
Hinter dem SV Schalding liegt ein anstrengendes Kalenderjahr 2011 mit Pflichtspielen am Fließband, angefangen mit der Bayernliga-Rückrunde, mit 22 Spielen in der 19er-Landesliga und zahlreichen englischen Wochen auch durch den Toto-Pokal. Wie froh seid ihr, dass jetzt endlich die Winterpause ansteht?
Mario Tanzer (36): Ich bin ehrlich gesagt gar nicht so glücklich darüber, dass die Runde nun schon zu Ende ist. Ich denke, und das können auch die beiden Kapitäne zu meiner Linken bestätigen, dass sich in der Mannschaft zuletzt keiner körperlich kaputt gefühlt hat, oder so. Mein Gott, wir müssen's jetzt nehmen wie's ist. Jetzt gehen wir eben in die Winterpause. Aber es ist jetzt nicht so, dass ich froh bin drüber.
Markus, wie siehst du das? Wie wohlverdient geht der SV Schalding in die Winterpause?
Markus Clemens (37): Grundsätzlich geht der Verein wohlverdient in die Winterpause. Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt im Sommer. Wir haben eine U23, die sehr gut funktioniert und unsere erste Mannschaft rangiert in der Landesliga-Spitzengruppe. Was mich und alle anderen ein bisschen wurmt, ist der Abschluss der Vorrunde. Dass wir's einfach nicht mehr geschafft haben, drei Punkte gegen Erlangen-Bruck II zu holen im letzten Spiel. Das tut weh und da hab ich schon schlucken müssen am vorletzten Wochenende, weil wir jetzt keine Chance mehr haben, so eine Niederlage in der Folgewoche zu korrigieren und aus den Köpfen zu bringen. Diese Chance haben wir jetzt bis zum 25. Februar nicht. Das ist schade. Aber alles in allem sind wir extrem zufrieden mit der Hinserie.
Josef, du bist wahrscheinlich auch der Meinung, dass die Saison ruhig noch zwei, drei Wochen länger hätte sein können? Du hast schließlich in den letzten drei Partien fünf Tore erzielt und zweimal den Einzug in die FuPa-Elf der Woche geschafft.
Josef Eibl (25): Ja, ich seh's ähnlich wie meine beiden Vorredner. Wir sind in den letzten drei Wochen wieder richtig gut in Schuss gekommen, haben dabei zweimal 7:0 gewonnen. Und die erste Halbzeit gegen Erlangen war meiner Meinung nach die beste erste Halbzeit von uns, verglichen mit den vorherigen Saison-Heimspielen. Und zu mir selbst: Von meinen fünf Saisontoren zuletzt hat mir glaub ich vier Stück der Stecher Flo aufgelegt, und ich stand vorm leeren Tor. Deshalb relativiert sich dieser Wert ein bisschen.
Die Saison war lang und mit einigen Highlights gespickt. Unter anderem durftet ihr im Pokal gegen Jahn Regensburg antreten. Möglich war das Ganze aber nur durch den 5:4-Sieg in Waldkirchen, der dir wegen deiner roten Karte (Anm. d. Red.: wegen groben Foulspiels) beim Spielstand von 2:4 in Minute 76 noch längere Zeit in Erinnerung bleiben dürfte, oder hast du die Partie schon aus dem Gedächtnis gestrichen?
Josef Krieg (26): Das war natürlich eine blöde Situation für mich, vor allem weil mir sowas ausgerechnet gegen meinen Ex-Verein passiert ist. Aber das hat mir keiner übel genommen. Es war blöd, aber sowas gehört auch mal dazu. Blöd war auch die Zeit danach: Ich war fit und hätte spielen können aber ich durfte nicht. Das hab ich jetzt mal mitgemacht, aber ich glaub, das kommt so schnell nicht mehr vor.
Nach deiner roten Karte hast du als Vize-Kapitän aber schon was springen lassen müssen für die Mannschaft, die in Unterzahl in der Schlussviertelstunde einen 2:4-Rückstand drehen konnte, oder?
Josef Krieg: Ja, ich hab' was springen lassen. Die Schlussviertelstunde ist für uns super gelaufen. Aber die Situation es natürlich blöd: man steht draußen und kann nur zuschauen. Aber das Teams hat diese schwierige Situation auch ohne mich gut hingekriegt. Da kann ich ihr nur mein Kompliment aussprechen.
Mario, du bist jetzt seit ziemlich genau einem Jahr Trainer beim SV Schalding. Was war dein Jahres-Highlight 2011? Der Pokal-Auftritt gegen das Drittliga-Spitzenteam Jahn Regensburg?
Mario Tanzer: Puuuh, das ist jetzt schwierig für mich. Das Jahr direkt an einem Highlight festzumachen, ist schwer. Wir haben uns ja im Sommer nicht gerade glorreich aus der Bayernliga verabschiedet. Ein richtiges Highlight war für mich in diesem Jahr nicht dabei. Ein Highlight wäre für mich, wenn wir zum Schluss oben stehen, aber nicht jetzt in der Winterpause.
Lesen Sie in Teil zwei des großen Schalding-Jahresrückblicks warum der SVS den Abgang des Goalgetters Benjamin Neunteufel so gut verkraftet hat und wie die Mannschaft nach der Systemumstellung nun "tickt"...
Das große Jahres-Interview - Teil 1 - als Audio-Stream: