"Dieser Entschluss war eigentlich schon vor Saisonbeginn klar", sagt er: "Ich werde den Fußball dann erst mal nur noch als Zuschauer verfolgen."
Der angekündigte Ausstieg passt vor dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Hamborn zur aktuellen Stimmungslage rund ums Erftstadion. Vor wenigen Tagen hatte sich der über viele Jahre fast allmächtige Vorsitzende Jupp Breuer aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgezogen und auch die Zukunft vieler Spieler ist offen. "Man hat das Gefühl, das Drumherum ist wichtiger als das nächste Meisterschaftsspiel", sagt Schütz, "die Spieler unterhalten sich über nichts anderes mehr. Und das wirkt sich natürlich auch auf das Training aus". Trotzdem erwartet er von seinen Jungs nun eine Reaktion auf die 0:4-Pleite am vergangenen Sonntag in Hönnepel: "Klar, so ein Ausrutscher kann passieren, du spielst nicht immer am Limit. Aber auch wenn die vor der Saison als Ziel ausgegebenen 50 Punkte schon erreicht sind, sollte jedem klar sein, dass nur der letzte Eindruck zählt. Wenn du am Ende nur Siebter oder Achter wirst, interessiert es keinen mehr, dass du monatelang Zweiter und Dritter warst." Die ungeklärte Lage hat sich ganz offensichtlich auch aufs Nervenkostüm ausgewirkt, nur so lässt sich die Vielzahl der Platzverweise in den vergangenen Wochen erklären. Morgen fallen neben den Langzeitverletzten Kevin Woike und Stephan Wanneck die Rotsünder Dirk Caspers und Benny Schütz aus. "Eine gewisse Unzufriedenheit ist da", bestätigt Schütz, dem aktuell nur 16 einsatzfähige Kicker zur Verfügung stehen. "Das ist ganz klar eine Mentalitätsgeschichte."
Die hausgemachten Probleme der Erftstädter könnten sich als Chance für die Sportfreunde aus Hamborn erweisen. Die Traditionsklub aus Duisburg hatte den Klassenverbleib schon fast abgehakt, ist nach den Patzern der Konkurrenz und dem eigenen Coup beim zuletzt so starken SV Sonsbeck (4:0) aber wieder im Geschäft. Nur noch fünf Punkte trennen die Schützlinge von Trainer Thomas Geist von Uedesheim auf Rang 16. "Diesen Rückenwind wollen die bei uns natürlich nutzen", sagt Schütz, der zu entscheiden hat, wer die Rolle von Benny Schütz im zentralen Mittelfeld übernehmen soll. Seine Befürchtung: "Hoffentlich fallen wir jetzt nicht in ein Leistungsloch."