
Matthias Mink hat einen neuen Arbeitgeber. Der bisherige Assistent von Bayer-II-Trainer Ralf Minge wird neuer Chefcoach in Kassel und kämpft ab sofort beim Südwest-Regionalligisten KSV Hessen gegen den Abstieg.
Leverkusen. Die Linienrichter des Testspiels zwischen der U 23 von Bayer 04 Leverkusen und den Kickers Offenbach am Samstag kamen in einen zuletzt unbekannten Genuss: Sie erlebten ein Spiel im Ulrich-Haberland-Stadion ohne Diskussionen mit einem Leverkusener Trainer. Zeitgleich mit der Begegnung, die Bayer mit 0:1 (0:1) verlor, erklärte Matthias Mink , bis Freitag Leverkusener Co-Trainer, auf einer Pressekonferenz in Kassel seinen Wechsel zum dort ansässigen Südwest-Regionalligisten KSV Hessen.
Es verging kaum ein Spiel in den letzten zweieinhalb Jahren, in dem Mink die Linienrichter nicht mit einem verständnislosen Kopfschütteln oder einer giftigen Bemerkung bedachte. Trainer Ralf Minge gab mit einem Lächeln zu, dass diesmal weniger als sonst diskutiert worden sei. Vor allem lobte er aber Minks Arbeit. „Wir haben uns sehr gut ergänzt und voneinander profitiert”, sagte er. Und das war keineswegs selbstverständlich, weil er 2012 Minks Job als Cheftrainer übernommen hatte und sein Vorgänger ins zweite Glied gerückt war. „Wir haben uns damit arrangiert”, sagte Minge.
Er habe viel von Minge gelernt, erklärte wiederum Mink: In der Trainingsgestaltung und der Entwicklung junger Spieler. „Das möchte ich in Kassel einbringen.” Kassels neuer sportlicher Leiter André Schubert, zuvor Trainer bei Alemannia Aachen und beim FC St. Pauli und ein Vertrauter Minks, habe ihn kontaktiert, dann habe er sich mit seiner Familie und Bayer 04 beraten — und zugesagt. Der neue Vorstand um Schubert habe ihm versichert, dass der Verein gut aufgestellt sei und Bayer 04 stellte sich nicht quer: „Ich habe ihm zugeraten”, sagte Minge.
Sportlich wird sich für Mink in Kassel auf den ersten Blick nicht viel ändern: Er kämpft gegen den Abstieg in die Fünfte Liga und das Personal ist knapp. Beides gilt auch für die Bayer-Reserve. Christoph Siefkes verabschiedete sich am Samstag offiziell zum 1.FC Magdeburg und Kapitän Mirko Casper verletzte sich. Allerdings wird die Risswunde am Knie bis zum Spiel gegen Rot-Weiß Essen am 7. Februar verheilen.
Zum Spiel gegen Offenbach, zu dem nicht wie erwartet viele, sondern nur 300 Zuschauer kamen, sagte Minge: „Man hat uns die Müdigkeit angemerkt.” Nach viel Training in den vergangenen zwei Wochen ständen nun Spiele im Mittelpunkt, erklärte er. Das nächste am Mittwoch (14 Uhr) im Haberland-Stadion gegen den Drittligisten VfL Osnabrück.