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Freitag 09.12.16 22:45 Uhr|Autor: Dirk Meier10.320
Eigentlich kein Mann für - Zitat Wolf - "Feierabendfußball": Wacker-Coach Uwe Wolfs aktueller Vertrag läuft im Sommer aus. F: Zink
Profi-Ambitionen passé: SV Wacker wird "amateurisiert"
"Notwendige Entscheidung": Profispielertum wird beim Ex-Zweitligisten ab Sommer 2017 "weitgehend" eingestellt +++ Personalumbruch im Sommer, Zukunft von Trainer Uwe Wolf offen +++ Andermatt-Vertrag aufgelöst
Die "Revolution" im Burghauser Fußballsport ist perfekt: Der SV Wacker Burghausen wird ab der Saison 2017/18 nicht mehr unter Profibedingungen arbeiten. Der ehemalige Zweitligist wird dann als reiner Amateurverein versuchen in der Regionalliga Bayern zu überleben. Ein Aufstieg in die 3. Liga ist damit ad acta gelegt. Statt auf teure Fremdspieler soll wieder vermehrt auf den eigenen Nachwuchs gesetzt werden. Das hat der Verein in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

Der Vorstand des SV Wacker Burghausen hat am Freitag die Ausrichtung ab der Saison 2017/18 verkündet - und sie bedeutet nichts weniger als das Ende des Profifußballs im Chemie-Dreieck. In der Führungsetage hatte man Bilanz gezogen und auf die gegebenen finanziellen Rahmenbedingungen wurde nun reagiert. Nach dem sportlichen Erfolg in der Vorsaison, als der SV Wacker Vizemeister wurde und den Titel nur um einen Punkt hinter dem SSV Jahn Regensburg verpasste, hatte sich die Klubführung in Burghausen im Mai diesen Jahres entschieden, in der Saison 2016/17 die sportliche und wirtschaftliche Darstellbarkeit einer 3. Liga noch einmal auszuloten. "Wir hatten dazu einerseits den Kader nochmal punktuell etwas verstärkt und zum anderen durch zeitlich befristete zusätzliche Personalkapazität im Marketing versucht, die Sponsorenbasis wieder zu verbreitern und zu stärken. Bis zum Jahresende 2016 wollten wir dann Bilanz ziehen, ob dieses Vorhaben fruchten würde, und eine Entscheidung über die Weichenstellung für den Fußball in Burghausen treffen", äußerte sich der Verein per Presseerklärung: "Wir müssen heute feststellen, dass dieser Versuch fehlgeschlagen ist. Die Mannschaft steht nach einem verhaltenen Start und einer guten Aufholjagd auf dem siebten Tabellenplatz. Ein Aufstieg ist aufgrund des Vorsprungs von Unterhaching allerdings nicht mehr zu schaffen. Die Zuschauerzahlen, die sich in der vergangenen Saison auf 1.500 Zuschauer im Schnitt pro Heimspiel gesteigert haben, sind in diesem Jahr deutlich abgesackt. Einige langjährige Sponsoren haben ihr Engagement reduziert oder sogar beendet." Bisher verfolgten die Heimspiele in Burghausen im Durchschnitt knapp 1.100 Fans, was einen deutlichen Rückgang bedeutet und in der Liga nur noch Platz sechs beim Zuschauerinteresse bedeutet.

"Daher haben wir entschieden, den Regionalliga-Fußball in Burghausen mit Beginn der nächsten Spielzeit wieder weitgehend zu amateurisieren und in deutlich verstärkten Maß auf Fußballer zurückzugreifen, die neben dem Sport einen Beruf, eine Ausbildung oder ein Studium ausüben. Wir werden auch verstärkt auf unseren eigenen Nachwuchs zugreifen. Dazu werden wir auch die Strukturen in unserem Nachwuchsleistungszentrum schärfen und dieses näher an die erste Mannschaft heranführen. Die Kooperation mit dem FC Bayern München wird hier unterstützen, Talente aus der Region nach Burghausen zu holen", so der weitere Tenor. Der Verein äußert sich zu seiner Zielsetzung weiter: "Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser notwendigen Entscheidung einen weiteren konsequenten Schritt in die richtige Richtung gehen und glauben, dass wir auch oder vielleicht sogar wegen dieser Amateurisierung auch in Zukunft hochklassigen Fußball mit positiven Emotionen aus der Region für die Region spielen können und möchten alle Fans, Sponsoren und Partner bitten, uns auch weiterhin auf diesem Weg zu unterstützen. Nur mit Ihrem finanziellen Engagement, Ihrer Unterstützung und damit Ihrem Bekenntnis zum Fußball in Burghausen kann dieser Weg erfolgreich sein."

Personalumbruch startet: Andermatt verlässt Wacker im Winter - Trainervertrag von Uwe Wolf läuft 2017 aus.

Aktuell hat diese Ankündigung des SV Wacker Burghausen keine Auswirkungen auf die Liga. Aber eines ist klar: Der Ex-Zweitligist, der 2007 nach fünf Jahren Zweitklassigkeit aus der 2. Bundesliga abgestiegen ist, und der 2014 auch die dritte Etage verlassen musste, strebt eine Rückkehr in den Profifußball nicht mehr an. Damit wird Burghausen zukünftig nicht mehr zum Anwärterkreis auf die Meisterschaft zählen. Das Nachwuchsleistungszentrum unter der Leitung von Mario Demmelbauer wird indes umso wichtiger, um zukünftig Spieler für die erste Mannschaft zu rekrutieren. Denn die U23 hatte Burghausen, die damals noch in der Bayernliga Süd spielte, 2014 abgemeldet. Einen ersten Abgang gibt es bereits zu vermelden: Nicolas Andermatt, der erst im Sommer vom TSV 1860 München II zu den Wackerianern gewechselt war, verlässt den Verein mit sofortiger Wirkung und noch unbekanntem Ziel. Sein Vertrag wurde auf Wunsch des Spielers aufgelöst. "Ich bedanke mich beim SV Wacker Burghausen für die kurze, aber intensive Zeit. Schlussendlich waren meine persönlichen Ziele der ausschlaggebende Punkt für meine Vertragsauflösung", so der 21-jährige Außenbahnspieler. Ob Uwe Wolf, der Trainer des SV Wacker Burghausen, seine Mission in Südost-Bayern fortführen wird, ist offen. Der Vertrag des 49-Jährigen läuft am Saisonende aus.



 
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