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Interview

»Nicht von der Regionalliga träumen«

Landshuts Trainer Christian Endler über die tolle Saisonbilanz und die nächsten Ziele

von Thomas Seidl · 20.10.2011, 11:43 Uhr · 0 Leser
Christian Endler feuert seine Mannschaft an - mit Erfolg. F: Meier
Christian Endler feuert seine Mannschaft an - mit Erfolg. F: Meier

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Seit Sommer diesen Jahres ist Christian Endler Trainer bei der SpVgg Landshut. Der 40-jährige A-Lizenzinhaber kam vom niederbayerischen Bezirksligaaufsteiger SpVgg Niederaichbach zur ruhmreichen "Spiele". Vorher coachte Endler bereits den SpVgg-Lokalrivalen ETSV Landshut 09 in der Bezirksoberliga. FuPa sprach mit dem Übungsleiter des Tabellenzweiten der Landesliga Mitte über die makellose Heimbilanz, die Ambitionen des Klubs und den Top-Neuzugang Michael Rosenwirth, der vom oberbayerischen BC Attaching nach Landshut gewechselt ist.

FuPa: Christian, die Vorrunde neigt sich in der Landesliga Mitte ihrem Ende zu. Welches Zwischenfazit ziehst du bisher aus der Sicht der SpVgg Landshut?
Christian Endler (40): Ein sehr positives. Wir sind punktemäßig voll im Soll und haben im Vergleich zur Vorsaison schon einige Zähler mehr eingespielt. Die Leistungen waren überwiegend ansprechend, auch wenn mal das ein oder andere schwächere Spiel, wie beispielsweise letzten Samstag in Hankofen dabei war.

Auffallend ist die überragende Heimbilanz. Ihr habt im heimischen Hammerbachstadion erst ein Unentschieden zugelassen, während ihr auswärts schon vier Spiele in den Sand gesetzt habt. Hast du eine Erklärung für diese beiden völlig unterschiedlichen Bilanzen?

Ehrlich gesagt nicht. Meine Spieler haben mir gesagt, dass es letzte Saison eher umgekehrt war, da war die Auswärtsbilanz besser als die auf eigenem Rasen. Die taktische Ausrichtung ist immer ein Stück vom Gegner abhängig, wir spielen auch daheim ab und an mal etwas defensiver. Daher gebe ich auf diese Statistik nicht allzu viel.

Endler: »Ohne Cafariello sind wir schwerer auszurechnen.«

Der Abgang von "Beppo" Cafariello, der jahrelang Dreh- und Angelpunkt im Landshuter Spiel war, wurde zu Saisonbeginn mit Skepis betrachtet. Trotz aller Unkenrufe habt ihr den Abgang des Leitwolfs sehr gut aufgefangen.
Ja, ich denke schon. Beppo ist natürlich ein überragender Einzelkönner, der das Spiel der "Spiele" jahrelang maßgebend geprägt hat. Aber ich denke, dass wir nun schwerer auszurechnen sind. In der Vergangenheit war vieles auf Cafariello zugeschnitten, jetzt sind wir variabler.

Vor allem euer Neuzugang vom oberbayerischen Bezirksoberligaabsteiger BC Attaching, Michael Rosenwirth, hat bombastisch eingeschlagen und schon neun Treffer erzielt. Wie beurteilst du seine Entwicklung?

Michael ist ein Glücksgriff für uns. Er hatte in den ersten Wochen etwas Schwierigkeiten mit dem Tempo und ist daher am Saisonanfang einige Mal von der Bank ins Spiel gekommen. Er ist auf der Zehnerposition mittlerweile eine feste Größe und extrem torgefährlich. Leider konnte er die letzten beiden Wochen berufsbedingt nicht trainieren, was natürlich nicht optimal ist.

In deiner Amtszeit gab es auch vereinsintern schon einige Querelen. Die komplette Vorstandschaft erklärte ihren Rücktritt. Wie macht sich das auf deine Arbeit mit dem Team bemerkbar und gibt es schon Lösungen, wie die Vereinsführung zukünftig aussehen wird?

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das ganze Theater an mir und der Mannschaft spurlos vorübergegangen ist. Aber wir haben immer versucht, dass wir diese Unruhen ausblenden und uns voll und ganz auf die sportlichen Aufgaben konzentrieren. Ich denke, dass wir das ganz ordentlich hinbekommen haben. Nächsten Mittwoch stehen die Neuwahlen auf dem Programm. Es deutet sich schon eine Nachfolgelösung an.

Ihr habt ja die Qualifikation zur Bayernliga als offizielles Saisonziel ausgegeben. Ist die Regionalliga kein Thema bei der SpVgg Landshut?

Wir wollen uns auf jeden Fall für die neue Bayernliga qualifizieren. An dieser Zielsetzung werden wir nichts ändern, da wir ohnehin noch lange nicht durch sind. Wenn wir aber am Saisonende auf einen Tabellenplatz stehen, der zu den Aufstiegsspielen zur Regionalliga berechtigt, dann werden wir diese Partien mit großem Ehrgeiz angehen. Aber wir sind gut beraten, uns auf die nächsten Aufgaben zu konzentrieren und nicht von der Regionalliga zu träumen.

Endler: »Gegen Cham wird's ganz schwer.«

Der nächste Gegner heißt ASV Cham. Demonstriert ihr im letzten Heimspiel der Vorrunde wieder euere Heimstärke?
Das wird eine ganz enge Kiste. Cham hat gegen Jahn Regensburg II und Schalding bewiesen, dass sie vor allem gegen die vorderen Teams gute Leistungen abrufen können. Zudem haben wir schwerwiegende Ausfälle zu verkraften. Die beiden Defensivstützen Christian Steffel und Benedikt Neumeier haben sich Innenbandanrisse im Knie zugezogen und werden wohl vor der Winterpause nicht mehr eingesetzt werden können. Ernst Krumpholz ist gesperrt, der Einsatz von Christian Oehl aufgrund einer Grippe noch fraglich. Gegen Cham wird's ganz schwer.