
Im letzten Spiel der regulären Saison ging es für den KSV Hessen Kassel noch um die Frage, ob sie als Meister gegen Holstein Kiel oder als Vizemeister gegen den TSV 1860 München II antreten würden. KSV-Trainer schickte seine beste Elf auf den Platz und machte somit klar: der Titel soll es sein! Beim Verfolger SV Elversberg wurden hingegen in der Partie bei Wormatia Worms zahlreiche Stammkräfte geschont. Da Elversberg schnell in Rückstand geriet und sogar deutlich mit 0:4 verlor, spielte es es eigentlich keine Role, wie die Partie des KSV beim SC Idar-Oberstein ausgehen würde. Die Löwen spielten sich jedoch für die anstehende Relegation ein und stellten ihre Stärken unter Beweis.
In der 9. Minute gingen die Nordhessen durch Enrico Gaede nach Vorlage von Christian Henel in Führung. Kassels Spielmacher Gabriel Gallus (Jonas Marz reiste mit der Mannschaft zwar nach Idar-Oberstein, saß dort allerdings eine Gelb-Sperre ab) erhöhte in der 17. Minute auf 0:2. Die Gastgeber, deren Abstieg somit besiegelt war, stachen insbesondere durch hartes Einsteigen hervor. So musste Uwe Wolf bereits nach 18 Minuten den ersten Wechsel vornehmen. Christian Henel war angeschlagen und wurde durch Marco Dawid ersetzt. Auch der 18-jährige Dawid wurde im Anschluss mehrfach hart angegangen. Die Löwen ließen sich jedoch nicht unterkriegen. Sie erspielten sich weitere Chancen, doch blieben diese zunächst ungenutzt - etwas, das den KSV über weite Teile der Saison begleitete.
Im zweiten Durchgang fiel noch ein weiterer Treffer für die Kasseler. Sebastian Schmeer schoss in der 65. Minute ins Idar-Obersteiner Tornetz. Unmittelbar danach nahm Wolf Enrico Gaede aus dem Spiel und gönnte dem Torschützen eine Pause. Viktor Riske bewies, dass in der restlichen Spielzeit, dass auch auf ihn Verlass ist. Auch Steffen Dieck bekam noch ein paar Minuten Einsatzzeit, in der 81. Minute betrat er als Ersatz für Sebastian Schmeer das Feld. Die Partie war längst gelaufen, die Meisterschaft längst entschieden, als die Gastgeber dann doch einmal gefährlich vor das Kasseler Tor kamen. Der eingewechselte Patrick Stumpf erzielte das 3:1, doch war dies lediglich Ergebniskosmetik. Noch während des Spiels kam bereits die Entwarnung in Bezug auf Christian Henel. Seine Auswechslung war eine reine Vorsichtsmaßnahme. So konnte er also unbeschwert mit der Mannschaft feiern, als der KSV im Anschluss die Medaillen und den Meisterpokal der Regionalliga Südwest überreicht bekamen.
Der KSV Hessen Kassel hat sich die Meisterschaft in jeder Hinsicht verdient. 70 Punkte holten die Löwen in den 36 partien dieser Saison. Dabei stellen sie zusammen mit der SG Sonnenhof Großaspach die beste Abwehr der Liga. In der Statistik ist der KSV außerdem die zweitstärkste Heimmannschaft und holte auswärts mehr Punkte als jeder andere. Die zuletzt elf Spiele in Folge ohne Niederlage sind Bestandteil der erfolgreichen Rückrunde, in der die Nordhessen ebenfalls besser als jedes andere Team der Liga dastehen. Eine gute Nachricht kam außerdem noch aus Kassel, wo die Reserve des KSV Hessen in der Verbandsliga gegen den Melsunger FV gewann. Den Elfmeter zum 4:2-Endstand verwandelte Ingmar Merle, der somit ein gelungenes Comeback nach einigen Wochen Verletzungspause feierte und Uwe Wolf für die Relegation gegen Holstein Kiel eine weitere Option in der Offensive bietet.