Damberger: Ich habe schon nach dem letzten Saisonspiel in Wildenranna, wo wir uns in buchstäblich letzter Minute gerettet haben, gemerkt, dass sich die Mannschaft für diese Saison was vorgenommen hat. Aber obwohl ich grundsätzlich immer ein optimistischer Mensch bin, hätte ich nicht gedacht, dass es gleich so gut läuft.
FuPa: Was sind die Gründe für den derzeitigen Aufschwung? Personell war die "Sturm-Elf" ja auch schon die letzte Jahre stets stark besetzt
Damberger: Entscheidend ist für mich, dass die Mannschaft unglaublich zusammenhält und auch menschlich hervorragend zusammenpasst. Das ist vor allen bei Rückschlägen wichtig. Außerdem haben wir eine sehr gute Trainingsbeteiligung. Dazu kommt, dass beim FC Sturm ein Umfeld da ist, das hinter der Mannschaft steht und sehr fußballbegeistert ist. In der Form habe ich das bisher nur beim SV Hutthurm erlebt.
FuPa: Mit dem TV Freyung liegt ja momentan der Club an der Tabellenspitze, den Sie vorige Saison noch coachten. Überrascht Sie das?
Damberger: Ganz im Gegenteil. Nachdem ich ja bereits von 1999-2003 beim TV Trainer war, habe ich die Entwicklung dort immer verfolgt und gesehen, dass in Freyung eine sehr gute Jugendarbeit gemacht wird. Deshalb bin ich ja letztlich auch zurückgekehrt. Heuer profitiert die 1.Mannschaft so richtig von dieser Nachwuchsarbeit. Mit Blöchl und Blumauer haben zwei Spieler zusammen bisher 15 Tore gemacht, die beide letztes Jahr noch bei den A-Junioren gespielt haben.
FuPa: In der Bezirksliga herrscht scheinbar heuer eine enge Leistungsdichte, wer wird sich ihrer Meinung nach letztendlich ganz vorne platzieren können?
Damberger: Ich hoffe natürlich, dass sich meine Mannschaft da oben festbeißen kann. Aber Sie haben Recht, alles ist sehr eng zusammen. Wir haben z.B. 5 unserer 7 Siege mit jeweils einen Tor Unterschied eingefahren, unser höchster Sieg war das 3-1 zuletzt in Ruderting. Insofern will ich jetzt keine Prognosen abgeben, da im Fußball bekanntlich alles möglich ist.
FuPa: Sie sind ja einer der erfahrensten Trainer in der Region und haben schon zahlreiche höherklassige Stationen gehabt und dabei Höhen und Tiefen erlebt. Was wird heutzutage von einen Trainer erwartet und wie sehen Sie die Entwicklung, dass in den letzten Jahren auch in den unteren Ligen bei Misserfolg immer öfter die Trainer sofort in Frage gestellt bzw. entlassen werden?
Damberger: An einen Trainer werden sehr hohe Erwartungen gestellt. Meines Erachtens zu hohe. Dass im Falle des Misserfolges Sündenböcke gesucht werden, das ist ja nicht im Sport so, sondern auch, wie man gerade nach der Landtagswahl wieder sieht in Politik und Wirtschaft. Es ist für mich ein gesellschaftliches Problem, das sich leider bis in die unteren Fußballklassen durchgesetzt hat. Als Trainer muss man das wissen, Jammern hilft nicht. Ich kann deshalb nur jedem raten, die Finger vom Trainerjob zu lassen, wenn er nicht damit leben kann, auch einmal vorzeitig gehen zu müssen.
FuPa: Herr Damberger, Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!
Damberger: Gerne geschehen und dem FuPa-Team Glückwunsch zum gelungen Internet-Auftritt und auch alles Gute!