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Vereinsnachrichten

Krefelder Junge läuft im Wembley-Stadion auf

Joèl Königs vom VfB Uerdingen trifft die großen Stars

von Rheinische Post / Oliver Schaulandt · 22.05.2013, 10:00 Uhr · 0 Leser
Große Ehre für den kleinen Joèl Königs: Der Siebenjährige ist "Einlaufkind" beim Champions-League-Finale im Londoner Stadion.

Wäre das Lied von den Tagen wie diese nicht schon von Fortuna Düsseldorf belegt, die Toten Hosen hätten es für Joèl Königs schreiben können. Der Siebenjährige erlebt nämlich den kommenden Samstag dort, wo Millionen Fußball-Fans auch sein möchten: im Wembley-Stadion in London.

Dort steigt das vermutlich spannendste Spiel des Jahres, das erste rein deutsche Champions-League-Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund. Und Joèl Königs ist nicht nur mittendrin, sondern hautnah dabei: Der kleine Krefelder läuft an der Hand eines der großen Fußballstars beim Einzug mit auf.

Papa Markus hatte ihn bei einer Facebook-Aktion einer Kreditkartenfirma angemeldet. "Dort mussten die Kinder möglichst viele Stimmen bekommen. Ich hatte gar nicht mehr an die Aktion gedacht, als sich die veranstaltende Agentur bei mir gemeldet hat", erzählt der Fußball-Fan, der selbst seit Kindesbeinen Anhänger von Borussia Dortmund ist.

Die Leidenschaft für die Schwarz-Gelben hat Joèl offenbar geerbt. "Mats Hummels ist mein Lieblingsspieler", erzählt der Steppke, der in der F-Jugend des VfB Uerdingen kickt - als Stürmer, und nicht wie Hummels als Defensivmann. Da müsste er doch eigentlich Mario Götze viel besser finden? "Nee, der ist doof, der geht zu Bayern", sagt Joèl. Dennoch wird er ihm am Samstag natürlich die Daumen drücken: "Ist ja erst nächste Saison."

Am Freitag geht die Reise los, Mama Nadine fliegt mit nach London, weil Papa Markus seiner Frau etwas Gutes tun wollte. Und sie fiebert schon jetzt mit ihrem Sohn: "Ich bin bestimmt genauso nervös wie er", sagt sie und lacht. Dabei ist es für Joèl nicht das erste Mal, dass er mit in ein voll besetztes Stadion einzieht.

In Bremen ist er beim Spiel Werder gegen Dortmund an der Hand von Robert Lewandowski (den er bestimmt auch bald doof findet, wenn der zu den Bayern gehen sollte) und im vergangenen November mit der F-Jugend des VfB Uerdingen mit den Kickern von Fortuna Düsseldorf in deren Partie gegen die Dortmunder.

Welchen Fußballer er am Samstag begleitet, das weiß er noch nicht. Das entscheidet die UEFA vor Ort. "Es wäre natürlich schön, wenn das auch ein Dortmunder wäre, aber wenn es einer von Bayern ist, macht das auch nichts", sagt Papa Markus. Zumal die Dortmunder ja eh gewinnen. Davon ist Joèl zumindest felsenfest überzeugt. Drei Tore hat er als Mittelstürmer mal in einem Spiel geschossen, das war aber noch bei den Bambini. Er weiß also, wie\'s geht. Und das gibt er auch seinen großen Kollegen mit: "Am besten schießen die ganz hart, dann geht der Ball rein", sagt er.

Und, sein Tipp? Blöde Frage: Dortmund gewinnt. Aber das wird eine enge Kiste: "2:1", sagt er. "Nach Verlängerung. Robben macht das 1:0, Lewandowski das 1:1, das Siegtor schießt Marco Reus." Und Mario Götze macht keine Bude. Aber den findet Joèl ja eh doof.