
Der Pfälzer Uwe Wolf schickte in seiner Heimat die beste Mannschaft auf den Platz, die das Verletzungspech der vergangenen Wochen zuließ - mit Kapitän Carsten Nulle im Tor, Gundelach, Müller, Rahn und Hammann in der Abwehr, Gaede und Becker im defensiven Mittelfeld. Nach dem Ausfall von Jonas Marz spielte Gabriel Gallus, eingerahmt von Andreas Mayer und Ricky Pinheiro, auf der Spielmacher-Position. Der letzte unverletzte Stürmer des Löwen-Kaders, Christian Henel, spielte in der Spitze. Auf Lauterer Seite setzte Konrad Fünfstück weitestgehend auf seine Regionalliga-Mannschaft. Mit Enis Hajri stand lediglich ein etatmäßiger Zweitliga-Spieler in der Startelf.
Wenige Minuten waren gespielt und die Gäste aus Nordhessen hatten noch nicht ins Spiel gefunden, als Kaiserslautern die erste große Chance hatte. Ex-Löwe Mario Pokar schoss eine Ecke in den Kasseler Strafraum, wo Top-Torjäger Sascha Wolfert an den Ball kam. Tobias Becker schaffte es gerade noch den Ball vom Überqueren der Torlinie abzuhalten. Dies war die beste Möglichkeit für die Gastgeber. Im Anschluss daran bot sich den wenigen Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion eine ereignislose Partie. Gelegentliche Strafraumszenen und Ungenauigkeiten im Abschluss prägten das Spiel. Fahrt nahm das Duell des Tabellenfünften gegen den Dritten dann aber in der zweiten Halbzeit auf.
Der KSV zeigte sich offensiver, mutiger und entschlossener. In der 50. Spielminute kam es dann zur größten Chance zum Führungstreffer für die Löwen. Der Ex-Lauterer Henel passte im richtigen Moment auf den Ex-Lauterer Pinheiro. der verpasste den Ball jedoch um wenige Zentimeter. Die Nordhessen kamen zu weiteren Möglichkeiten durch Hammann und auch Gallus, der im ersten Durchgang eher durch missglückte Aktionen auffiel. In Halbzeit Zwo wurde er seiner Rolle eines Spielgestalters dann aber zunehmend gerecht. Mit guten Pass, sogar mit der Hacke, setzte er seine Mitspieler mehrfach in Szene. Ein Tor wollte aber dennoch nicht dabei herausspringen. Die Schlussviertelstunde wurde von einem groben Foul des Lauterers Rizzuto an Tobias Becker geprägt. Rizzuto sah dafür lediglich die Gelbe Karte, was Uwe Wolf zu anhaltendem Protestieren veranlasste. Schiedsrichter Gasteier verbannte den Löwen-Coach daraufhin auf die Tribüne. In der 79. Minute kam Gianluca Maresca für Gabriel Gallus ins Spiel, in der 86. ersetzte Viktor Riske Andreas Mayer, der einen Schlag auf den Knöchel abbekommen hatte.
Der KSV Hessen hielt mit dem Remis die vier Punkte (bei zwei Partien weniger) Abstand auf Verfolger Kaiserslautern. Beim Blick nach oben dürfte man aber eher zwei verlorenen Punkten nachtrauern. Kassel bleibt somit Dritter der Regionalliga Südwest und sollte am Samstag möglichst einen Dreier gegen die SG Sonnenhof Großaspach nachlegen. Die SG steht derzeit auf Rang 7 und hat am Mittwoch zunächst noch ein Nachholspiel gegen die zweite Mannschaft der Frankfurter Eintracht zu absolvieren.