1) Servus Max! Vielen Dank, dass du dir trotz Studium-Stress für ein kurzes FuPa-Interview Zeit genommen hast! Bei deinem Club – dem SV Aicha vorm Wald – war ja die letzten Monate so einiges los. Wie ist die Stimmung momentan?
Servus Robert!!!
In unserer Mannschaft herrscht momentan gute Laune, was sicher auf die positiven Ergebnisse der letzten Spiele zurückzuführen ist. Jedoch konnte man bei uns im Lager trotz einiger Turbulenzen nicht von schlechter Stimmung sprechen, da Kameradschaft beim SV Aicha groß geschrieben wird und das Mannschaftsgefüge nach wie vor stimmt.
2) Im letzten Jahr wurdet ihr kurz vor Saisonschluss noch abgefangen und Regen ergatterte noch den Aufstiegsrelegationsplatz von euch. Wie kam es zu diesem Leistungseinbruch zum Ende hin und wie sehr schmerzt das knappe Scheitern noch immer?
Ich kann mir dieses Leistungstief immer noch nicht erklären. Noch oft analysiere ich den Verlauf der letzten Spieltage, komme aber nicht wirklich zu einer plausiblen Erklärung.
Fakt ist, dass wir im Spiel nach vorne einfach zu schwach waren und zudem Gegner hatten, die nur noch einen „Sicherungspunkt“ benötigten um den Verbleib in der Spielklasse zu gewährleisten.
Als die ganze Situation noch aktuell war, war ich schon sehr niedergeschlagen, hab mich aber mittlerweile damit abgefunden. Außerdem durchlebt ja jeder Fußballer mal so eine Situation. Solche Erfahrungen gehören halt einfach dazu.
3) Liegt darin vielleicht auch mit ein Grund für den durchwachsenen Saisonverlauf in diesem Jahr? Sind einige vielleicht nicht mehr motiviert genug oder liegt es einfach an der dünnen Spielerdecke, die solche Ausfälle wie die von Stürmer Zacher nicht verkraften kann?
Ich denke nicht, dass die Motivation bei einigen Spielern nicht mehr stimmt. Es sind immer so gut wie alle einsatzfähigen Spieler der ersten Mannschaft im Training und auch die Einstellung im Spiel und im Training sind meiner Meinung nach top.
Was uns wirklich Probleme bereitet, ist unsere Verletztenliste. Mit Zacher Stefan und Braumandl Flo haben wir schon die ganze Saison zwei Langzeitverletzte, die im vorigen Jahr noch beide Leistungsträger waren. Die kann man halt nicht einfach so ersetzen.
Außerdem hat mit Scholler Mane ein routinierter Spieler seine Karriere beendet, der ein sicherer Rückhalt in unserer noch sehr jungen Mannschaft war.
Zudem sind viele Spieler oft von kleineren Verletzungen gebeutelt, wodurch wir unsere Aufstellung oft verändern mussten.
4) Nach dem schlechten Start in die Saison ist euer Trainer Sepp Gsödl zurückgetreten. Über die Gründe wurde vielfach spekuliert. Was denkst du, gab den Ausschlag?
Diese Frage betrifft Vereinsinterna und es wurde vereinbart, dass nichts zu diesem Thema nach außen getragen wird. Ich hoffe du verstehst das.
5) Natürlich! Empfinde ich als vorbildlich diese Einstellung! Fragen musste ich trotzdem...Mit Willi Eichinger leitet nun ein Aichinger Urgestein das Training. Wie empfindest du die Umstellung? Der Trainer steht jetzt mit auf dem Platz…Vorteil oder Nachteil?
Vorab muss ich sagen, dass das Training unter Sepp Gsödl gut organisiert und aufgebaut war. Er hat sehr gute Arbeit geleistet. Aber jeder Trainer hat eine andere Philosophie und setzt dementsprechend auch andere Schwerpunkte im Training. Die Umstellung an sich wird von der Mannschaft hervorragend aufgenommen und jeder versucht die Anweisungen des Trainers konzentriert umzusetzen. Das gilt natürlich für Spiel und Training. Man hat ja in den letzten Wochen gesehen, dass Willi Eichingers Konzept Früchte trägt.
Ich sehe keinen Nachteil darin, wenn der Trainer mit auf dem Platz steht. Den nötigen Respekt um eine Mannschaft zu führen hatte Willi Eichinger bereits vor seinem Amtsantritt. Und mit Schuster Thomas haben wir zusätzlich einen erfahrenen Mann an der Seitenlinie der wichtige Anweisungen von außerhalb an die Mannschaft weiter gibt.
6) Deine Fußballer-Laufbahn begann ja bei deinem Heimatverein SV Thurmansbang. In der Jugendzeit führte dich dein Weg nach Hutthurm, wo dir der Aufstieg in die höchste Nachwuchs Spielklasse Deutschlands gelang. Darüber hinaus konntest dich im DFB-Stützpunkttraining für die Bayernauswahl deiner Altersklasse qualifizieren. Wie schätzt du deine Ausbildung im Nachhinein ein? Gab es den Gedanken, es vielleicht doch wesentlich höherklassig zu versuchen? Etlichen deiner damaligen Kameraden gelang der Sprung ja…
Ich bin froh in den Genuss einer solchen Ausbildung gekommen zu sein. Während dieser Zeit hatte ich sehr gute Trainer und habe auch viel gelernt. Klar war es oft sehr aufwendig und stressig, aber ich habe in der Zeit auch viele gute Fußballer kennen gelernt und Freundschaften geschlossen, die ich immer noch pflege.
Es um einige Spielklassen höher zu versuchen kam für mich nicht wirklich in Frage. Ich bin ein sehr heimatverbundener Mensch und habe immer schon wert auf Freundschaften gelegt, die ich durch einen Wechsel zur damaligen Zeit fast hätte aufgeben müssen.
7) Wie eben erwähnt, begann deine Laufbahn beim SV Thurmansbang. Jetzt nimmst du auch für diesen Verein den Trainerschein in Angriff. Kannst du dir eine Tätigkeit als Spielertrainer im Seniorenbereich vorstellen oder steht für dich zunächst der Juniorenbereich im Vordergrund?
Bei den B – und A – Junioren meines Heimatvereins bin ich schon eine Weile als Trainer eingebunden, natürlich möchte ich aber später auch eine Seniorenmannschaft trainieren.
8) Zurück zum SVA. Schätzt du einen Aufstieg in die Bezirksoberliga in den nächsten Jahren als realistisch ein? Und gleich eine Anschlussfrage: sollte dies nicht gelingen, ziehst du auch einen Wechsel in Betracht, um es einmal in höheren Spielklassen zu versuchen oder wirst du Aicha die Treue halten? Die Kameradschaft stimmt ja bei euch!
Der Aufstieg in die Bezirksoberliga ist, wenn man den derzeitigen Kader betrachtet, mit Sicherheit ein Thema. Die Frage ist natürlich inwieweit die Mannschaft zusammen bleibt und sich auch weiter entwickelt.
Was einen Vereinswechsel meinerseits betrifft, kann ich nicht genau sagen wohin mich mein Weg noch führt. Momentan konzentriere ich mich auf den SV Aicha v. Wald, wo es mir sehr gut gefällt und ich vor kurzem Spielführer geworden bin. Hier wird nämlich auch die gesellschaftliche Komponente groß geschrieben die im Fußball, meiner Meinung nach, eine wichtige Rolle spielen sollte.
An dieser Stelle sollte auch erwähnt werden, dass sich in Aicha drei Seniorenmannschaften im Spielbetrieb befinden (2. Mannschaft in der Kreisklasse Passau), was in unserer Region nicht alltäglich ist.
9) Bei deinem Heimatverein coacht mit Erwin Barth eine lebende Thurmansbanger Legende die junge Truppe. Das Potential der Mannschaft ist sicherlich mit Spielern wie Moser Tom und Dötter Jochen enorm. Könntest du dir vorstellen, mittelfristig „heimzukehren“ und den SVT vielleicht wieder in die Kreisliga zu führen?
Auf jeden Fall werde ich mich meinem Heimatverein wieder anschließen. Das entscheidende Wort ist „mittelfristig“. Meine engsten Freunde sind Spieler in diesem Verein und ich würde natürlich lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht mit ihnen zusammen in einer Mannschaft spielen will.
10) Zum Schluss würde mich noch deine Einschätzung der Bezirksliga Ost interessieren. Die Hälfte der Spiele ist ja nun um und du konntest alle Mannschaften kennenlernen. Dein Tipp: wer steigt auf, wer ab? Wo landet ihr?
Auf diese Frage muss ich die gleiche Antwort geben, wie schon einige Spieler in vorigen Interviews. Die Bezirksliga Ost ist dieses Jahr eine der ausgeglichensten Ligen. Alle Mannschaften liegen punktemäßig sehr eng zusammen und von daher lässt sich noch keine Aussage über einen klaren Aufstiegskandidaten machen. Es gibt viele Anwärter für den Meistertitel, das wird sich aber erst so richtig nach der Winterpause herauskristallisieren.
Gegen den Abstieg spielen mit Sicherheit der TSV Frauenau, Bad Füssing und auch Alkofen, die momentan auf den Abstiegsrängen stehen. Es kann sich aber mit einer kleinen „Serie“ auch schnell wieder eine andere Situation einstellen.
Ich hoffe, dass wir bis zur Winterpause noch ein paar Punkte holen um einigermaßen dran zu bleiben. Alles andere entscheidet sich damit, wer am besten aus der Winterpause in die Rückrunde startet.
11) Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Viel Erfolg im Studium und im Fußball und vor Allem – bleib gesund und verletzungsfrei!
Danke! Und macht weiter so auf FuPa! Klasse Seite!
Das Interview für FuPa führte Robert Grantner