
Der Fußball-Oberligist SV Altlüdersdorf muss zum Ende der Hinrunde zwei Rückschläge verkraften. Zum einen verlässt Stürmer Hassan Salhab den Klub wegen Differenzen mit Trainer Steffen Borkowski, zum anderen unterlag der SVA am Sonnabend beim SV Lichtenberg mit 0:2 (0:1).
"Wenn ich ehrlich bin, brauche ich einen Trainer, der mit uns hart arbeitet. Mir hat das Training unter Steffen Borkowski keinen Spaß gemacht, weil es zu lasch war", sagte der Angreifer gegenüber unserer Zeitung. Vor allem beklagt der 25-Jährige, der in elf Spielen neun Tore erzielte und drei Vorlagen gab, die Eintönigkeit der Übungseinheiten. "Im taktischen Bereich habe ich nichts dazugelernt. Ich will aber unter professionellen Bedingungen trainieren und sportlich ganz oben mitspielen."
Salhab habe zu Borkowski schon länger keinen Draht mehr gefunden und schließlich das Gespräch mit ihm gesucht. Nach Aussage des Stürmers sei der Vertrag "auf meinen Wunsch hin" aufgelöst worden. Das kann Dirk Wieland, Manager des SV Altlüdersdorf, nicht bestätigen. "Ich gehe davon aus, dass das Spielrecht bei uns liegt. Hassan hat noch einen gültigen Vertrag bis zum 30. Juni kommenden Jahres." Von den Differenzen wisse er nichts. "Da müssen Sie den Trainer fragen."
Dennoch hat sich der Deutsche mit libanesischen Wurzeln beim SVA immer wohlgefühlt. "Das Drumherum im Verein ist super", sagte Salhab. Dazu zähle auch der Vorstand und die Mannschaft. An Borkowski ließ er kein gutes Haar: "Sollte ein anderer Trainer beim SVA das Sagen haben, würde ich auch wieder zurückkommen."
Salhab, der seit dem 1. Januar dieses Jahres beim SVA unter Vertrag steht, wurde schon einmal wegen vermeintlicher Disziplinlosigkeit im Punktspiel gegen Germania Schöneiche (0:0) anschließend aus dem Kader gestrichen. Salhab soll sich lautstark über seine Auswechslung in der 79. Minute beschwert haben.
Dem Angreifer liegen nach eigenem Bekunden zwei Angebote aus der Regionalliga und eines aus der Oberliga vor. "Ich führe derzeit Gespräche und habe mich noch nicht entschieden."
Auch sportlich kann Altlüdersdorf derzeit nicht für Positiv-Schlagzeilen sorgen. Was aber auch nicht weiter verwundert, denn Coach Borkowski hatte gerade einmal elf gesunde Spieler an Bord. Daraus ergab sich das große Problem, eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz zu bringen. Der SVA geriet in Lichtenberg früh in Rückstand. Philipp Grüneberg schlug von halbrechts einen Freistoß in Richtung SVA-Tor. Die Flugbahn deutete ins Aus. Doch abgefälscht vom Rücken von Kevin Owczarek schlug der Ball unhaltbar im linken oberen Winkel ein (10.). Die Antwort der Oberhaveler ließ nicht lange auf sich warten. Nach einem Pass von Vasilios Tsiatouchas war Vincenzo Ferrera frei und schob ein. Der Jubel ebbte schnell ab. Der Schiri wollte ein vermeintliches Foulspiel gesehen haben (18.). Die größte und sicherste Chance zum verdienten Ausgleich hatte abermals Ferrera. Völlig frei vor dem Tor hätte er den Torhüter noch umspielen können, schob aber rechts am Kasten vorbei (45.).
Auch mit Beginn der zweiten Halbzeit setzte der SVA die besseren spielerischen Akzente, vergab aber mehrere hundertprozentige Torchancen. So wurde der Spielverlauf richtig auf den Kopf gestellt, als Emre Yildirim frei durch war und den Ball an Schlussmann Bjarne Rogall vorbei ins Tor zum 2:0 schob. (72.).
SV Altlüdersdorf: Rogall - Moldenhauer, Russow, Groth, Koschnik - Owczarek, Gehring, Tsiatouchas, Fikic - Gigold Ferrera (80. Marten)