
Den Grund für diesen Schritt sieht der Ex-Profi vor allem darin, dass seine persönlich höhergesetzten Ziele in naher Zukunft unter den aktuellen Voraussetzungen bei den Gelb-Schwarzen nicht in die Tat umzusetzen seien. Heberle hatte gehofft - in Zusammenarbeit mit der Abteilungsleitung - renommierte, namhafte Kicker an die Ache locken zu können. Dies gelang aus Heberles Sicht nicht in gewünschter Form, was wohl eher an den finanziell begrenzten Mitteln liegt, als an der Attraktivität des Vereins, wie es die Klub-Verantwortlichen selbst einschätzen. Der Nachfolger steht mit Uli Habl (42) bereits fest, der weiter Sepp Aschauer an seiner Seite haben wird. Habl coachte bis September 2012 den Bezirksligisten SB Chiemgau Traunstein und spielte früher bereits beim SVK.
Das Stadion an der Laufener Straße war schon so etwas wie das Wohnzimmer von Günter Heberle, der mit dem Verein 2011 den Aufstieg in die Landesliga schaffte und mit Platz sechs die beste Platzierung. Als Gründe für die Beendigung nennt der Traunsteiner: "Unser Kader war klein und ich habe im Saisonverlauf aus den verschiedensten Gründen schon vier Spieler verloren. Das hat den Trainingsbetrieb eingeschränkt. Daher wollte ich, dass der Kader zur neuen Saison verbreitert wird, was aus meiner Sicht nicht gelungen ist." Bereits in der Winterpause hatte der Coach diese Problematik offen angesprochen. "Es hat mir hier viel Spaß gemacht und der Verein ist wirklich toll. Ich übergebe eine intakte Mannschaft. Um den SV Kirchanschöring muss niemandem bange sein. Für mich war es jetzt der richtige Zeitpunkt zu gehen. Ich habe hier meine Aufgabe erfüllt", führt Heberle aus.
Günter Heberle spielte in der U19 des FC Augsburg und anschließend bei den dortigen Senioren. Weitere Stationen des Abwehrspielers waren der SV Wacker Burghausen, die SpVgg Landshut, der TSV 1860 München II, der FC Augsburg, die Stuttgarter Kickers, der 1. FC Schweinfurt 05 und bis 2006 der TSV Crailsheim, wo seine aktive Laufbahn endete. Seine Bilanz weist 55 Zweitliga-Spiele und drei Tore für die Stuttgarter Kickers und den 1. FC Schweinfurt 05 auf. 2007 kam Heberle als Trainer zum SV Kirchanschöring, damals noch in der Bezirksliga. Mit dem sechsten Platz in der Landesliga Südost erreichte der scheidende Coach jüngst die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte. In seine Amtszeit fielen zwei Aufstiege. "Es ist natürlich schade, dass Günter Hebele aufhört, aber wir respektieren seine Entscheidung. Unser Dank gilt ihm, wir hatten eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit", sagt Abteilungsleiter Manfred Abfalter.
Der Nachfolger ist bereits gefunden. Uli Habl (42), früher Spieler in Kirchanschöring, kehrt zurück. Der Traunsteiner hatte bis September 2012 den Bezirksligisten SB Chiemgau Traunstein trainiert, war dort zurückgetreten: "Der Uli hat früher bei uns gespielt, auch später in der AH. Er kennt das Umfeld, kennt den Verein und weiß, wie das hier läuft. Uli ist die ideale Besetzung", sagt Abfalter. Habl wird – wie Heberle – mit Sepp Aschauer zusammenarbeiten. Habl und die Gelb-Schwarzen haben sich auf eine Zusammenarbeit für die Saison 2013/14 geeinigt. Sportlich sieht es für Kirchanschöring sicher gut aus. Torjäger Sebastian Leitmeier bleibt weiterhin beim SVK. Zudem gibt es neun Neuzugänge. Prominentester Zugang ist Christian Jung vom ESV Freilassing. Vom SV Laufen kommen Sebastian Fial und Andreas Siegel.
Andreas Siegel (mi.) wechselt vom SV Laufen zum SVK. Gerhard Feil (li.) und Josef Thanbichler heißen ihn willkommen. F: SVK
Tobias Janietz spielte zuletzt beim SV Oberteisendorf. Aus der eigenen Nachwuchsschmiede JFG Salzachtal rücken Jakob Unkner, Tobias Schild, Maximilian Felber, Marinus Hillebrand und Manuel Omelanowsky. "Die Philosophie, aus jungen Spielern aus dem eigenen Stall und ausgewählten Neuzugängen von regionalen Vereinen eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu stellen, führt der SV Kirchanschöring fort. Rund 40 Prozent der in der letzten Landesliga-Spielzeit eingesetzten Spieler haben in ihrer Laufbahn die JFG Salzachtal durchlaufen. Das ist sehr positiv", blickt Abteilungsleiter Manfred Abfalter auf die nächste vielversprechende - aber eben nicht durch Stareinkäufe eingeläutete - Saison voraus.