
Zunächst zum Gegner: Die TS Ober-Roden steht nach 13 Spieltagen mit 31 Punkten und 36:14 Toren an der Spitze der Verbandsliga Süd. Zumindest zeigt dies, dass die Ober-Rodener Mannschaft gut aufeinander eingestellt ist und, wenn auch "nur" in der Verbandsliga, für Torgefahr sorgen kann. Die meisten der Tore gehen auf das Konto zweier Spieler. Mittelfeldspieler Mario Gotta erzielte in dieser Saison bislang 13 Treffer, Mittelstürmer Yves Böttler traf 10 mal ins gegnerische Netz. Im Hessenpokal setzte sich die Mannschaft von Trainer Zivojin Juskic in der ersten Runde beim Liga-Konkurrenten Eintracht Wald-Michelbach mit 8:7 nach Elfmeterschießen durch. In der zweiten Runde folgte ein deutlicher 3:0-Erfolg über Hessenligist SC Viktoria Griesheim. Tim Schöppner und Doppeltorschütze Yves Böttler sorgten im August für den Sieg der Ober-Rodener, die übrigens erst ihre zweite Saison in der Verbandsliga bestreiten.
Was es aber auch über die Turnerschaft Ober-Roden zu wissen gilt: Wenn sie in dieser Saison verlor, dann aber richtig. Zwei Niederlagen erlitt der kommenden Gegner des KSV bislang in der Verbandsliga Süd. Beim Verfolger und ehemaligen Hessenligisten SG Rot-Weiss Frankfurt unterlag man mit 0:4, bei der Reserve des SV Darmstadt 98 setzte es eine 3:4-Niederlage. Beide Partien liegen allerdings bereits einige Wochen zurück. Im September hatte die TS Ober-Roden neben zahlreichen Liga-Spielen auch die zweite Runde des Dieburger Kreispokals beim Kreisoberligisten SC Hassia Dieburg zu bestreiten - die Partie ging mit 1:2 verloren. Nach dem verlorenen Spiel in Darmstadt fogte in der Liga eine Serie von sechs Siegen, die erst am vergangenen Sonntag ihr Ende fand. Da gab es auf dem Kunstrasenplatz in Ober-Roden ein torloses Unentschieden gegen die Spvgg Neu-Isenburg - der erste Punktverlust vor eigenem Publikum. Die Mannschat aus der Regionalliga, die den Ober-Rodenern am Mittwoch gegenübersteht, betrachtet man mit einer gewissen Ehrfurcht, bezeichnet ihn als "übermächtigen Gegner".
Dieser "übermachtige" Gegner hatte zuletzt allerdings sehr viel mehr mit sich selbst zu tun. Nach dem unglücklichen 2:3 in Mainz und dem blamablen 0:4 gegen die Reserve der TSG Hoffenheim ist man beim KSV Hessen Kassel derzeit vor allem darum bemüht, wieder Ruhe in die Arbeit der Vorstands, des Trainers und der Mannschaft sowie der Zusammenarbeit dieser drei Gewalten zu bekommen. Die Leistung der Löwen und auch die Aktions des Vorstands, noch während der Partie die Rückgabe der Eintrittsgelder bekannt zu geben, hatte wahrlich hohe Wellen geschlagen. So brachte es den Vorjahresmeister der Regionalliga Südwest sogar in die Schlagzeilen der Bild-Zeitung. Es bleibt abzuwarten, wen Löwen-Coach Jörn Großkopf in Ober-Roden auf´s Feld schicken wird und welche Reaktion nun die Mannschaft des KSV zeigen wird. Aber klar ist: ein Sieg beim Verbandsligisten ist Pflicht, wartet im Viertelfinale doch vermutlich Liga-Konkurrent Kickers Offenbach (sofern sich diese am 19. Oktober beim SSV Sand durchsetzen sollten). In der vergangenen Hessenpokal-Saison scheiterte der KSV Hessen knapp im Halbfinale an Drittligist SV Wehen Wiesbaden. Zu dieser Neuauflage soll es nach Wunsch der Kasseler - Fans wie Spielern - auch in dieser Spielzeit kommen, dann aber mit einem besseren Ende für die Nordhessen. Bis dahin steht jedoch noch sehr viel Arebit für die Löwen an... und die beginnt in Ober-Roden.
