
Die Bezirksliga-Fußballer des TuS Lindlar kehren nach 20-jähriger Wartezeit zurück in die Landesliga. Der TuS besiegte den Wahlscheider SV mit 5:1, Verfolger Homburg-Bröltal kam nicht über ein 2:2 gegen Homburg-Nümbrecht hinaus.
Es ist geschafft. In der Fußball-Bezirksliga ist dem TuS Lindlar der Aufstieg nicht mehr zu nehmen. Denn auf dem eigenem Platz gewann der Tabellenführer der Staffel 1 gegen den Wahlscheider SV mit 5:1 (4:1). Da der Verfolger TuS Homburg-Bröltal beim benachbarten SSV Homburg-Nümbrecht vor rund 900 Zuschauern nur 2:2 spielte, ist der Aufstieg für Lindlar nun perfekt. Nach langen 20 Jahren in der Bezirksliga haben die „Unaufsteigbaren“ die Rückkehr in die Landesliga endlich geschafft. „Wolfgang Waldheim hat hier so viel Arbeit investiert. Für ihn freut es mich ganz besonders“, erklärt Trainer Werner Thies, der bekanntlich zum Saisonende beim TuS aufhören wird. Als nach dem Schlusspfiff die Nachricht aus Nümbrecht kam, brach unendlicher Jubel aus.
Dabei hatte der Sonntag gar nicht gut angefangen. Beim Warmlaufen hatte Michael Krestel wegen muskulärer Probleme passen müssen. Für ihm kam Simon Voßkämper in die Mannschaft, die von etwa 400 einheimischen Zuschauer anfeuerten wurde. Und die Partie hatte gerade erst begonnen, da traf ausgerechnet Simon Voßkämper zur frühen Führung (2.). Doch damit nicht genug. Die Gastgeber überrannten den Wahlscheider SV förmlich und erneut Simon Voßkämper (13. und 37.) sowie Florian Harnisch (27.) trafen zum zwischenzeitlichen 4:0 für die Bergischen. Man merkte den Gastgebern an, dass sie ihrem scheidenden Coach und Mannschaftsführer Stefan Pilgram, der ebenfalls nach dem letzten Spiel in Bröltal aufhören wird, einen schönen Abschied bereiten wollen.
„Die Jungs haben sich auf dem Platz zerrissen“, zollte Thies hinterher großes Lob und gab Einblick in sein Seelenleben: „Beim vierten Treffer habe ich Gänsehaut bekommen.“ Dass für die Gäste Constantin Halpaus (43.) noch vor der Pasue der Ehrentreffer gelang, konnte die Euphorie nicht mehr schmälern. Denn nach dem Wechsel erhöhte der eingewechselte Leon Teschendorf auf 5:1 (72.).
Auch der Tabellenzweite TuS Marialinden kann den Aufstieg nun aus eigener Kraft schaffen. Voraussetzung hierfür war der 2:1 (1:1)-Heimsieg gegen den SV Weiden. Vor großer Kulisse zeigten die Bergischen eine engagierte Vorstellung. Maik Maier traf zur verdienten Führung (24.). Doch anstatt nun ihre Überlegenheit auszubauen, erlaubten sie es den Gästen aus Köln, besser in die Partie zu kommen. Die Folge: Burkhard Derus traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich (29.). Immer wieder von den eigenen Fans angetrieben, spielten die Marialindener aber weiter auf Sieg. Es sollte jedoch bis zur 65. Spielminute dauern, ehe etwas Zählbares dabei herauskam. André Peters bediente seinen Vetter Pascal mustergültig, und dieser sorgte für den 2:1-Siegtreffer. Nach dem Schlusspfiff herrschte riesiger Jubel im Marialindener Lager.
Spannung pur herrschte auch im Kampf um den Klassenerhalt. Auch die Trennung von Coach Oliver Bonato brachte dem SV Refrath nicht den erhofften Erfolg. Vielmehr unterlagen die Refrather auf eigenem Platz unter ihrem neuen Übungsleiter Markus Schmitz gegen den SC West Köln mit 0:3 (0:0) und rutschte so auf den vorletzten Platz ab. Die Treffer der Kölner fielen vor gut 250 Zuschauern durch Yavuz Günay (75.), Karim Mandani (80.) und Tayfun Kücük (90.). Nach dem Schlusspfiff herrschte dann auch blankes Entsetzen im Refrather Lager.
Ganz anders war die Stimmung nach dem Schlusspfiff beim bisherigen Vorletzten, dem SV Frielingsdorf. Durch den 4:1 (1:0)-Erfolg beim CfB Ford Köln Niehl können die Bergischen am letzten Spieltag den nicht mehr geglaubten Klassenerhalt noch schaffen. Dabei hatten die Niehler die Chance, ihrerseits den Klassenerhalt perfekt zu machen, doch sie versagten. Vor rund 250 Zuschauern gaben die Kölner allerdings erst einmal mächtig Gas. Erst nach 20 Minuten kamen die Frielingsdorfer besser ins Spiel. Dennis Lüdenbach (22. und 26.) scheiterte nur knapp. Nach einem Foul an Jonas Stiefelhagen entschied der Schiedsrichter dann auf Elfmeter für Frielingsdorf. Peter Schnickmann zeigte Nerven aus Stahl und verwandelte sicher (27.). Nach dem Wechsel erwischten die Bergischen den besseren Start, und Eduard Wotschel (49.) sowie Dennis Lüdenbach (59.) erhöhten auf 3:0. Fadi Jfely vergab anschließend für die Niehler einen Foulelfmeter leichtfertig (76.).
Coaskun Özavci verkürzte (89.), und Jonas Stiefelhagen sorgte für den letzten Treffer (90.). „Die Entscheidung ist nun auf den letzten Spieltag vertagt worden“, weiß Trainer Ralph Köhler.
Die U 23 vom SV Bergisch Gladbach 09 enttäuschte komplett und unterlag auf eigenem Platz gegen den abgestiegenen Tabellenletzten GSV Prometheus mit 2:3 (0:1). Für beide Mannschaften stand nichts mehr auf dem Spiel, und entsprechend agierten auch die Spieler auf beiden Seiten. Für den GSV traf Anton Vasilev zur überraschenden Führung (38.). Als nach dem Wechsel Felix Koch (68.) und Chris Scholz (83.) die U 23 mit 2:1 in Führung brachten, schien ein Sieg möglich. Doch Prometheus nutzte zwei Fehler der Bergisch Gladbacher gnadenlos aus, und Thorsten Seipp (88.) und Tim Tonat (90.) schossen die U 23 ab. „Die Spieler, die uns zum Saisonende verlassen werden, haben keinen richtigen Einsatz mehr gezeigt“, sagte Co-Trainer Oliver Gilles verärgert.