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FuPa Portrait

Oberpfalz-Talent sorgt für Furore bei 1860

Tobias Kordick im FuPa-Portrait +++ Potenzial für mögliche Profi-Karriere

von je · 12.10.2011, 19:42 Uhr · 0 Leser
Tobias Kordick hat sich im Dress der Löwen zu einem Leistungsträger entwickelt Foto: Groitl
Tobias Kordick hat sich im Dress der Löwen zu einem Leistungsträger entwickelt Foto: Groitl
Seit Jahren und Jahrzehnten prägt der Name "Kordick" die Geschichte des Fußballs im Landkreis Cham. Karl Kordick, jahrelang Aushängeschild des FC Ränkam auf Bezirksliga- und Bezirksoberligaebene, wird dabei schön langsam von seinen drei Söhnen Andreas, Tobias und Johannes in den Schatten gestellt. Während der älteste der drei Jungspunde, Andreas (18), mittlerweile in die großen Fußstapfen des Vaters getreten ist und in der Ränkamer "Ersten" als Spielgestalter erfolgreich die Fäden zieht, spielt der Jüngste, Johannes (14), angeleitet von seinem Vater als Trainer, in der C-Jugend der renommierten Nachwuchsabteilung des ASV Cham. Der "Mittlere", Tobias (15), erregt momentan allerdings das größte Aufsehen.

Denn nach seiner Grundausbildung in der Nachwuchsschmiede des FC Ränkam und eineinhalb Jahren beim ASV Cham wechselte Tobias im Winter dieses Jahres zum Traditionsverein TSV 1860 München. Als jüngerer Jahrgang hatte Tobias in der C-Jugend zunächst den ASV Cham mit 33 Toren zur Bezirksoberligameisterschaft geschossen, dann in der Vorrunde der Bayernligasaison mit 9 Treffern nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht. Auch in den Notizblöcken der großen Vereine: "Korbinian Burger war bereits ein halbes Jahr vor Tobi vom ASV zu den Löwen gewechselt und hatte dort gute Erfahrungen gesammelt. Nach reiflichen Überlegungen, vor allem auch wegen des großen Einschnitts in den schulischen Bereich - haben wir uns letztlich dazu entschlossen, das Angebot des TSV 1860 anzunehmen.", erklärte sein Vater Karl im Gespräch mit FuPa. Dabei wurde Tobias sogar einer von nur insgesamt 13 Internatsplätzen zugesichert, ein großer Vertrauensbeweis für einen solch jungen Spieler.

In der Rückrunde der vergangenen Saison musste sich Tobias dann erst einmal umstellen. Höheres Trainingspensum gepaart mit der schulischen Ausbildung, dazu die weiten Reisen zu den Auswärtsspielen in der Regionalliga Süd, der 1.Liga im C-Jugend-Bereich. Und immer wieder die Heimfahrten nach Ränkam: "Wir holen Tobias so oft es geht an den Wochenenden nach Hause, wenn er spiel- oder trainingsfrei hat. Es tut ihm und unserer Familie gut, wenn er in der Heimat ist. Weil ich auch quasi fast jedes Spiel von ihm sehe, bin ich allein in diesem Jahr schon rund 20.000 Kilometer gefahren.", erzählte der 42-Jährige von den Strapazen des Profinachwuchsfußball.

Mittlerweile ist Tobias eine Jahrgangsstufe höher aufgestiegen und spielt im jüngeren B-Jugendjahrgang, der U16, in der Bayernliga. Wie bei allen Profivereinen üblich wird nach Jahrgängen getrennt, wobei der ältere Jahrgang im der Jugend-Bundesliga spielt und der jüngere Jahrgang in der nächsttieferen Spielklasse, in diesem Fall der eingleisigen Bayernliga. Auch dort wird den Talenten gegen die oftmals älteren Spieler von Traditionsvereinen wie dem FC Memmingen, SSV Jahn Regensburg oder Wacker Burghausen oder gegen die jeweiligen Jahrgangsteams der Profivereine FC Bayern München oder 1.FC Nürnberg alles abverlangt.

"Unheimlich, wie abgeklärt er ist. Er sticht selbst auf diesem Niveau noch heraus."

Dort macht sich der in Furth im Wald geborene Stürmer äußerst gut. Mittlerweile ist er nicht nur zum unumstrittenen Stammspieler aufgestiegen, sondern zieht auch wie sein Vater früher als Spielmacher die Fäden bei den "Löwen". Dem nicht genug: Mit elf Toren in der Vorbereitung sowie fünf von neun bislang erzielten Saisontreffern in der Liga hat er sich zu einem der wichtigsten Spielern der Mannschaft aufgeschwungen. "Manchmal ist es mir fast schon unheimlich zu sehen, wie abgeklärt er spielt und selbst auf diesem Niveau noch heraussticht. Er bringt vieles mit für eine Profikarriere, aber bis dahin ist noch ein weiter Weg.", fügte Kordick an. "Es gibt so viele Unwägbarkeiten, auf die man keinen Einfluss hat. Wir versuchen Tobi immer wieder klar zu machen, dass er am Boden bleibt und er Gas geben muss. Und natürlich hoffen wir, dass er sich nicht schwer verletzt, denn dann kann es ganz schnell vorbei sein."

Blickt man jedoch auch seine bisherige Laufbahn scheinen solche Gedanken überflüssig. Der Junge wirkt bodenständig, wenn er über den Ränkamer Sportplatz schreitet und seinen Heimatverein anfeuert oder seinen ehemaligen Mannschaftskameraden beim ASV Cham im Training oder wenn möglich bei den Spielen zuschaut. Und verletzt war der Vater quasi nie, erst im hohen Fußballalter kamen kleinere Muskelverletzungen dazu. Bleibt zu hoffen, dass Tobias auch diese Gene seines Vaters geerbt hat und verletzungsfrei bleibt - dann könnte ein Oberpfalz-Talent bald auf ganz großer Bühne für Furore sorgen.