
Man kann ihn nicht anfassen, man kann ihn sich nicht in die Vitrine stellen, man kann sich nichts davon kaufen. Dennoch ist der Titel des Herbstmeisters Jahr für Jahr ein Thema. So auch an diesem Wochenende, wenn in der Fußball-Kreisliga der 15. Spieltag das Ende der Hinrunde einläutet.
"Herbstmeisterschaft hin oder her, wir wollen uns weder diesen Titel noch irgendwas anderes nehmen lassen", kündigt Herzlakes Trainer Torsten Bünger an. Eine klare Ansage vom Spitzenreiter: Platz eins gehört uns. Daran ändert auch die letzte Niederlage gegen Lorup nichts. "Die Jungs wissen, dass sie Mist gebaut haben", kritisierte Bünger Einstellung und Vorbereitung auf das Spiel. "Wir haben die Fehler knallhart analysiert und damit ist das Thema abgehakt", hat Bünger schon am Dienstag im Training die erste Reaktion gesehen: "Da war absolut Feuer drin." Voller Tatendrang reist er daher mit seinen Jungs am Sonntag (15 Uhr Uhr) zum Tabellenvorletzten Union Meppen, der letzten Sonntag eine empfindliche Niederlage gegen Dalum kassierte. "So dürfen wir uns nicht wieder präsentieren und müssen stattdessen das Gesicht der letzten Wochen zeigen", hofft Union-Trainer Hendrik Schnieders, Herzlake ärgern zu können.
Blick auf die Tabelle erst Sonntagabend
Kellerkonkurrent Dalum muss am Sonntag (14.30 Uhr) bei Herzlakes ärgsten Verfolger Langen ran. "Wir haben schon gegen Herzlake Unentschieden gespielt, wieso nicht auch gegen Langen", geht SVD-Coach Maik Herrmann völlig entspannt in die Partie. Gegner Langen kann an diesem Wochenende sechs Punkte holen und damit sogar mit dem VfL Herzlake nach Punkten gleichziehen. "Das ist zweitrangig. Wir schauen nur auf uns und maximal Sonntagabend auf die Tabelle", hat SVL-Trainer Thomas Uwelius trotzdem zwei Heimsiege gegen Schwefingen (Freitag, 20 Uhr) und Dalum im Visier. Nach zuletzt durchwachsenen Leistungen zeigte die Uwelius-Elf beim 4:1-Sieg in Brögbern vor allem in der zweiten Halbzeit eine starke Leistung. "Wir haben dahingefunden, wo wir zu Beginn der Saison schon einmal waren", ist es für Uwelius nicht selbstverständlich, jedes Spiel zu gewinnen. "Die Jungs müssen wissen, dass sie in jeder Partie 100 Prozent geben müssen, sonst hat man ganz schlechte Karten in dieser Liga", warnt er sein Team vor Leichtsinnigkeit.
Bei Freren ist Luft nach oben
Zu einfach waren in letzter Zeit die Fehler der Sportfreunde Schwefingen, die nach dem heutigen Gastspiel in Langen am Sonntag (14.30 Uhr) bei der SG Freren ran müssen. Für SFS-Trainer Thomas Janning ist klar: "Wir müssen die einfachen Fehler abstellen." Auch sein Gegenüber Christian Freese sieht noch Luft nach oben für sein Team. "Wir können in allen Mannschaftsteilen noch eine Schüppe drauf legen", fordert Freese vor allem einen konsequenteren Abschluss vor dem gegnerischen Tor.
Peiffer gesperrt
Auf jede Menge Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor muss Sparta Werlte am Sonntag (14.30 Uhr) beim Auswärtsspiel in Salzbergen verzichten. Torjäger Michael Peiffer (10 Treffer) fehlt nach seiner fünften gelben Karte, die er sich beim 6:1-Sieg in Emmeln einhandelte. "Seinen Ausfall müssen wir durch unsere Schnelligkeit vorne kompensieren und Lücken reißen", gibt Sparta-Trainer Hüseyin Dogan einen Einblick in seinen Matchplan. "Wir müssen aber aufpassen, dass wir nach Ballverlusten schnell wieder in unsere defensive Grundordnung finden." Gegner Salzbergen sieht er absolut auf Augenhöhe, was ein Blick auf die Tabelle bestätigt: Beide Teams trennt nur ein Punkt.
Emslage als Nussknacker?
Vier Zähler Rückstand auf den ersten Aufstiegsplatz hat der VfL Emslage, der am Sonntag (14.30 Uhr) beim starken Aufsteiger Lorup antritt. "Das kann ein richtungsweisendes Spiel für uns sein", ahnt Emslages Trainer Tim Schmidt-Weichmann, "wir brauchen schon fast einen Dreier, um oben dran zu bleiben." Allerdings warnt er sein vor Übermut und Hektik. "Lorup wird eine harte Nuss. Sie sind heimstark und verfügen über eine gute Defensive. Das wird ein Geduldsspiel", ist es für den VfL-Coach die "Challenge, diese Nuss zu knacke". Diese Aufgabe kann sein Team nach einem spielfreien Wochenende völlig erholt angehen. "Die Pause hat uns gut getan. Wir sind jetzt voller Tatendrang", freut sich Schmidt-Weichmann.
Ebenso frei hatte der SV Lengerich-Handrup, der am späten Sonntagnachmittag (17 Uhr) den TuS Aschendorf zu Gast hat. "Eine ungewöhnliche Anstoßzeit, die einen erheblichen Aufwand für uns mitbringt", hofft TuS-Trainer Patrick Robin, dass sich die Anreisestrapazen nicht auf dem Platz widerspiegeln. Dort läuft es - trotz Personalknappheit - derzeit richtig gut. "Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen, wie sie derzeit Auftritt", lobt Robin seine Truppe.