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Interview

Neu-Fußballlehrer Radoki peilt Profibereich an

Ex-Bayernligatrainer und Profi Janos Radoki schildert im FuPa-Interview seine Lehrgangs-Eindrücke

von Dirk Meier · 26.03.2012, 13:30 Uhr · 0 Leser
Janos Radoki stellt sich als DFB-Fußballlehrer den kommenden Aufgaben. F: Meier
Janos Radoki stellt sich als DFB-Fußballlehrer den kommenden Aufgaben. F: Meier

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Janos Radoki, der 2008 den TSV Rain am Lech als Trainer in die Bayernliga geführt hat, trägt seit einer knappen Woche den Titel "DFB-Fußballlehrer". Der gebürtige Ungar, der seit seinem fünften Lebensjahr in Schwaben lebt, trainiert aktuell die Bundesliga-U17 des FC Augsburg. Der zehn Monate dauernde Lehrgang in Hennef, es war der erste an der dortigen Sportschule, war sehr prominent besetzt. Unter den 23 Absolventen waren unter anderem Stefan Effenberg und Mehmet Scholl. Lehrgangsleiter war Frank Wormuth. Alle Lehrgangsabsolventen erhielten die UEFA-Pro-Lizenz. Gegenüber FuPa berichtet Janos Radoki von seinen Erfahrungen.


FuPa: Janos, du bist nun stolzer Besitzer der Fußballlehrer-Lizenz. Erzähl uns von deinen Eindrücken.
Janos Radoki (40): Zunächst einmal, war es eine sehr gute Erfahrung für mich. Ich habe neue Kontakte geknüpft. Nun muss man mal abwarten, wie sich das weiter entwickelt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt.

Du bist selber Profi gewesen. Bei diesem Lehrgang waren nun aber so prominente Teilnehmer wie Stefan Effenberg und Mehmet Scholl dabei, oder auch die ehemaligen Bundesliga-Spieler Jörg Heinrich, Christian Wörns und Detlev Dammeier.
Ich war selber Profi, aber Leute wie Effenberg und Scholl sind schon ein ganz anderes Kaliber. Beide sind immerhin Champions-League-Gewinner, und waren in Sachen Analyse, Ansprache und Rhetorik sehr überzeugend.

»Vielleicht als Co-Trainer bei einem Profiverein reinschnuppern.«


Zehn Monate hat der Lehrgang in Hennef gedauert. Wie schafft man das als Vater, Ehemann und U17-Trainer beim FC Augsburg?
Das war keine leichte Zeit, denn wir mussten ja in der Regel Sonntagabends in Hennef sein. Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Bisher fanden die Lehrgänge ja immer in Köln in der Hennes-Weisweiler-Akademie statt. Aber dort ist es zu klein geworden. In Hennef hatten wir eigene neue Räume. Da war alles perfekt. Auch das Essen war sensationell.

Bei welchem Profiklub hast Du hospitiert?
Das konnte ich zum Glück beim FC Augsburg machen. Das wäre anders auch gar nicht möglich gewesen. So konnte ich auch häufiger bei meiner Familie sein und konnte auch weiter die U17 betreuen. Das war im Rahmen dieser Ausbildung sehr wichtig für mich.

Wie geht es nun für Dich weiter, welche Ziele hast Du?
Zunächst stehe ich noch bis zum Saisonende beim FC Augsburg unter Vertrag. Mein Ziel ist es langfristig im Profibereich zu trainieren. Vielleicht kann ich über die Schiene Co-Trainer mal bei einem Profiverein reinschnuppern. Wie gesagt: Es hat sich nun ein neues Netzwerk ergeben. Mal sehen, was in den nächsten Monaten passiert.


Infos zu Janos Radoki:
Janos Radoki (40) ist in Ungarn geboren. Im Alter von fünf Jahren begann er in Schwaben beim SC Biberbach mit dem Fußball bis einschließlich C-Jugend, wechselte dann zum FC Augsburg in den Juniorenbereich, und zwischenzeitlich zum TSV Schwaben Augsburg. Von 1992 bis 1995 spielte der Verteidiger wieder beim FC Augsburg und zog sich 1994 seinen ersten Kreuzbandriss zu. Die weiteren Stationen waren TSV Vestenbergsgreuth (1995/96), SpVgg Greuther Fürth (1996/99) und der SSV Ulm 1846 (1999 bis 2001). In Ulm kam Radoki auf 25 Erstliga-Einsätze. Radoki war einer von vier Ulmer Spielern, die bei der 1:2-Niederlage beim FC Hansa Rostock am 10. September 1999 vom Platz gestellt wurde, was bis heute Bundesliga-Rekord ist. Nach dem Bundesliga-Abstieg blieb Radoki noch eine Saison in Ulm, war mit 33 Einsätzen Stammspieler. Als Ulm dann aus finanziellen Gründen von der zweiten Bundesliga in den Amateur-Fußball abstürzte, wechselte der Ungar zu Rot-Weiß Oberhausen (2001 bis 2003).

Gleich am ersten Spieltag kam es zum Duell mit seinem Ex-Klub Greuther Fürth. Nach einem Zusammenprall mit seinem befreundeten Ex-Kollegen Günther Reichold erlitt Radoki einen komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch, musste für den Rest der Saison aussetzen. In der Folge-Saison zog sich der Abwehrspieler am 31. Spieltag in der Partie gegen den MSV Duisburg seinen zweiten Kreuzbandriss zu. 2004 holte ihn Trainer Armin Veh zu seinem Ex-Verein FC Augsburg, wo Radoki aber nur in der zweiten Mannschaft in der bayerischen Landesliga Süd zum Einsatz kam. Danach musste er als Sportinvalide seine Profi-Karriere beenden. In der Saison 2005/06 fungierte Radoki als Spielertrainer beim Süd-Landesligisten DJK Lechhausen Augsburg. 2006 wechselte der Ungar dann innerhalb der Spielklasse zum TSV Rain am Lech, mit dem er 2008 durch einen 3:0-Sieg nach Verlängerung über den 1. FC Schweinfurt 05 in Neumarkt den Aufstieg in die Bayernliga schaffte. Seit Juli 2008 ist der heute 40-Jährige Trainer der U17 beim FC Augsburg. Mit seinem Team stieg er 2010 in die U17-Bundesliga auf. Nun hat Radoki an der Sportschule in Hennef den Lehrgang zum Fußball-Lehrer mit Erfolg abgeschlossen. Janos Radoki ist seit 1998 verheiratet, hat zwei Söhne. Er hat die Ausbildungen zum Dreher und zum Großhandelskaufmann abgeschlossen.