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Samstag 07.01.17 09:00 Uhr|Autor: Klaus Högl1.836
Lutz Ernemann (links) und Co-Trainer Bastian Ellmaier tüfteln an der richtigen Strategie für den FC Amberg. Foto: aog

Für neuen Coach schließt sich ein Kreis

Lutz Ernemann soll den ins Schlingern geratenen FC Amberg wieder auf Kurs bringen – und kehrt zurück zu seinen Anfängen.

Noch feilen, analysieren und bewerten Lutz Ernemann und sein Co-Trainer Bastian Ellmaier auf der Tafel den FC Amberg – am 22. Januar soll das Training mit dem Bayernligisten beginnen und damit der Ernstfall. „Das ist ja alles im Galopp passiert“, sagt Lutz Ernemann über und wenn man so will, hat sich damit auch ein Kreis geschlossen.



Dem Verein will er etwas zurückgeben, dem Verein verdankt er viel, und nun soll ihm der ins Schlingern geratene Club den Klassenerhalt verdanken. Wäre Lutz Ernemann ein Täter, könnte man glatt die alte kriminologische Weisheit zuschreiben, wonach es den immer wieder an den Tatort zurückzieht. Aber Lutz Ernemann ist allenfalls ein Überzeugungstäter – einer, der sich seine sportlichen Meriten auf und neben dem Fußballplatz erarbeitet hat. Über Fußball hat er immer was zu sagen, hält mit seiner Meinung nie hinter dem Berg und steht dann auch dazu. Fußball ist sein Leben, der alte Spruch trifft sicher auf ihn zu, im übrigen auch auf seine Söhne.

Die Älteren kennen seine sportliche Laufbahn: Begonnen hat sie ganz früh am Mosacherweg beim 1. FC Amberg. 1973 ist er mit umgezogen ins nigelnagelneue FC-Stadion, war dort bis 1975 in der Jugendbayernliga aktiv, ein hoch talentierter Fußballer, seinerzeit noch Libero, elegant spielend, manchmal auch unbequem. So hat er sich dann bis Ende der 70er Jahre in der Bayernliga beim 1. FC Amberg einen Namen gemacht, regional und auch überregional. Unvergessen sein letztes Spiel beim 1. FC Amberg 1971: Wacker München – 1. FC Amberg 2:2. Ein Sieg hätte dem 1. FC Amberg zum Aufstieg in die damalige 2. Liga gereicht, der ESV Ingolstadt hat’s an diesem letzten Spieltag geschafft.

Lutz Ernemann ist gar nicht mehr mit dem Bus zurück nach Amberg gefahren, er wurde gleich von den Verantwortlichen des Zweitligisten Holstein Kiel mitgenommen, wo er drei Jahre lang Profi war. Danach wechselte er zu Viktoria Köln, ebenfalls in der 2. Bundesliga und Oberliga Mittelrhein. Der Trainer dort war Heinz Hornig, zeitlebens schon eine Legende: „Er hat mich am meisten geformt, von ihm habe ich das meiste gelernt“, sagte Ernemann heute.



Faible für den Nachwuchsfußball

1984 kam Ernemann dann zurück zum 1. FC Amberg, dort hat er dann bis zum Ende der Saison 1988 gespielt. Kaum weniger einflussreichen waren seine Trainer Aki Schmidt und Günter Gerling in der Bayernliga. Mit Schoberth, Herrndobler, Wartha, Schübel, Mertel, Pickel, Kalb, Schmidt, Wächter und Seitz absolvierte Ernemann am 15. Mai 1988 beim 1:0 gegen den VFL Frohnlach sein letztes Bayernligaspiel unter Günter Gerling. Da war Lutz Ernemann bereits eine feste Größe und 30 Jahre alt. Ein 1. FC Amberg ohne Lutz Ernemann – damals fast unvorstellbar. Und so hat man ihm den Wechsel zum „Erzfeind“ Spvgg Weiden mächtig übelgenommen. Dort fand er mit Torhüter Hans Dotzler einen Ex-Amberger vor, der vor ihm nach Weiden gegangen war. Und mit in der Mannschaft, die in der Saison ’88/’89 zunächst in Amberg (2:2) und dann in Weiden (1:2) spielte, war Josef Wagner. Jeweils über 3000 Zuschauer hatten die spannungsgeladenen Spiele verfolgt.

Ernemann war ein Klasse-Fußballer und danach auch ein Klasse-Trainer. Sein Faible war der Nachwuchsfußball, unzähligen Jugendlichen brachte er das Handwerkszeug bei. Seit 1993 war er beim Bayerischen Fußballverband für die Jugendtrainerausbildung, für die Jugendförderung und als Stützpunktleiter (DFB) in Hirschau tätig, seit 1999 ist Lutz Ernemann immer noch Stützpunkttrainer in Hirschau, Amberg und Theuern. Den FC Rieden (BOL), den FC Linde Schwandorf (Landesliga), Inter Bergsteig Amberg (Bezirksliga) und TuS Hirschau hatte er unter seinen Fittichen.

„Ich liebe Fußball“ hat Lutz Ernemann am Mittwoch gesagt, „der ist dann lebendig, wenn ehrlicher Fußball gespielt wird“, weiß er zu berichten. Keine leeren Worte sind für ihn die Tugenden „Kämpfen, bedingungslos sich in den Dienst der Mannschaft Stellen, taktische Disziplin Halten“. Das wird der Mann, der bald seinen 60. Geburtstag feiert, er auch als neuer Trainer des FC Amberg fordern, das ist seine Philosophie. Vielleicht ist der Cheftrainer-Posten beim FC Amberg in der Bayernliga ja die Krönung für seine Karriere – in einem Stadion, in dem er praktisch daheim ist. Mehr Feuer, Inspiration soll die Mannschaft künftig und bis zum Saisonende 16/17 zeigen, das hat ihm des öfterem gefehlt. Seine Aufgabe sieht er klar umrissen: Der Klassenerhalt muss her. Es wird nicht einfach sein für ihn. Warum es beim FC Amberg mit Günther Brandl entgegen den Erwartungen nicht geklappt hat, könne er nicht beurteilen („Ich selbst halte Brandl für einen guten Trainer“) gleichwohl beginnt mit dem Trainingsauftakt für die Spieler sozusagen eine neue Zeitrechnung. Eine ganz schwierige Personalsituation nach dem Abstieg mag sicherlich mit ursächlich gewesen sein.



Klassenerhalt so schnell es geht

Doch das Ziel ist klar: „So schnell wie möglich muss der Klassenerhalt gesichert werden, es muss wieder Ruhe einkehren beim FC Amberg, damit die Planungssicherheit wieder da ist und auch die Freude am Spiel“, sagt Ernemann und geht hierbei auch mit seinem Vize Bastian Ellmaier konform. Der bläst ins selbe Horn: „Ich werde Lutz Ernemann in seiner Funktion als Co-Trainer unterstützen, wir wollen als Trainerteam das Ziel gemeinsam erreichen“, verspricht er. Ob und was sich personell ändert, liegt derzeit noch in der Schwebe, „das haben wir auch noch nicht vertieft“, wie Ernemann es formuliert. An der Defensive alleine liegt es nach seinen Worten nicht. Dass in 19 Spielen nur 30 Tore geschossen wurden, sei aber schon ein Fingerzeig. Noch verschiebt er die Spieler nur auf dem grünen Brett daheim in Gärmersdorf.Aber bald wird es ernst, unter anderem mit dem Nachholspiel gegen die Spvgg Weiden. (aog)

Das Trainergespann:

Trainer Lutz Ernemann, Spielerstationen: 1967 bis 1975 1. FC Amberg Schüler/Jugend Bayernliga, 1975 bis 1979 1. FC Amberg Senioren Bayernliga, 1979 bis 1982 Profi Holstein Kiel; 2. Bundesliga, 1982 bis 1984 Profi Viktoria Köln; 2. Bundesliga, 1984 bis 1989 1. FC Amberg, Bayernliga/Landesliga; 1989 bis 1993 Spvgg Weiden, Bayernliga.

Trainerstationen: 1993 bis 1995 1. FC Rieden, BOL; 1995 bis 1996 Linde Schwandorf, Landesliga; 1996 bis 2000 SV Inter Bergsteig Amberg, Kreisliga/Bezirksliga; 2000 bis 2003 TuS/WE Hirschau, Kreisliga; 2004 bis 2005 SV Inter Bergsteig Amberg, Bezirksliga; 2006 bis 2012 Jugendbereich, Trainer beim SSV Jahn Regensburg, FC Schwarzenfeld, SV Kauerhof, ab 2012 Trainer Junioren C und D, BOL, FC Amberg.

Bayerischer Fußballverband: Seit 1993 Leiter BFV-Jugendförderung Oberpfalz; seit 1993 Leiter BFV-Jugendtrainerausbildung Oberpfalz; 1996 bis 2002 BFVC-Bezirkskoordinator Oberpfalz; 1999 bis 2002 DFB-Stützpunktleiter Hirschau; seit 1999 DFB-Stützpunkttrainer in Hirschau, Amberg und Theuern.

Co-Trainer Bastian Ellmaier: 2013/14 FC Amberg U 15 BOL, Co-Trainer mit Josef Fleischmann; 2014/15 FC Amberg U 15 BOL, Co-Trainer mit Josef Fleischmann; 2015 FC Amberg U 17 Landesliga, Co-Trainer mit Josef Fleischmann; 2016/17 FC Amberg U 12 Junioren-Trainer, Kreisliga. – Spieler: FC Amberg II, DJK Ammerthal, FC Amberg U 19, Jugendvereine: SV Kauerhof, TV Sulzbach.

 
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Tabelle
1. Eichstätt 3449 73
2. Aschaffenb. (Ab) 3449 69
3. Aubstadt 3439 68
4. Großbardorf 3430 64
5. ASV Neumarkt (Auf) 3423 64
6. Eltersdorf 342 49
7. 1. FC Sand 346 49
8.
Ammerthal (Auf) 340 48
9.
Würz.Kickers II * (Auf) 348 48
10. FC Amberg (Ab) 344 44
11.
DJK Bamberg 34-5 43
12.
Würzburg. FV 34-15 43
13.
Ansbach (Auf) 34-3 42
14.
SpVgg Weiden 34-22 41
15. SC Feucht 34-14 37
16. Erlenbach 34-50 28
17. Haibach 34-27 25
18. Frohnlach 34-74 13
* FC Würzburger Kickers II: 3 Punkte Abzug
Direkter Vergleich bei Punktgleichheit!

Der Nord-14. entgeht als bester Bayernliga-14. der Abstiegsrelegation.
ausführliche Tabelle anzeigen