
"Wir hatten mal eine Trage, aber wo die genau ist, weiß ich jetzt auch nicht", sagte Trainer Karl Weiß nach dem Spiel. Darüber wird geredet werden müssen - zumindest eine Trage sollte in einem Stadion mit diesen Ansprüchen und einer Kapazität von mehreren Tausend Zuschauern zur Standardausrüstung gehören.
Zum Spiel: Ratingen hatte in der Anfangsphase ein wenig Glück, dass ein Kopfballtreffer der Gäste aberkannt wurde. "Wir hätten gut und gerne auch zurückliegen können", sagte Tim Manstein nach der Partie. Doch Carlos Penan erzielte stattdessen in der 9. Minute das 1:0 für den RSV: Zuerst köpfte er den Ball aufs Tor, dann gab es ein großes Gewühle vor dem Kasten der Gäste - und irgendwann war der Ball drin, wenn auch mit argem Verdacht auf Handspiel. Bis zur 27. Minute, in der sich Limbasan verletzte, passierte nicht viel. Und nach dessen Auswechslung wirkten alle Spieler auf dem Platz erst einmal wie unter Schock. Das löste sich erst wieder in der zweiten Halbzeit, die von Ratinger Seite deutlich besser war als die ersten 45 Minuten. Das 2:0 erzielte Ismail Cakici (50.), der sich im Strafraum gut um seinen Gegenspieler drehte und den Ball im linken unteren Eck einschob. Und in der 81. Minute machte 04/19 den Deckel drauf: Emre Cinar profitierte von einem Ausrutscher in der Abwehr und legte den Ball klug quer auf Luca Bosnjak, der kein Problem hatte, das fast leere Tor zu treffen.
"Wir haben uns ein wenig aus dem Abstiegskampf herausziehen können", meinte Trainer Weiß. "Am Schluss war das Ergebnis auch in der Höhe verdient. Aber für Limba tut mir das mit seiner Verletzung sehr leid." Der Pechvogel selbst humpelte nach dem Schlusspfiff geknickt auf seinen Krücken zurück Richtung Kabine. "Das ist echt ein Horror-Jahr", sagte er. Am Montag soll eine Kernspintomographie zeigen, was kaputt ist - der Verdacht lautet Meniskusriss. "Die Saison ist gelaufen", sagte Limbasan. "Das tut schon weh."