aus dem Münchner Vorort in der Landesliga Süd. Pullach, auf der anderen Isarseite liegt der Nobelort Grünwald, rangiert nach den bisherigen Platzierungen drei, neun und sechs, aktuell nur auf dem 14. Tabellenplatz. Ein echter Nackenschlag am ersten Spieltag führte dazu, dass der SVP derzeit recht weit von seinem eigentlichen Saisonziel entfernt ist.
Am ersten Spieltag nahm das Unglück aus Pullacher Sicht seinen Lauf. Vor dem Anpfiff der Begegnung gegen den TSV Landsberg wies der Schiedsrichter die Gastgeber darauf hin, dass sechs Spieler, die auf dem Spielbericht standen, kein Spielrecht haben. Zwar hatte der Verein für diese "Vertragsamateure" beim Verband neue Pässe beantragt, es lag aber ein Formfehler vor und so wurden die neuen Spielberechtigungen nicht ausgestellt. Pullach gewann zwar mit 3:1, aber das Sportgericht wandelte den Erfolg in eine 0:X-Niederlage um, die Punkte gingen nach Landsberg. "Wir hatten eine gute Vorbereitung, alles war gerichtet. Aber dieser Vorfall hat uns doch schwer getroffen. Dieser Sache sind wir bis jetzt immer hinterhergelaufen", bedauert Trainer Carsten Teschke (40).
Die Mannschaft kam aus dem Tritt. Hinzu kamen Verletzungen von Leistungsträgern, die nicht kompensiert werden konnten. Zwar konnte der SV Pullach vor allem daheim zumeist überzeugen, wie beim 4:0 über den TSV Eching. Aber es gab zu wenig Siege (6) und zu viele Punkteteilungen (9). Die Ausfälle von Max Thurnhuber, Philipp Malige, Christopher Reitter, Toni Rauch und Christian Duswald wogen schwer: Urlaubsbedingt fehlten zwischenzeitlich auch Volkan Cukur und Stefan Purschke. "Wir hatten personell arg zu kämpfen, vor allem in der Offensive. Daher haben wir mit 27 auch so wenig Tore erzielt und den einen oder anderen möglichen Sieg verschenkt. In der Offensive lagen eindeutig unsere Defizite", sagt Teschke, dem ab sofort Stefan Suchanke (31), Markus Hartmannsgruber (25 / / beide zum SV Planegg-Krailling), und Elvir Hodzic (29 / Ziel unbekannt) nicht mehr zur Verfügung stehen.
Die Heimbilanz war laut Teschke dennoch "zufriedenstellend". Hoffen lässt, dass nach dem Winter einige Offensiv-Rekonvaleszenten zum Team zurückkehren werden und der SV Pullach dann womöglich seine wahre Stärke zeigen kann. Mit nur 25 Gegentreffern, das ist der drittbeste Wert der Liga, scheint eine gute Basis gegeben. Coach Carsten Teschke hofft für die anstehenden Spiele ganz pragmatisch auf das Gesetz der Serie: "Wir spielen ja traditionell immer eine gute Rückrunde", erklärt der Trainer, denn in der vorigen Saison sei der SVP ja schließlich auch zweitbestes Team im zweiten Saisonteil geworden. Daher soll der Angriff auf Platz acht erfolgen: "Das ist unser Anspruch. Wir wollen noch mindestens Achter werden." Dazu benötigt der SV Pullach, der zur Winterpause mit Hermann Urbas (29 / zuletzt pausiert), Daniel Mömkes (19 / von der U19 des FC Ingolstadt 04) und Onur Misirlioglu (27 / vom TSV Ampfing) verstärkt wurde, aber eine kleine Serie. Mit Siegen in den beiden ersten Spielen - Pullach startet mit zwei Heimauftritten gegen die beiden Allgäuer Vertreter aus Durach und Kottern - kann die Wende gelingen.