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Ligabericht

Hessenliga: Spielabbruch in Allendorf

Der Schiedsrichter bricht das Spiel Ederbergland - Griesheim in der 92. Minute aba

von HNA Sportredaktion FKB · 05.10.2013, 11:00 Uhr · 0 Leser
F: Christian Hedler
F: Christian Hedler

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Das Kellerduell der Fußball-Hessenliga zwischen Gastgeber FC Ederbergland und Viktoria Griesheim endete mit einem Skandal. Beim Stand von 3:2 (0:1) für die Gäste brach Schiedsrichter Dennis Meinhardt (Fulda) die Partie in der Nachspielzeit ab.

Die Gemüter beim FCE hatten sich auch weit nach dem Schlusspfiff noch nicht beruhigt. Zur Enttäuschung über die eigene, über weite Strecken schwache Leistung, kam der zum Teil nachvollziehbare Unmut Ederberglands bezüglich der Darbietung des Unparteiischen. „Ich habe dem Schiedsrichter nach der Partie in sachlichem Ton nahe gelegt, unser Sportgelände nach dem Duschen sofort und ohne die Einnahme des obligatorischen Essens zu verlassen, da er hier nach diesen Vorkommnissen unerwünscht ist“, berichtete FCE-Vorstandsmitglied Horst Kziuk.

Zuvor hatte der 21-jährige Referee unter dem höhnischen Applaus einiger Anhänger den Rasen auf der Allendorfer „Beetwiese“ verlassen und war auch in seiner Kabine für keinerlei Stellungnahme gegenüber der Presse oder Vereinsverantwortlichen beider Lager bereit. Er verwies auf seinen Sonderbericht zur Partie, der möglicherweise in der folgenden Verhandlung vor dem Rechtsausschuss eine Neuansetzung der Begegnung, zumindest aber saftige Strafen für den FCE nach sich ziehen wird.

Was hatte Ederbergland derart auf die Palme gebracht? „Wir wollten den Gegner unter Druck setzen. Stattdessen hat Griesheim uns dominiert“, ärgerte sich FCE-Coach Christian Hartmann, dessen Gesichtszüge sich vor der Pause einzig bei Maxim Zichs glücklicher 1:0-Führung aufhellten (9.). Griesheim, das aus den vorangegangenen sieben Partien nur einen Dreierpack buchte, war auch im zweiten Akt besser. Die Südhessen kombinierten gefällig und besaß das Chancenplus.

„Wenn man zwei diskutable Elfer gegen sich bekommt, dann regt man sich immer auf. Der FC Ederbergland kommentierte aber nach der Pause jede Schiedsrichteraktion und das muss nicht sein“, wusste Gästetrainer Rainer Kolitsch.

Zwei Strafstöße, die jeweils Fabian Windeck verwandelte (58., 60.), brachten Griesheim mit 3:1 in Front. Es handelte sich um zweifelhafte Entscheidungen des in beiden Szenen gut postierten Schiedsrichters. Beide Elfmeter konnte man geben, es allerdings auch lassen. Die „Ampelkarte“ für Oleg Schneider (73.) war ebenfalls diskussionswürdig und kochte die Gemüter weiter hoch.

Der FCE fightete trotzdem und gab die Partie nicht verloren. Tomi Pilinger hatte auf 2:3 verkürzt (71.) und die jetzt vorhandene Moral beim Gastgeber damit dokumentiert. Das rüde Einsteigen Felix Noltes gegen seinen Kontrahenten Jörg Finger ahndete Referee Meinhardt mit dem knallroten Karton für den bereits mit Gelb vorbelasteten Nolte (90. +1).

In der Folge liefen einige FCE-Vertreter von der Bank aus in Richtung der Spielertraube, die sich nach Noltes Platzverweise gebildet hatte. Eine unmittelbare Bedrohung für den Spielleiter bestand jedoch nicht. Auch tätliche Auseinandersetzungen blieben aus, dennoch blies Meinhardt zum vorzeitigen Ende. „Manche Entscheidungen des Schiedsrichters gefielen mir nicht. Klar ist aber auch, dass wir viel zu wenig gemacht haben und uns taktisch falsch verhielten“, kehrte Christian Hartmann bei aller berechtigten Kritik an der Schiedsrichterleistung auch vor der eigenen Tür. Nach einer Partie, die der FCE verdient verlor, deren endgültige Wertung aber ebenso unklar ist, wie die Aufarbeitung der Vorkommnisse unschöner Art. Die Fußball-Gerichtsbarkeit wird übernehmen und der Schiedsrichter wohl selbstkritisch mit seiner Leistung umgehen müssen.