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Montag 20.03.17 20:30 Uhr|Autor: Jürgen Ruoff (BZ)807
Zwei Hundertprozentige hat Sam Samma ausgelassen, die schwierigste Chance hat der Torjäger des FC Neustadt dann gemacht | Foto: Bernd Seger

Neustädter Spieler zeigen eine andere Körpersprache

Tobias Urban, der Löffinger Trainer: "unterirdisch, null gar nix"
Punkte, Tore und Ergebnisse sind eine Sache im Fußball –  Leidenschaft, Laufbereitschaft und Körpersprache eine andere. In beiden Bereichen waren  beim FC Neustadt im  Verbandsliga-Auswärtsspiel in Auggen (1:1) jedoch deutliche Fortschritte gegenüber der schmerzhaften 2:5-Heimniederlage gegen Lahr zu erkennen.

„Die Körpersprache der Spieler  war eine andere, die  Mannschaft hat ihr wahres Gesicht gezeigt. Mannschafttaktisch war das eine gute Leistung“, sagt Benjamin Gallmann, der mit Bruder Klaus das Neustädter Team coacht. „Wir hatten gute Abstände und haben die Räume gut zugestellt.“

Die Blauen haben den Tabellenvierten mit einer disziplinierten Leistung ausgebremst. Für Peter Schubnell, der studienbedingt fehlte, rückte Robin Maier auf die Zehner-Position. Für den ebenfalls fehlenden Stefan Ketterer lief Sascha Waldvogel auf und ging auf die Sechs, während Tobias Gutscher Ketterers Position auf dem Flügel übernahm. „Es war ein sehr intensives Spiel“, sagt Gallmann. Beide Teams ackerten  viel, der Ertrag war jedoch überschaubar. Neustadt Torjäger Sam Samma hatte vor dem 0:1 und nach dem 1:1 zwei hochkarätige Chancen. In beiden Situationen kam er unbedrängt zum Abschluss. Einmal zog er in einer Eins-gegen-eins Situation mit dem Auggener Torwart den Ball knapp am Pfosten vorbei und auch die Kopfballchance aus fünf Metern führte nicht zum Erfolg. „Normal macht er die“, sagt Gallmann. Der FC Auggen ging mit der ersten Torchance nach 22 Minuten in Führung. „Das war gut gespielt und schwer zu verteidigen“, findet der FCN-Coach. Wenige Sekunden nach dem Wiederanstoß klingelte es jedoch auf der anderen Seite: Sam Samma erzielte den Ausgleich. „Das war die schwierigste Chance, die hat er dann gemacht“, sagt Gallmann. Unter Gegnerdruck schob der Torjäger nach einem Pass von Gutscher clever den Körper vor den Gegnerspieler und traf aus fünf Metern zum 1:1. In der Schlussphase, als Auggen drängte und den Sieg wollte, hatten die Blauen aus dem Hochschwarzwald einige Male Glück. Andererseits: „Wir hätten in dieser Phase den einen oder anderen Konter konsequenter zu Ende spielen müssen“, sagt Gallmann. Es war das einzige Defizit der Hochschwarzwälder an diesem Tag. „Der Punkt ist verdient und keineswegs gestohlen. Der kann noch sehr wertvoll werden in der entscheidenden Saisonphase“, sagt Gallmann.

Tobias Urban ist auf der Suche. Er sucht Worte, die die 0:2-Niederlage in Salem beschreiben. Er überlegt. Unterirdisch? „Ja, unterirdisch trifft es. Das war richtig schlecht. Das war gar nix in der ersten Halbzeit“, sagt der Trainer des FC Löffingen.  Er kann sich an keine vergleichbar schlechte Leistung seiner Mannschaft in einer Halbzeit erinnern. „Der Gegner ist  mehr gelaufen. Die wollten, wir nicht. Wir haben in der ersten Halbzeit keine Einstellung zu diesem Spiel gefunden. Es war, als wären wir auf einem Ausflug“, schimpft Urban.

In der Halbzeitpause versuchte er mit deutlich aufgedrehter Lautstärke, sein Team wachzurütteln. „Das musste  raus.“ Er forderte alles oder nichts von seinen Spielern. „Es wurde ein kleines bisschen besser im zweiten Durchgang, ein ganz kleines bisschen“, sagt er. Benjamin Gaudig tauchte  zweimal  vor dem Salemer Torhüter auf, „da kann er aus Versehen auch mal beide machen“, findet Urban. Auch dem eingewechselten Nico Klein, der sonst in der Zweiten spielt und sich mit guten Leistungen für die Erste empfohlen hatte, bot sich noch eine Möglichkeit, die der Salemer Torhüter jedoch vereitelte. „Tore muss man sich verdienen“, sagt Urban mit vorwurfsvollem Unterton.

Die ärgste Enttäuschung ist beim Trainer zwar verflogen, die desaströse erste Halbzeit gärt aber noch immer  in ihm. „Darüber wird noch zu reden sein“, sagt Urban, er macht das heute Abend im Training. Mit den überschäumenden Emotionen ginge das nach dem Spiel in die falsche Richtung. „Schade, dass man ein Spiel so leichtfertig herschenkt“, sagt Urban. Er kann es noch immer nicht ganz fassen.
 
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