
Einen Blitzstart ins Derby erwischte dabei der SV Adler: Tobias Hauner brachte den Ball in den Strafraum, Mehmet Kafli schob ihn an Arminia-Schlussmann Kai Kühn vorbei ins Netz. Besser kann's gar nicht losgehen! Und auch in der Folgezeit spielte der SV Adler sehr druckvoll. War es in den vergangenen Wochen oft noch das geduldige Spiel hinten rum, so waren es dieses Mal oft schnelle Pässe in die Spitze, wo die Arminen-Verteidigung von einer Verlegenheit in die andere gestürzt wurde. Erdem Saglam spielte einen dieser Pässe in der 24. Minute, Tobias Hauner startete im perfekten Moment und vollstreckte eiskalt.
2:0, klar überlegen, Zeit, es etwas spannend zu machen... Das war mal wieder typisch SV Adler. Florian Reuschenbach lupfte den Ball nach einem kollektiven Tiefschlaf der Adler-Abwehr zum Anschlusstreffer über Kevin Strauch. Allerdings gab es spielerisch keinen wirklichen Bruch beim SV Adler, Rot war immer noch spielbestimmend, Grün hatte alle Mühe hinterherzukommen. Tobias Hauner war zu clever, Abdel Boukdir zu ballsicher, Mehmet Kafli zu schnell für die Gastgeber. Eine strittige Abseitsentscheidung gegen den SV Adler und eine hochriskante, aber faire Grätsche gegen den mal wieder mit Tempo durchgestarteten Marvin Görlich: Das 3:1 wäre folgerichtig gewesen, es blieb aber beim 2:1, mit dem die Arminia zur Pause sehr gut bedient war.
In der Pause wurde Arminias Sebastian Stollen mit dem Krankenwagen abtransportiert. Er war nach einem Zweikampf Ende der ersten Hälfte am Boden liegen geblieben. Das sah nicht gut aus, wir wünschen dem Spieler alles Gute und eine baldige Genesung! In der 55. Minute sahen die Zuschauer dann eine sehenswerte Kopie des 2:0: Dieses Mal kam der Pass von Celal Karabudak, wieder blieb Tobias Hauner eiskalt vor dem Tor und traf zum 3:1. Dann etwas Hektik: Tobias Hauner jubelte vor der Arminen-Bank, was deren Trainer Guido Contrino nicht gefiel. Ob nun aber gerade Contrino als strahlendes Vorbild in Sachen Besonnenheit gelten kann? Es war nun einmal ein Derby, da gehört die eine oder andere Spitze dazu, und die Übungsleiter der beiden Rivalen tragen gewöhnlicherweise jeweils ihren Teil zur Derbystimmung bei.
Letztlich war es ein etwas ruppiges, allerdings nicht überhartes Fußballspiel. Arminias Jens Bergforth fuhr zwar Mehmet Kafli übel in die Beine, wohl auch aus Frust, diesen zu keinem Zeitpunkt in den Griff zu bekommen, doch es blieb bei einigen wenigen hässlichen Szenen. Spielerisch war Adler längst im Gala-Modus angekommen: Nach einer guten Stunde hätte Tobias Hauner sein Drittes machen können, doch er legte sich den Ball zu weit vor, und fünf Minuten später waren es Mehmet Kafli und Abdel Boukdir, die mit einem Doppelpass nach bärenstarker Balleroberung durch Timo Pach Arminias Abwehr schwindelig spielten, doch Kafli verzog knapp. So dauerte es noch bis zur 69. Minute, eh die endgültige Entscheidung fiel. Adbel Boukdir hielt mal wieder den einen oder anderen Verteidiger auf Distanz, hatte dann mal etwas Platz, nahm Maß und traf genau ins Eck: 4;1, das Derby war entschieden. Auf Arminias Ehrentreffer zum 4:2 durch Dennis Schroer antwortete Tobias Hauner mit einem Lupfer zum 5:2, Dreierpack beim Derbysieg! In der Schlussphase brachte der SV Adler den Sieg locker ins Ziel, ein wenig zu locker, doch trotz etwas zu viel Raum kam Arminia nicht mehr zum dritten Tor.
Durch den letztlich souveränen Sieg im immer hitzigen Derby baute der SV Adler seine Erfolgsserie auf fünf Siege und ein Unentschieden in den letzten sechs Spielen aus. Nach dem Nachbarschaftsduell unter guten Bekannten kommt am kommenden Sonntag mit dem SC 26 Bocholt ein unbekannter Gegner ins Waldstadion. Anstoß im Waldstadion ist, zum letzten Mal vor dem Winter, um 15 Uhr.
Tore: 0:1 Mehmet Kafli (2.), 0:2 Tobias Hauner (24.), 1:2 Florian Reuschenbach (26.), 1:3 Tobias Hauner (55.), 1:4 Abdel Boukdir (69.), 2:4 Dennis Schroer (76.), 2:5 Tobias Hauner (77.).
Es spielten: Strauch - Pach, Kücükarslan, Karabudak, Kafli, Hauner (87. Cumcu), Giotis, Görlich (77. Demircan), Boukdir, Basar (84. Bögüs), Saglam.