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Pokal

Frühere Rivalen treffen sich im Pokal

Derby mit jeder Menge Tradition

von Rheinische Post / Jürgen Schroer · 22.10.2012, 23:35 Uhr · 0 Leser
F: Dietrich (Dietz)  Hildebrandt
F: Dietrich (Dietz) Hildebrandt

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Exakt 102 Monate und zwölf Tage ist es inzwischen her, dass die beiden Moerser Clubs GSV und MSV ihr bislang letztes Pflichtspiel gegeneinander bestritten. Am Ostermontag 2004 fügten die Meerbecker im heimischen Rheinpreußenstadion den Gelb-Schwarzen vom Schlosspark eine überaus schmerzhafte 1:3-Niederlage zu.

Der Kreispokal sorgt dafür, dass es am Mittwochabend nach so vielen Jahren mal wieder zu diesem traditionsbeladenen Derby kommt. Allerdings nicht auf Augenhöhe, denn der MSV kickt bekanntlich nur noch in der Kreisliga B.

Damals spielten beide in der Landesliga, wobei die Meerbecker dem ambitionierten GSV schon zum Saisonstart kräftig in die Suppe gespuckt hatten, indem sie ihm ein 0:0 abtrotzten. Der Ausgang der beiden Nachbarschaftsduelle war in der Endabrechnung von entscheidender Bedeutung. Die fünf verlorenen Punkte fehlten dem von Josef Cherfi trainierten GSV knapp hinter dem SV Sonsbeck zum Aufstieg. Der MSV sicherte sich hauchdünn Liga. Allerdings war dies nicht von langer Dauer. Bereits in der Saison 2004/2005 zog sich die Landesliga-Elf unter Trainer Dietmar Schacht und später Heiko Heinlein (heute Duisburger SV 1900) wegen finanzieller Schwierigkeiten vom Spielbetrieb zurück, und es begann eine beispiellose Talfahrt, die die Meerbecker als Gründungs-Mitglied der Oberliga Nordrhein fast bis in die Kreisliga C geführt hätte.

Die Duelle in der Saison 2003/2004 waren nicht das erste Mal, dass die Meerbecker den Grafschaftern die Tour vermasselten. Zum Ende der 1970er Jahre wollten beide Vereine fusionieren. Die Vorstandsgespräche waren erfolgreich verlaufen, jetzt mussten die Mitglieder entscheiden. Während der GSV im Gemeindesaal an der Bankstraße seine Zustimmung gab, verweigerte die MSV-Vereinsfamilie ihre Zustimmung. Die Fußballer der Reserve, die seinerzeit vor dem Aufstieg in die Bezirksliga standen, fürchteten, dass sie vom Spielbetrieb zurückgezogen würden, weil der GSV mit seiner ersten Mannschaft schon dort vertreten war. Die Reservisten fanden Unterstützung bei den Meerbecker Turnern, und die ganze Fusion wurde im Meerbecker Max-Schnitzer-Heim gekippt.

Von einer richtigen Liebe wurde besonders in Meerbeck nie gesprochen. "Die reden sich im Vorstand sogar mit Sie an", lästerte einst der längst verstorbene Meerbecker Vorsitzende Rudi Roloff über den GSV, dem immer eine gewisse Lackschuh-Mentalität aus Meerbeck nachgesagt wurde. Inzwischen ist das Verhältnis entspannter. So trainiert mittlerweile Cahit Akcil den MSV. Zuvor war er beim GSV für die dritte Garnitur verantwortlich. Mit Akcil kamen eine Reihe von ehemaligen GSV-Akteuren ins Rheinpreußenstadion. Darunter auch Ricardo Reol, dem einst bei den Moersern der Sprung in die Landesliga-Elf zugetraut wurde.