
FuPa: Servus Florian, schön, dass du dir Zeit genommen hast. Schließlich ist Saisonendspurt. Bist du froh, wenn die lange Saison endlich vorbei ist, oder würdest du lieber noch ein, zwei Wochen dranhängen?
Wallner: Servus Robert. Grundsätzlich ist es nun von besonderer Wichtigkeit, in den letzten beiden Wochen vor der Winterpause, noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren und den Fokus ganz klar auf diese beiden Spiele gegen Bamberg und Unterhaching zu richten. Im Hinblick auf die dann anstehende und wohl verdiente Winterpause, sollte es für uns Ansporn genug sein, diese Aufgaben hoch motiviert anzugreifen, um möglichst erfolgreich zu sein. Schließlich könnten wir alle dann die anstehende Pause etwas entspannter genießen. Aber natürlich bin ich froh, wenn es letztlich heißt „Winterpause“, um auch anderen Dingen wieder mehr Zeit schenken zu können.
FuPa: Mit deinem Verein, dem SV Schalding-Heining, stehst du ja dauernd im Blickpunkt der regionalen Öffentlichkeit. Der SVS ist schließlich das Aushängeschild des niederbayerischen Fußballs! Du bist nun schon eine Weile da – was macht „Schoiding“ so besonders?
Wallner: Professionalität, Spielklasse, Teamgeist - das sind Punkte, die von meinen Mannschaftskollegen in verschiedenen anderen Interviews dazu immer wieder genannt wurden. Neben diesen Punkten möchte ich hierbei aber einmal das Umfeld im Verein hervorheben. Was dort Woche für Woche ehrenamtlich von vielen Personen geleistet wird, ist wirklich mehr als Bayernliga tauglich und verdient höchste Anerkennung.
FuPa: „Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist immer das schwerste!“ – Trifft dieser Satz auch auf den SVS zu? Aktuell steht ihr auf dem Abstiegsrelegationsplatz der Bayernliga…
Wallner: Ich denke uns allen war es klar, dass gerade dieses Jahr in der Bayernliga richtig schwer werden wird. So ist neben der Tatsache, dass es für uns die zweite Saison ist auch die Spielklasse im Vergleich zur letzten Saison wesentlich stärker geworden. Nichts desto trotz bin ich überzeugt, dass der aktuelle Tabellenplatz und auch die Niederlagenserie ziemlich bald der Vergangenheit angehören werden.
FuPa: Über die Stationen Kirchorf-Eppenschlag und Vilzing (beide damals Landesligisten) führte dich dein sportlicher Werdegang ja im letzten Jahr an den Reuthinger Weg. Im Jahr eins nach dem Aufstieg, lief es für dich eigentlich ganz gut: 13 Einsätze im Abwehrverbund stehen zu Buche. Dieses Jahr sieht es da anders aus. Nach deinen Verletzungen, Außenbandriss und Nasenbeinbruch, hast du zuletzt den Sprung zurück ins Team nicht mehr geschafft. Wie ordnest du deine persönliche Entwicklung beim SVS ein?
Wallner: In Anbetracht meiner Verletzung und dem USA- Aufenthalt konnte ich mit den Einsätzen in der letzten Saison durchaus zufrieden sein. Was auf diese Saison mit Sicherheit nicht zutrifft. Auch möchte ich da meine Verletzungen in dieser Spielzeit nicht als Ausrede gelten lassen. Schließlich ist Fakt, dass ich neben diesen Verletzungen viele Wochen voll im „Saft“ stand und meine Chance im Training gesucht habe. Die dann mit jedem Spiel steigende persönliche Unzufriedenheit, ist hierbei die logische Konsequenz eines jeden Fußballers, der von der Bank aus zusehen muss.
FuPa: Die Konkurrenz im Abwehrbereich ist enorm: Abelein, Grabl, Krieg, Träger, Baier und – keine Frage, der SVS ist gut bestückt! Siehst du künftig eine Chance, einen der derzeit gesetzten zu verdrängen?
Wallner: Wie angesprochen, kann ich als Fußballer nicht mehr tun, als mich nach Verletzungen wieder zurück zu arbeiten und mich im Training aufzudrängen. Alles Weitere ist meinerseits nicht beeinflussbar und liegt letztendlich in den Händen anderer.
FuPa: Ab einer bestimmten Spielklasse ist man sicherlich nicht mehr mit dem Verein „verheiratet“. Kannst du dir vorstellen, Schalding zu verlassen, sollte sich sportlich nichts bewegen? Schließlich nimmst du bald den Trainerschein in Angriff und hättest dann sicherlich etliche Optionen offen, auch als erfahrener und hochklassiger Spielertrainer tätig zu werden.
Wallner: Grundsätzlich vertrete ich dabei ganz klar die Meinung, dass es bei einer gewissen Unzufriedenheit völlig legitim ist, sich zu gegebener Zeit mit Alternativen zu beschäftigen. Grundvoraussetzung dabei sollte jedoch immer sein, dass man sich seinem Verein gegenüber fair verhält und gegebenenfalls die einzelnen Schritte mit diesem abspricht. Wie von dir angesprochen, habe ich aktuell die C- Lizenz des BFV in Angriff genommen. Diese werde ich Ende Mai ablegen. Für alles was dann kommt bin ich völlig offen gesinnt. Fakt ist, dass ich im Anschluss daran auch die B- Lizenz erwerben möchte.