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Ligabericht

Nievenheim dreht wildes Lokalduell

Der VdS gewinnt Landesliga-Derby beim TuS Grevenbroich mit 6:3 +++ Joker Simon Kozany sorgt für die Entscheidung

von NGZ / Christos Pasvantis · 04.03.2013, 09:07 Uhr · 0 Leser
Dass das Spiel zwischen dem TuS Grevenbroich und dem VdS Nievenheim zum Start der Landesliga-Rückrunde kein normales werden würde, war den meisten Beteiligten schon vorher klar. VdS-Trainer Varol Besikoglu sprach von einem Kaltstart, bei dem alles passieren könne. Er sollte Recht behalten, sein Team setzte sich in einer kuriosen Partie mit 6:3 (2:2) durch.
Dass beide Teams im Winter kaum trainieren konnten, machte sich auf Anhieb bemerkbar. Dass das Spiel auf der ungeliebten Asche hinter dem Schlossstadion stattfand – dem vielleicht schlechtesten Fußballplatz im gesamten Rhein-Kreis Neuss –, tat sein übriges dazu. Nie entwickelte einer der beiden Kontrahenten so etwas wie Spielkontrolle, beide Abwehrreihen präsentierten sich phasenweise vogelwild.

So dauerte es nach Nievenheimer Anstoß nur zehn Sekunden, bis Swen Rommerskirchen den TuS in Führung schoss. Giovanni Demme schloss nach 25 Minuten einen Konter zum 2:0 ab, VdS-Spielmacher Salva Franciamore hatte den Ball zuvor vertändelt. Nievenheim glich durch zwei Aktionen von Johannes Meuter aber noch vor der Pause aus: Erst fand der Rechtsaußen nach überragendem Solo Kai Pelzer (30.), dann flankte er auf Marcel Poullie, dessen Kopfstoß Jean Ngongang ins eigene Tor verlängerte (41.).

Nach dem Seitenwechsel brachte ein weiterer Aussetzer den TuS wieder in Front. So frei wie bei seinem 3:2 (63.) dürfte Tim Allroggen in der ganzen Saison noch nicht im Strafraum aufgetaucht sein. Beim erneuten Ausgleich sah TuS-Keeper Branimir Knez schlecht aus: Der Außenristschuss von Daniel Dünbier nahm eine seltsame Flugkurve, schlug aber mitten im Tor ein (70.). Für die Entscheidung sorgte die Einwechslung von Simon Kozany. Jeweils nach Franciamore-Standards köpfte der Joker ein (74./80.), Meuters Tor zum 6:3-Endstand bereitete er vor (82.).

TuS-Trainer Jörg Ferber wählte zwar die richtige Taktik, seine Mannen brachen in der letzten Viertelstunde aber ein. Bis dahin hatte sie Nievenheim intensiv unter Druck gesetzt und nach Ballgewinnen im Höchsttempo umgeschaltet – wohl zu viel für die sichtlich platten Grevenbroicher. Der VdS beendete den Versuch, das gepflegte Kurzpassspiel aufzuziehen, in der Pause und kopierte fortan die Methode des TuS. Franciamore zog sich zurück, um mit seinen an Präzision kaum zu übertreffenden langen Bällen die Spitzen einzusetzen. "Wir haben eingesehen, dass Fußball auf diesem Platz kaum möglich war. Daher haben wir versucht, die Bälle schnellstmöglich zu unseren Stürmern zu schlagen", erklärte Besikoglu. Das ging beim weiter abstiegsbedrohten TuS gerade noch gut.