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Ligavorschau

Neusäß will dem Spitzenreiter nichts schenken

Neuburgs Trainer Krzyzanowski rechnet noch mit drei benötigten Siegen für den Klassenerhalt +++ Dinkelscherbens Wiest »träumt« von einem 6:0-Sieg +++ Donaumünster vor schier unlösbarer Aufgabe in Bubesheim

von Augsburger Allgemeine / wab · 03.05.2013, 21:10 Uhr · 0 Leser
Volldampf voraus! Benni Schmid (am Ball) erwartet mit dem TSV Neusäß den Aufstiegskandidaten TSV Wertingen.  F.: Jung
Volldampf voraus! Benni Schmid (am Ball) erwartet mit dem TSV Neusäß den Aufstiegskandidaten TSV Wertingen. F.: Jung
Gerade mal drei Wochen ist es her, da kam der TSV Dinkelscherben beim SC Ichenhausen mit 1:7 unter die Räder. Die Erinnerungen an dieses Debakel ist vor dem Rückspiel am Sonntag also noch frisch. Genauso wie die von Meitingens Trainer Ali Dabestani, der das 0:7 beim SC Bubesheim unter der Woche schnell vergessen machen will. Schließlich brauchen er und sein Team noch ein paar Punkte, um den Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach zu bringen. Beim Derby zwischen dem SV Ettenbeuren und dem TSV Burgau wollen die Gastgeber den Schwung des Trainerwechsels nutzen.
TSV Neusäß – TSV Wertingen (Sa., 15.30 Uhr)
Aus Sicht der Schmid-Truppe haben die Spiele seit der 2:4-Niederlage in Meitingen Anfang April nur noch statistische Bedeutung. Trotzdem ist der Ehrgeiz ungebrochen. Obwohl er aus dem Zug nach oben katapultiert wurde, hat der TSV Neusäß von den darauf folgenden fünf Partien vier gewonnen und lediglich eine verloren. Ein Fingerzeig für den Klassenprimus TSV Wertingen, der nicht davon ausgehen darf, etwas geschenkt zu bekommen.
Motivation beziehen die Neusässer nicht zuletzt aus dem Hinspiel. Nach 2:0-Führung hatten sie sich auf dem Judenberg mit 2:3 geschlagen geben müssen. „Eine unglückliche Niederlage“, erinnert sich Trainer Stefan Schmid. „Dieses Mal wollen wir den Spieß umdrehen und voll punkten.“ Unter Druck sieht der Coach nicht sein Team, sondern den Gegner. „Für Wertingen steht eine Menge auf dem Spiel“, sagt er. Zwar werden die Gäste aller Voraussicht nach den Platz an der Sonne nicht halten können, da der mit zwei Zählern weniger ausgestattete Verfolger Bubesheim in drei Nachholspielen Gelegenheit hat, auf die Überholspur zu wechseln. Doch im Kampf um den zweiten Rang steht die Mannschaft in Konkurrenz mit dem momentanen Tabellendritten SC Ichenhausen, bei dem Neusäß sich am Sonntag in einer Woche beweisen muss. „Vielleicht sind wir ja das Zünglein an der Waage“, sagt Schmid
Zugespitzt hat sich die personelle Situation. Neben den maladen Riccardo Nieddu (Zehenverletzung), Stefan Fixle und Angelo Arabia (beide muskuläre Probleme) fehlen diesmal auch die Nachwuchstalente Stefan Merk und Tobias Rauner, da die A-Junioren zeitgleich mit der Ersten gegen Illertissen spielen. In der kommenden Saison allerdings kann Stefan Schmid fest mit den Jungspunden disponieren. „Beide haben ihre Zusage gegeben“, berichtet der Sportliche Leiter Günter Hausmann.

VfR Neuburg – TSV Wemding (Sa., 15.30 Uhr)
Fünf Spiele muss der VfR Neuburg in dieser Saison noch absolvieren. Fünf Spiele, die entscheiden werden, ob die Neuburger nach nur einem Jahr wieder aus der Bezirksliga absteigen oder am Ende doch über den Klassenerhalt jubeln können. „Wir brauchen noch mindestens drei Siege, um die Klasse zu halten,“ rechnet VfR-Coach Peter Krzyzanowski vor, dessen Abschied nach dieser Spielzeit mittlerweile beschlossene Sache ist. Keine leichte Aufgabe für den Bezirksligisten, der sich in dieser Saison überhaupt erst sechsmal über einen Sieg freuen durfte.
Helfen könnte dabei jedoch, dass der VfR drei der Partien im eigenen Stadion absolvieren kann. „Zuhause holen wir im Moment mehr Punkte. Daher ist das prinzipiell für uns schon ein kleiner Vorteil“, erklärt Kryzanowski vor der Partie gegen den TSV Wemding.
Der Tabellensechste ist auf dem Papier der klare Favorit und die Neuburger müssen sich auf eine schwere Partie einstellen. „Vor allem auf die Konter der Wemdinger müssen wir aufpassen“, weiß Krzyzanowski, der in diesem Jahr schon zweimal bei Partien des Ligakonkurrenten war und sich ein Bild vom Gegner machte. Der Trainer ist sich allerdings sicher, dass seine Jungs diese Partie trotzdem gewinnen können: „An einem guten Tag können wir auch den schweren Gegnern in dieser Liga große Probleme bereiten.“ Allerdings gibt es dafür eine Bedingung, wie der Trainer weiß: „Jeder einzelne Spieler muss mehr als das Normale leisten und über sich hinausgehen, damit wir punkten können.“
Leistung und Konzentration fordert Krzyzanowski daher von seinen Schützlingen. Und zwar über mindestens 90 Minuten plus Nachspielzeit. „Wir dürfen nicht noch einmal bei der letzten Aktion den Ausgleichstreffer kassieren“, warnt der ehemalige Spielertrainer und erinnert dabei an das Unentschieden gegen Dinkelscherben vom vergangenen Mittwoch. Zwei verschenkte Punkte, die der VfR dringend im Abstiegskampf gebraucht hätte. Mindestens genauso dringend bräuchten die Neuburger endlich wieder einen kompletten Bezirksliga-Kader. Doch auch an diesem Wochenende kann der Trainer auf keine Wunder hoffen. Zwar steht Adijan Kadic wieder zur Verfügung, im Gegenzug muss Krzyzanowski dafür auf seinen „spielenden Co-Trainer“ Ricky Markati verzichten, der beruflich verhindert ist.
Die harten Wochen haben beim TSV Wemding ihre Spuren hinterlassen. Damit begründet Trainer Thomas Vierke den chancenlosen Auftritt im Nachholspiel am Mittwoch gegen Neusäß (0:2). „Wir sind seit mehreren Spielen am Limit.“ Personell habe er kaum Alternativen.

Fieberkurve



SC Bubesheim – SV Donaumünster (Sa., 15.30 Uhr)
Das 7:0 gegen Meitingen war toll, keine Frage, und angesichts der am Mittwoch demonstrierten Offensivstärke sollte dem SCB vor dem Kellerkind nicht bange sein. Allerdings hat der gefühlte Spitzenreiter (die Punkte aus dem von den Gästen abgesagten Spiel gegen Oberhausen stehen noch nicht in der offiziellen Tabelle) nach wie vor ein Abwehrproblem. Deshalb sehen die Verantwortlichen auch keinerlei Anlass, abzuheben. Schon der erste Kommentar des Abteilungsleiters zum 7:0 belegt das. „Offensiv war das stark, aber was wir Chancen zulassen ...“, bemerkte Karl Dirr auf die Frage nach der Einordnung des Sieges. Möglicherweise bietet sich jetzt eine gute Gelegenheit, für Ruhe und Sicherheit in den eigenen Reihen zu sorgen. Die noch ausstehenden Aufgaben im Endspurt der Saison werden nämlich gewiss nicht einfacher.
Der SVDE schafft es momentan nicht, nach einem überzeugenden Spiel entsprechend nachzulegen. Aktuell liegt der Aufsteiger drei Punkte vor dem Relegationsplatz und vier vor einem direkten Abstiegsplatz. „Wir müssen beim Torabschluss einfach noch konsequenter sein“, betonte Spartenleiter Alfred Rauch.


Auf Christian Schneider (links) müssen die Glötter auch gegen den TSV Rain II verzichten. F.: Aumiller

SSV Glött – TSV Rain/Lech II (So., 15 Uhr)
Rains Trainer Jens Meckert hat eine junge, technisch versierte und spielstarke Truppe unter seinen Fittichen. Schwächen der Rainer, die deswegen nur im Tabellenmittelfeld zu finden sind, liegen eher in der Defensive – und genau da wollen die Glötter ansetzen. Obwohl die Lilien zuletzt mit leeren Händen aus Wemding zurückkehrten, zeigte die Mannschaft über weite Strecken eine ansprechende Leistung. Am Ende fehlte meist der entscheidende Pass zum Torerfolg. Ärgerlich ist, dass man sich immer wieder in der Schlussphase unnötige Gegentreffer einfängt. In Wemding pfiff der Schiedsrichter nach dem Gegentreffer erst gar nicht mehr an.
SSV-Trainer Florian Strehle muss erneut auf einige Akteure verzichten, sodass der Übungsleiter nur wenige Veränderungen vornehmen kann. Bei Stürmer Sebastian Wörner (Muskelfaserriss) wird es wohl nicht gehen. Seit nunmehr fünf Wochen heißt es für Christian Schneider zuschauen, der SSV-Allrounder laboriert noch immer an einer hartnäckigen Verletzung. Sein Fehlen macht sich im Lilien-Offensivspiel zunehmend stärker bemerkbar. Angeschlagen und somit fraglich sind Christian Eisenbart und Hans-Jörg Schauler, doch beide werden wohl gegen Rain im Kader stehen. Auf Daniel Stredak kann Strehle voraussichtlich zurückgreifen.

SV Ettenbeuren – TSV Burgau (So., 15 Uhr)
Die ersten Veränderungen innerhalb der Mannschaft kann der neue SVE-Trainer Christian Streitel gleich in einem Derby anbringen. Schließlich steht ein voraussichtlich vorentscheidendes Spiel gegen den TSV Burgau an. Sollten die Ettenbeurer verlieren, wird es mit dem direkten Klassenerhalt extrem schwer. Doch auch bei einer Niederlage ist noch nicht alles verloren. In den verbleibenden Partien stehen neben der Aufgabe gegen den bereits geretteten TSV Wemding noch Spiele gegen die direkten Konkurrenten Donaumünster-Erlingshofen und Neuburg an.
Beim TSV Burgau ist man nach dem Punktgewinn gegen das Spitzenteam aus Wertingen wieder etwas zuversichtlicher. War die Leistung bei der 1:2-Niederlage gegen den SC Bubesheim schon sehr gut, steigerten sich die Markgräfler gegen Wertingen noch einmal und punkteten schließlich verdient. In Ettenbeuren wird es aber sicher ein anderes Spiel geben als gegen die technisch versierten Spitzenteams. Im Kammelstadion wird ein Kampf auf Biegen und Brechen erwartet. Bei einer Niederlage könnte es für den TSV in puncto Klassenerhalt noch einmal spannend werden. In den abschließenden Partien treffen die Burgauer auf den FC Donauwörth und den TSV Meitingen. Am kommenden Sonntag sind die Markgräfler spielfrei.

Fieberkurve



TSV Meitingen – DJK Lechhausen (So., 15 Uhr)
„Ich habe mir die Tage schon einiges anhören müssen“, sagt Ali Dabestani, der Trainer des TSV Meitingen. Die 0:7-Schlappe beim SC Bubesheim war ein derber Schlag ins Kontor der Lechtaler, die den Klassenerhalt eigentlich schon abgehakt hatten. Jetzt müssen die Schwarz-Weißen gegen die bereits abgestiegene DJK Lechhausen die letzten noch fehlenden Zähler in die Scheuer einfahren.
„Die erste halbe Stunde in Bubesheim war mehr als schlecht“, blickt der kickende Coach zurück, „da haben wir die Zweikämpfe nicht angenommen, waren nicht clever genug und haben technische Fehler gemacht, wie eine Schülermannschaft.“ Das habe der Aufstiegsaspirant Bubesheim mit seiner Qualität und vor allem seiner Abschlussstärke schonungslos ausgenutzt. „Das war nicht bezirksligareif. Als Trainer könne man da nicht reagieren. Zumal nur zwölf Mann im Kader standen, davon drei in der Anfangsformation, die nach langen Verletzungspausen noch nicht fit waren. „Nichtsdestotrotz müssen wir vier, fünf Tore machen“, versichert Dabestani glaubhaft. Zu allem Übel zog kurz vor Schluss, unmittelbar vor dem 0:7, dann auch noch Florian Steppich die Notbremse. Die Rote Karte eliminierte den letzten etatmäßigen Abwehr-Indianer des TSV. „Ich erwarte eine Reaktion“, nimmt Dabestani seine Mannschaft in die Pflicht. Die nächsten Spiele seien Bewerbungen für die kommende Saison. „Wer allerdings glaubt, dass wir die jetzt locker, lässig wegputzen, der hat keine Ahnung vom Fußball“, warnt Dabestani. „Die DJK hat nichts mehr zu verlieren.“

TSV Dinkelscherben – SC Ichenhausen (So., 15 Uhr)
„So lange wie möglich vorne dabeibleiben“: Das sagte SCI-Trainer Oliver Schmid nach der Winterpause. In den seit März absolvierten Partien holten die Königsblauen stolze 23 Punkte und stehen nun auf dem dritten Platz. Mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten TSV Dinkelscherben könnten die Ichenhauser ihre Aufstiegs-Chance wahren. Im Hinspiel vor gut zwei Wochen ließen die Königsblauen der Elf aus dem Landkreis Augsburg keine Chance und siegten 7:1. Trotzdem wird die Aufgabe in Dinkelscherben für den SCI nicht ganz einfach. Zumal sich die Personalsituation immer mehr zuspitzt. Der Blick auf die Tabelle und die noch ausstehenden Partien gibt aber Anlass zu Optimismus. Der SCI hat unter anderem noch beide Spitzenteams zu Gast.
Herbert Wiest flüchtet sich in Galgenhumor. „Wenn wir 6:0 gewinnen, sind wir eine Runde weiter“, sagt der Trainer des TSV Dinkelscherben. Eine Anspielung aufs Hinspiel. Nur vier Tage nach dem Heimspiel gegen Ichenhausen gastiert Spitzenreiter Bubesheim in der malerischen Reischenau. Kein Wunder also, dass der Chefcoach von einem „Wahnsinnsprogramm“ spricht. Die zum Klassenerhalt noch fehlenden Zähler muss seine Truppe wohl in den anschließenden drei Partien holen. Zuerst geht’s nach Lechhausen zum bereits als Absteiger feststehenden Schlusslicht DJK, dann vor eigenem Publikum gegen den Mitkonkurrenten SpVgg Wiesenbach, ehe in Oberhausen das finale Spiel steigt.
Auf dem Weg zum rettenden Ufer könnte Dinkelscherben schon ein gutes Stück weiter sein, wenn man sich zuletzt in Neuburg nicht mit einem mageren 1:1 beschieden hätte. „Zwei verschenkte Punkte“, blickt Wiest zurück im Zorn. „Wir haben einen Elfer verballert und bei der Führung des Gegners dem Torschützen nur Begleitschutz gegeben. In diesem Spiel, in dem fast alles hätte klargemacht werden können, wäre eine andere Mentalität wünschenswert gewesen.“ Für Einstellungsdefizite bringt Herbert Wiest absolut kein Verständnis auf. Und weil dem so ist, legt er noch nach. „Weh getan“, verrät er, „hat sich in dieser Partie einzig und allein der Trainer.“ Als er seine Unzufriedenheit mit einem schwungvollen Tritt gegen die Bande zum Ausdruck brachte, habe er feststellen müssen, „dass die total massiv ist“. Gegen den SC Ichenhausen müssen weiterhin Alex Guggemos (Muskelfaserriss) und Florian Wiest (im Aufbau) ersetzt werden. Allenfalls für Kurzarbeit infrage kommt Daniel Wiener, dem eine Pollenallergie schwer zu schaffen macht.

Fieberkurve



FC Donauwörth – SpVgg Wiesenbach (So., 17 Uhr)
Mit dem letztlich verdienten 1:0 gegen Schlusslicht DJK Lechhausen konnten sich die Wiesenbacher auf den Entscheidungsspiel-Platz verbessern. Nun sollte die Mannschaft in Donauwörth mit einem Sieg aufwarten, um das große Ziel Klassenerhalt wahrscheinlicher zu machen. Bei vier noch ausstehenden Spielen darf nicht mehr viel danebengehen. Deshalb müssen die Spieler mit Kampfgeist und Einsatz die technischen Vorteile der Gastgeber ausgleichen. Trainer Christian Müller hat wieder den gleichen Kader wie zuletzt zur Verfügung, wobei sich einige angeschlagene Kicker Spiel für Spiel durchbeißen müssen.
Der FC Donauwörth hat weder mit dem Aufstieg noch mit dem Abstieg etwas zu tun und kann folglich ohne Druck in die restlichen Saisonspiele gehen. Besondere Erwartungen hat Trainer Kreso Kovacec deshalb nicht an die Partie: „Was ich sehen will, ist, dass sich meine Mannschaft fußballerisch und mental ständig weiterentwickelt.“