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Relegation

Nun ist viel Optimismus gefragt!

KSV Hessen unterliegt in Kiel 0:2 +++ Schwache Offensiv-Vorstellung der Löwen

von gelöscht gelöscht · 30.05.2013, 02:24 Uhr · 0 Leser
F: Christian Hedler
F: Christian Hedler
Das hatten sich die mitgereitsne Löwen-Fans ganz sicher anders vorgestellt. Gegen starke Kieler Gastgeber agierten die Spieler des KSV Hessen zaghaft und überaus offensivschwach. Die Folge war ein absolut verdienter 2:0-Erfolg von Holstein Kiel über die Gäste aus Nordhessen. Im Rückspiel am Sonntag (14 Uhr) ist nun zumindest ein 3:0-Sieg nötig.

Uwe Wolf schickte seine stärkste Elf auf den Platz im Kieler Holsteinstadion. Kapitän Nulle hütete das Tor, Hammann, Müller, Rahn und Becker bildeten die Abwehr, Gaede, Pinheiro, Mayer, Gallus und Schmeer das Mittelfeld und der rechtzeitig genesene Henel die Sturmspitze. Das Problem dabei: so stark war die Löwen-Mannschaft nicht, zumindest nicht an diesem Mittwoch Abend. Der Kasseler Trainer hatte mehrfach vor der torgefährlichen Offensivabteilung der Störche gewarnt, doch wollte es seine Mannschaft in diesem Relegations-Hinspiel einfach nicht gelingen sich darauf einzustellen.

Von Beginn an setzten die Gastgeber die Nordhessen unter Druck. Bereits nach zwei Minuten kam Kiels Topstürmer Marcel Schied zur ersten Chance, doch der Ball wurde zur Ecke abgefälscht. Den anschließenden Eckstoß konnte Nico Hammann dann gerade noch auf der Linie klären - ein erstes Durchatmen für die zahlreichen Fans des KSV Hessen im Stadion. Den Gästen gelang im Spiel nach vorn praktishc nichts, genauer gesagt: ein Spiel nach vorn fand kaum statt. Die Löwen konzentrierten sich fast ausschließlich auf die Defensivarbeit, wobei ihnen zumindest die Abseitsfalle mehrfach gelang. Die Kieler erwischten einen guten Tag und bestimmten die Partie. Die Kasseler ließen dies zu. Die erste Chance der Löwen, vielleicht sogar die einzig gute, kam in der 23. Minute zustande. Andreas Mayer schoss einen Freistoß flach und mit viel Kraft auf das Kieler Tor, doch Keeper Niklas Jakusch konnte den Ball abwehren. Dann klingelte es in der 30. Spielminute allerdings auf der Gegenseite. Ein Fehlpass von Nico Hammann wird zu Fiete Sykora weitergeleitet. Matthias Rahn rutscht auf dem nassen Rasen im Laufduell kurz weg, wodurch Sykora freie Schussbahn hat und diese eiskalt nutzt. Bis zum Pausenpfiff durch den Unparteiischen Robert Kempter erspielten sich die Kieler gleich mehrere hochwertige Chancen. Die Löwen konnten sich vor allem bei ihrem Torhüter bedanken, der seine Mannschaft mit einigen Paraden im Spiel hielt.

Uwe Wolf wird sich seine Mannschaft in der Kabine sicherlich zur Brust genommen haben. Ob seine Worte Wirkung gezeigt hätten, werden wir leider nie erfahren, da auch die Kieler motiviert in die zweite Halbzeit gingen und Mittelfeldspieler Fabian Wetter seine Mannschaft schnell auf die Siegerstraße brachte. Nach einer Ecke in der 50. Minute kam er an den Ball und drückte ihn zum 2:0 über die Linie. Der Schock saß nun tief beim KSV Hessen. Die Löwen brauchten danach einige Zeit um noch einmal Mut zu fassen, während die Kieler weiter Druck ausübten und dabei teils wie entfesselt auftraten. Nach 76 Minuten nahm Uwe Wolf dann den ersten und einzigen Wechsel vor. Für den angeschlagen wirkenden Christian Henel kam der 18-jährige Marco Dawid ins Spiel. Die Frage nach weiteren Einwechslungen gestaltete sich schwierig. Die Abwehr konnte Wolf durch einen Wechsel nicht für einen Augenblick aus dem Konzept bringen - sie befand sich unter Dauerfeuer. Außerdem fehlen in der Offensive nun mal die wirkungsvollen Alternativen.

Sooo trostlos war die Lage für den KSV Hessen ja eigentlich gar nicht. Mit einem Tor wäre die Relegation wieder völlig offen. Doch für diesen Treffer, den sich die Fans so sehr herbeisehnten, fehlten an diesem Tag schlicht und ergreifend die Ideen. Holstein Kiel konnte es sich sogar leisten, in der 72. Minute Marcel Schied auszuwechseln und ihm ein paar Minuten mehr zum Verschnaufen für das Rückspiel in Kassel zu ermöglichen. Wenn es ein Wort gibt, dass den Kieler Sieg gegen den KSV Hessen Kassel beschreibt, dann dürfte es wohl das Wort "verdient" sein. Die Löwen können sich glücklich schätzen, dass es bei "nur" zwei Gegentreffern blieb. Somit sind am sonntag im Auestadion drei Tore der Löwen Pflicht. Die Offensive von Holstein Kiel ist allerdings immer für einen Treffer gut, was den nötigen Optimismus beim KSV Hessen noch um einiges größer werden lässt.