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Kalkum-Wittlaer geht Herkulesaufgabe an

Mit der Partie gegen den SC Velbert beginnt für den abstiegsbedrohten Landesligisten am Sonntag die Rest-Rückrunde. Die "Mission Klassenerhalt" wird eine große Herausforderung.

von Tobias Dinkelborg · 03.03.2017, 11:00 Uhr · 0 Leser
F: Theo Titz
F: Theo Titz

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Luxus sieht anders aus. Seit mehreren Wochen nun schon kann der TV Kalkum-Wittlaer nicht mehr auf dem heimischen Sportplatz am Grenzweg trainieren, weil das Wassersystem des Kabinentraktes von Legionellen befallen ist. „Und natürlich sollen die Jungs direkt nach den Einheiten duschen können“, erklärt Trainer Holger Sturm. Also hat er sich in der Nachbarschaft umgehört und seine Schützlinge wechselweise auf den Anlagen des TuS Nord und des TV Angermund schwitzen lassen.

Die weiterhin gesperrten Duschen in Wittlaer sind nun auch dafür verantwortlich, dass der abstiegsbedrohte Landesligist seine Auftaktpartie gegen den SC Velbert am Sonntag in Angermund austragen wird. Nicht wie zunächst geplant um 15.30 Uhr, sondern – genau zwei Stunden später – um 17.30 Uhr. „Das ist besser als nichts“, sagt Coach Sturm mit einem Augenzwinkern und rechnet den Verantwortlichen des TVA ihre Hilfsbereitschaft hoch an. „Am Ende ist es aber im Grunde ganz egal, wo wir spielen“, ergänzt er.

Das ist richtig, denn mehr als der Spielort zählt naturgemäß die Partie an sich. Für die abstiegsbedrohten Wittlaerer hat der Kampf ums nackte sportliche Überleben längst begonnen, schließlich beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits neun Punkte. Gänzlich ungelegen kommt nun freilich die Tatsache, dass die Velberter zur Spitzengruppe der Liga gehören. „Aber das war mir schon vor der Saison klar“, wiegelt Sturm ein wenig ab. „Wichtig ist, dass wir gut ins neue Jahr reinkommen – und wenn wir ehrlich sind, wäre ein Unentschieden für uns schon goldwert.“

Doch selbst die kühnsten Optimisten werden wohl ihre Zweifel hegen, dass die Wittlaerer ausgerechnet gegen den SC Velbert etwas Zählbares mitnehmen können. Auch der Trainer stapelt zunächst einmal tief. „Wir sind der krasse Außenseiter“, stellt er ganz nüchtern fest und schiebt im nächsten Atemzug ein vorsichtiges Lob nach: „Der Gegner verfügt über eine solide Defensive und einen unheimlich starken Angriff.“ Seine Schlüsse aus diesen Voraussetzungen hat Sturm bereits gezogen. „Es wird am Sonntag entscheidend auf unsere Defensivarbeit ankommen“, prophezeit er.

Mit selbiger war er beim 2:1-Sieg im letzten Testspiel am vergangenen Samstag gegen die SG Unterrath schon einigermaßen zufrieden. „Wir standen gerade in der ersten Halbzeit gut, das macht durchaus Hoffnung“, erklärt er. Trotzdem etikettiert der Coach die gesamte Vorbereitungszeit nur mit dem Prädikat „mäßig“. Das ist eine zweifelsfrei sehr sachliche und berechtigte Bezeichnung. Denn zu insgesamt drei Erfolgen gesellten sich in den Testpartien auch drei Niederlagen – und zwei davon gegen A-Ligisten (0:1 beim SV Budberg, 0:2 bei TuS Gerresheim). Verzichten müssen die Wittlaerer am Sonntag auf Neuzugang Fabian Riesener, der mit einer Bänderdehnung ausfällt. Beendet ist die Saison derweil für Julian Platte (Muskelverletzung).

Und ganz zum Schluss greift Sturm noch einmal tief hinein in die Phrasenkiste: „Eines steht unabhängig von allem fest: Im Fußball ist alles möglich.“