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Freitag 03.03.17 09:23 Uhr|Autor: Bruno Haelke - Dachauer Nachrichten0
Alarmstufe Rot vor dem Unterföhringer Kasten: Junis Ibrahim zieht ab, Ruben Popa blockt derweil den Föhringer Keeper Daniel Sturm und Uwe Schlottner.
Pipinsried besiegt sich selbst
FC Unterföhring gewinnt Spitzenspiel
Der FC Pipinsried hat das Schlagerspiel der Fußball-Bayernliga Süd beim FC Unterföhring mit 1:2 (1:0) verloren. Der Gast aus dem Dachauer Hinterland hatte die Partie 51 Minuten lang fest in Griff, ehe eine rote Karte für Emre Arik das Spielgeschehen völlig auf den Kopf stellte.

Pipinsried/Unterföhring – Das Spitzenspiel im Zeitraffer aus Sicht des FC Pipinsried: Poker um den Untergrund, klare Überlegenheit nicht genutzt, umstrittene rote Karte, Abseitsposition nicht erkannt, gegnerisches Handspiel im eigenen Strafraum nicht gepfiffen, Großchancen nicht genutzt.

Das Spitzenspiel aus Sicht des FC Unterföhring: Überraschung mit dem Geläuf, mit Glück zur Pause nur 0:1 hinten, effiziente Chancenauswertung, rote Karte für den Gegner zum günstigsten Zeitpunkt.

Die sogenannten Spitzenspiele mutieren im Fußball nicht selten zum Rohrkrepierer, nicht so das Match Unterföhring gegen Pipinsried, das nur 276 Zuschauer zu sehen bekamen. Zur Erinnerung: Der FCU hatte aus 22 Spielen 41 Punkte, der FCP aus 20 Spielen 38 Punkte gesammelt, es spielte also der Tabellenzweite gegen den direkten Verfolger. Damit es auch vor der Partie schön spannend blieb, pokerte der Gastgeber mit dem Austragungsort.

Natur- oder Kunstrasen? Das war die Frage. Zur Überraschung vieler setzte das Team von der Isar auf den Naturrasen, der allen Unkenrufen zum Trotz gut zu bespielen war. Der Gast ließ sich allerdings dadurch nicht ins Bockshorn jagen, die Mannschaft des jungen Pipinsrieder Spielertrainers Fabian Hürzeler setzte vor dem Anpfiff ebenfalls ein Zeichen: Der FCP spielte in einer 4-3-3-Formation. Ein nicht gerade übliches System, dass die Jungs aber hervorragend umsetzten.

Die Mannschaft um den agilen Kapitän Thomas Berger bekam nach einer umkämpften Anfangsphase immer mehr Oberwasser, die 1:0-Führung durch Thomas Berger war hochverdient. Nach einem lehrbuchhaften Spielzug legte Pipinsried vor. Allerdings hätten die Ilmtaler zur Pause noch deutlicher führen müssen. In der 30. Minute scheiterte Serge Yohoua mit einem Kopfball aus fünf Metern, der anschließende Nachschuss von Dennis Liebsch aus drei Metern wurde vom glänzend reagierenden FCU-Schlussmann Daniel Sturm pariert. In der 44. erzielte Philip Grahammer einen Treffer, der aber wegen einer Abseitsposition von Schiedsrichter Andreas Hartl nicht anerkannt wurde.

Grahammer hatte bereits in der Anfangsphase die Führung auf dem Schlappen, doch sein Schuss in der sechsten Minute zischte knapp am Kasten der Gastgeber vorbei.

„Wir haben uns zur Pause vorgenommen, weiter das Heft in der Hand zu behalten. Ich habe meiner Mannschaft gesagt, sie soll sich nur auf sich konzentrieren. Alles andere ist völlig egal. Wir lassen alle in Ruhe, gehen weder auf die Unterföhringer Spieler, die Schiedsrichter noch auf die Zuschauer ein. Wir wollten nur unser Spiel spielen“, erzählte FCP-Coach Fabian Hürzeler in der anschließenden Pressekonferenz über seine Vorgaben beim Pausentee.

Der Vorsatz währte nicht lange. Sein Pendant Andi Pummer forderte in der Halbzeitansprache von seiner Mannschaft, dass sie ein anderes Gesicht zeigen müsse. Allerdings ging das Match nach der Pause genauso weiter wie im ersten Spielabschnitt, allerdings nur bis zur 51. Minute. Der Pipinsrieder Emre Arik wurde dann wegen eines angeblichen Ellenbogenchecks ins Gesicht von Unterföhrings Kapitän Andreas Brandstetter vom Unparteiischen Andreas Hartl des Feldes verwiesen.

Der FC Pipinsried kassierte nur sieben Minuten später den Ausgleichstreffer – nach einer Standardsituation. Danach war es endgültig vorbei mit der Pipinsrieder Ordnung. In der 63. Minute reagierte FCP-Keeper Thomas Reichlmayr bei einem Schuss von Pascal Putta grandios.

Beim Führungstreffer des Gastgebers in der 82. Minute monierten die Gäste eine Abseitsstellung, die aber von Schiedsrichter nicht erkannt wurde. Danach zogen die in Unterzahl agierenden Pipinsrieder ein regelrechtes Powerplay auf, doch nachdem Thomas Berger in der dritten Minute der Nachspielzeit 15 Meter vor dem FCU-Gehäuse über den Ball gesäbelt hatte, war die Niederlage des FC Pipinsried amtlich.

Fazit: 50 Minuten ganz stark gespielt, dann aus dem Rhythmus gekommen und beinahe noch mit einem Punkt nach Hause gefahren. Letztendlich hat der FC Pipinsried sich wieder einmal selbst besiegt.

Stenogramm

FC Unterföhring – FC Pipinsried 2:1 (0:1)

FC Unterföhring: Daniel Sturm, Arijanit Kelmendi, Arthur Kubica (69. Nimat Torah), Andreas Brandstetter, Yasin Yilmaz (87. Michael Krabler), Martin Büchel, Michael Kain, Pascal Putta, Uwe Schlottner, Yakub Dora, Andreas Faber (90.+1 Dominik Hofmann)

FC Pipinsried: Thomas Reichlmayr, Thomas Berger, Fabian Hürzeler, Philip Grahammer (74. Junis Ibrahim), Serge Yohoua (61. Josip Jurivev), Ünal Tosun, Daniel Barna, Dennis Liebsch, Marco Krammel (84. Ruben Popa), Markus Achatz, Emre Arik

Schiedsrichter: Andreas Hartl

Zuschauer: 286

Rote Karte: Emre Arik (51.)

Tore: 0:1 (32.) – Markus Achatz schickt rechts Dennis Liebsch auf die Reise. Letzterer tankt sich bis zur Grundlinie durch und passt die Kugel dann auf den mitgelaufenen Berger, der keine Mühe hat, den Ball im Netz zu versenken. 1:1 (58.) – Nach einer Ecke von Yasin Yilmaz verlängert Michael Kain das Spielgerät ungehindert mit dem Hinterkopf in die Maschen des FCP-Gehäuses. 2:1 (82.) – FCU-Joker Nimat Torah schiebt aus kurzer Distanz ein, die Pipinsrieder monieren eine Abseitsposition.

 
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