Demnach soll der Gästetrainer auf das Feld gerannt und Yildirim bedroht haben, weil dieser beim Stand von 1:2 auf Strafstoß für Duisburg 08 entschied. In einer Stellungnahme schildert Rainer Müller, Jugendwart bei Duisburg 08, dass es auch Pöbeleien von weiteren Anwesenden gegeben habe. Aussagen wie: "Duisburg 08 habe wohl kein Geld für ordentliche Duschen, weil man das Geld brauche, um den Schiedsrichter zu bestechen."
Der Verein wehrt sich überdies gegen Beschimpfungen, ein "Türkenverein" zu sein. Müller: "Türke ist kein Schimpfwort. Viele sind stolz, Türken zu sein, und das ist auch gut so. Aber es war hier eindeutig als Beschimpfung gemeint."
Die Partie endete nach dem verwandelten Strafstoß durch den DFV 2:2. Nach dem Schlusspfiff ging es aber weiter. Müller berichtet davon, dass der Unparteiische mit der Heimmannschaft als Geleitschutz den Platz verließ und sich mehrere Stunden im Klubhaus versteckte. Auch die Polizei sei gerufen worden.
Der DSV 1900 weist die Schuld von sich. "Der Schiedsrichter war überfordert und vielleicht ein bis zwei Jahre älter als die Fußballer. Außerdem wurden die Tumulte am Ende des Spiels vollkommen missverstanden", erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Erwin Roßmüller. Der Vorsitzende Thomas Brag war vor Ort und nimmt seinen Trainer in Schutz: "Unser Coach hat in keinster Weise den Schiedsrichter attackiert. Nachdem der Unparteiische selbst Tätlichkeiten an unseren Spielern übersehen hat und letztlich einen unberechtigten Elfmeter kurz vor Schluss gegen uns gepfiffen hat, ist zwar der Trainer auf den Platz gelaufen – handgreiflich ist er aber nicht geworden". Der Vorsitzende glaubt vielmehr, dass der Grund für die Beschuldigungen in der erfolgreichen Vereinsstruktur des DSV liegt: "Wir haben ein gutes Konzept, während viele Fußballklubs mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben. Da ist man natürlich enttäuscht."
Jugendobmann Wilfried Pollert: "Wir haben den Staffelleiter bezüglich der Vorfälle angeschrieben und warten nun ab, was passiert."