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Ligabericht

Mit oder ohne Beetz?

Der Unternehmer Bernd Beetz ist ein potentieller Hauptinvestor beim SV Waldhof Mannheim +++ Streit zwischen den Vereinsgremien +++ Am Ende entscheiden die Mitglieder

von FuPa Mannheim · 06.06.2016, 20:00 Uhr · 0 Leser
Wohin geht die Reise für den Traditionsclub aus dem Mannheimer Norden? F: Dinger
Wohin geht die Reise für den Traditionsclub aus dem Mannheimer Norden? F: Dinger
Vorhang auf für Bernd Beetz: Am Montagvormittag stellte sich der 65-jährige Unternehmer als potentieller Investor für die angestrebte Ausgliederung der Fußballabteilung in eine Spielbetriebs-GmbH der Presse vor. Neben Bernd Beetz nahmen auch sein Sohn Christian sowie die drei Präsidiumsmitglieder Klaus-Rüdiger Geschwill, Klaus Hafner und Alexander Rudnick auf dem Podium im Gasthaus MaRuBa Platz. Die spannende Frage lautet nun: Die Zukunft des SV Waldhof Mannheim - Mit oder ohne Beetz? Die Mitgleider des SV Waldhof haben es schlussendlich in der Hand.

Nach der Kontaktaufnahme im vergangenen Sommer durch das Präsidium des SV Waldhof wurde mir zugesichert, dass mein Engagement von allen Seiten begrüßt wird.“ Umso mehr überraschte den 65-jährigen die kontroverse Diskussion über sein angestrebtes Engagement. Am vergangenen Freitag hatten sechs von sieben Aufsichtsratmitgliedern ihr Mandat niedergelegt, nachdem das Präsidium zu einem Pressegespräch mit dem potentiellen Investor eingeladen hatte. Das Präsidium des SV Waldhof wünscht sich Bernd Beetz als Investor. Der Aufsichtsrat des Vereins hatte sich aber schon vor Monaten gegen ihn ausgesprochen.

"Polarisierung ist Humbug"

Den Streit um seine Person kann der erfolgreiche Manager nicht nachvollziehen: "Ich bin ein absoluter Konsens-Fanatiker und habe immer wieder das Gespräch mit dem Aufsichtsrat gesucht. Es war enttäuschend, dass das nicht angenommen wurde. Die ganze Polarisierung ist Humbug." Der Verein brauche jeden Sponsor, um wieder in den Profifußball zurück zu kommen. Ende Juli oder Anfang soll auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Ausgliederung der Regionalliga-Mannschaft in eine Spielbetriebs-GmbH beschlossen werden, Beetz will dafür das notwendige Stammkapital von einer Million Euro bereitstellen. Ob er darüber hinaus noch Sponsoren für den Verein generieren wird, ließ Beetz offen.

Die Mitglieder haben es in der Hand

Beetz möchte durch sein Engagement beim Mannheimer Traditionsverein Erlebnisse für die Menschen der Stadt kreieren. An persönlichen finanziellen Profit denke er nicht: „Meine Rendite ist, dass der SV Waldhof nach oben kommt“, bekräftigte er im Verlauf seiner Vorstellung vor den Mannheimer Medienvertretern. Ein möglicher Gewinn, der durch die Spielbetriebs-GmbH erzielt werden würde, solle in erster Linie dazu dienen, die bestehenden Verbindlichkeiten des Vereins zu tilgen. Dennoch müsse der Fokus stets auf der Verstärkung der Mannschaft liegen. „Die Fans und Mitglieder werden entscheiden, ob es zu dem Engagement kommt oder nicht“, sagte Beetz abschließend mit Hinblick auf die anstehende Mitgliederversammlung im Juli/August diesen Jahres. Dort haben es die Mitglieder in der Hand und werden über eine Zukunft mit oder ohne Bernd Beetz entscheiden.


Zur Person:

Der gebürtige Heidelberger Bernd Beetz hat seine Millionen als langjähriger Chef eines international tätigen Parfüm-Imperiums gemacht. Von 1969 bis 1974 studierte Beetz Betriebswirtschaftlehre mit den Schwerpunkten Marketing und Personalmanagement an der Universität Mannheim. Der Manager startete vor 20 Jahren beim Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Dort dient er als Geschäftsführer in der Schweiz, Italien und Deutschland. Beetz spricht fünf Sprachen fließend, arbeitete für die ganz Großen der Kosmetikbranche und ist seit 2012 hauptsächlich als Investor tätig.